Schulwesen I (Essay)

Von der Mesterschole an der Kirche zur Gesamtschule in Wulfen

Schulhof 1961

Schulhof 1961 – In den 1960- und 70er-Jahren waren die Klassenzimmer und Schulhäfe noch voll

Von Wolf Stegemann – Schulen waren vor der Reformation eine Sache der Kirchen. Küster gaben Unterricht. Schulräume waren oft an Kirchen angebaut wie dies beispielsweise die Spuren an den Türmen der St. Georgskirche in Schermbeck und in Erle sichtbar ist. Schon 1337 gab es eine „Mesterschole“ (Elementarschule) nur für Jungen, die an der Nordseite der Agathakirche lag und 1480 wegen Mangels an geeigneten Lehrkräften von einem „Sekretarius“ im Nebenamt verwaltet wurde. 1550 hatte sie zwei Klassen, eine deutsche und eine lateinische, die von einem geistliche Rektor bzw. Konrektor geleitet wurden. 1789 erhielt die deutsche Schule eine Oberklasse, an der ein Franziskanerpater lehrte. Die Lateinschule wurde mangels Schüler im Jahre 1800 aufgelöst. 1829 erhielt die Elementarschule eine dritte Klasse.

Lehrer lebten auch von Benefizien

Die Lehrer verbesserten durch Naturalien ihr Einkommen durch so genannte Kirchmessgelder, die 1784 verboten wurden. Der Konrektor bezog nur die Hälfte des Einkommens des geistlichen Rektors. Die beiden Lehrer waren aber von allen „Kriegslasten“ befreit. Schulzwang bestand nicht. Wer die Schule besuchte, musste den „Daller“ (30 Stüber, ein halber Reichstaler) entrichten. Um zur Hebung des Unterrichts und zur besseren Besoldung der Lehrer beizutragen, wurden 1789 durch erzbischöflich-landesherrliche Order die Benefizien S. Andreae, S. Michaelis, S. Crucis und SS. Trinitatiis et Georgii mit der Stadt- und Pfarrschule vereinigt. Die Unterklasse, mit der kein Benefizium verbunden war, hatten Laien als Lehrer (Substitute), die aus städtischen Mitteln besoldet wurden. 1902 wurde aus der Anstalt eine sechsklassige Knaben- und Mädchenschule (siehe Schulvikarieen).

Ursulinen unterrichteten im Jahr 1797 bereits 300 Mädchen

Das Kaiserbild an der Wand des Klassenzimmers, 1910

Das Kaiserbild an der Wand des Klassenzimmers, 1910

Dem Unterricht der Mädchen schenkte man erst verhältnismäßig spät Aufmerksamkeit. Erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wird eine Mädchenschule („Mestersche Schole“) genannt, die nur aus einer Klasse bestand. Als 1699 das Ursulinenkloster gegründet wurde, hatten die Nonnen die Verpflichtung des unentgeltlichen Unterrichts übernommen. Die Klassen waren im Kloster untergebracht. Da 1797 bis zu 300 Mädchen den Unterricht besuchten, baute die Stadt eine zunächst einstöckige Schule südlich ans Ursulinen-Pensionatsgebäude an. Während des Kulturkampfes mussten die Nonnen die Stadt verlassen, nur einige durften als weltliche Lehrerinnen bleiben, um den Unterricht fortzusetzen. 1895 wurde an der Feldhausener Straße eine neue Schule gebaut (heute Agathaschule), die schon drei Jahre später nicht mehr ausreichte und die alte Kirchschule an der Agathakirche wieder weiter benutzt werden musste, bis die Agathaschule an der Feldhausener Straße durch mehrere Erweiterungsbauten genug Klassenzimmer hatte (siehe Ursulinenschule und Kloster; siehe Abiturientinnen 1921).

Jüdische und evangelische Kinder

Jüdische Kinder bekamen im 20. Jahrhundert im jüdischen Gemeindehaus an der Wiesenstraße Religionsunterricht durch den jüdischen herumreisenden Lehrer Gustav Bär, der von mehreren jüdischen Gemeinden bezahlt wurde. – Die evangelischen Kinder besuchten zuerst ihre Schule im Pfarrhaus. 1863 wurde der evangelische Schulbetrieb zur Konfessionsschule erhoben und 1888 erhielt die Gemeinde ein eigenes Schulgebäude am Recklinghäuser Tor, ab 1911 baute die Stadt an der Bochumer Straße eine evangelische Schule. Eine weitere evangelische Schule gab es auf der Hardt (Pestalozzischule) zusammen mit der katholischen Overbergschule (siehe Evangelische Gemeinde; siehe Jüdische Gemeinde).

Eingriffe in die Schulerziehung während der nationalsozialistischen Zeit

Plakat 1933

Plakat 1933

Gleich zu Beginn des Dritten Reiches benannten die Nationalsozialisten etliche Schule um. In der Schule sahen sie einen Hort der Umerziehung zur nationalsozialistischen Ideologie. Daher haben sie sich schon 1933 um die Lehrerschaft bemüht, die zum größten Teil von da an im Sinne der NS-Ideologie ihre Schüler erzogen hat. Vor allem aus Lehrern rekrutierten sich die NSDAP-Schulungsleiter, die als gewohnte Respektspersonen nationalsozialistisches Gedankengut erklärt haben. Mit der Zeit wurde der Religionsunterricht auch aus der regulären Unterrichtszeit der  immer noch nach katholischer und evangelischer Konfession getrennten Schulen verbannt. 1938 trafen sich auf Einladung des Kreisabschnittleiters, Lehrer A. Kirchhoff (Dorsten), Vertreter der Schulverbände Dorsten, Holsterhausen und Hervest-Dorsten, um über den von Bürgermeister Dr. Gronover unterzeichneten Beschluss zu beraten, eine „Deutsche Schule“ in Dorsten einzuführen. Der Beschluss lautete (Auszug):

„Um eine bessere Beschulung der volksschulpflichtigen Kinder der Stadt Dorsten zu ermöglichen, beschließe ich […] mit Wirkung vom 1. April 1939, dass die Volksschulen der Stadt Dorsten als ,Deutsche Schulen’ eingerichtet werden, an denen gleichzeitig evangelische und katholische Lehrkräfte anzustellen sind …“

Das war in Dorsten „revolutionär“. Die Besprechungspartner hatten auch mit starken Protesten der kirchlichen Vertreter und mit dem Vollzug „nicht von heute auf morgen“ gerechnet. Doch sie kamen zu dem Schluss, dass es bei dieser „Neuorientierung wesentlich wichtiger“ sei, die einheitlichen Erziehungsrichtlinien der „Deutschen Schule“ durchzusetzen, die „unsere nationalsozialistische Schuljugend nicht mehr nach Konfessionen getrennt sehen will. Und dass neben den allgemeinen Schulfächern, die nur eine deutsch-nationalsozialistische Ausrichtung kennen und zulassen, auch der Religionsunterricht sichergestellt“ werde.

"Die Dorfschule", Gemälde von Peter Hasenclever, 19. Jahrhundert

“Die Dorfschule”, Gemälde von Peter Hasenclever, 19. Jahrhundert

Herrlichkeit Lembeck

Während des 18. Jahrhunderts hatte jedes Dorf in der Herrlichkeit Lembeck einen Schulmeister, der die Kinder unterrichtete. In den Bauerschaften, wie in Deuten um 1750, gab es so genannte Winkelschulen, die in Wohnhäusern untergebracht waren; in Deuten im Hause des Landmessers Schwarzenbrock. Schulbesuche waren willkürlich. Kinder hatten auf den elterlichen Höfen zu arbeiten, was sie an einem kontinuierlichen Schulbesuch hinderte. Auch war die Qualität des „Lehrers“ ausschlaggebend für den Schulbesuch, dessen „Gehalt“ ebenso willkürlich bezahlt wurde. 1801 erschien im Fürstbistum Münster eine Schulordnung, die sich auch mit der Ausstattung der Schulräume befasste. Winkel- und Nebenschulen verschwanden. Die Schulstuben wurden geräumiger und heller, Lehrer, denen ein angemessenes Einkommen zugesichert wurde, mussten sich qualifizieren. Es gab eine Schulpflicht, die allerdings nicht überall praktiziert wurde. Die Schulaufsicht hatten die Geistlichen. Für Lembeck war Pfarrer Kellermann zuständig. Als die Herrlichkeit 1816 preußisch wurde, entstanden fast überall neue Schulgebäude, nicht qualifizierte Lehrer wurden entlassen und durch ausgebildete ersetzt. Der Schulzwang wurde kontrolliert. Für jede Schule gab es einen eigenen Schulvorstand, der die Schule nach außen zu verwalten hatte.

Larentiusschule mit Frl. Pöter, 1956

Laurentiusschule mit Frl. Pöter, 1956

Lembeck. Im Jahre 1612 ist in Lembeck ein Schulmeister belegt, der von der Kirche zwölf Scheffel Weizen bezog. Noch im 18. Jahrhunderts stand an der Kirche eine viel zu kleine Schule, die der Lehrer Sieverding leitete, dessen Sohn Bernhard ebenfalls Lehrer war, aber wegen Trunksucht entlassen werden musste. 1820 wurden zwei Schulen je eine für Mädchen und Jungen sowie eine Lehrerwohnung unter einem Dach errichtet. Der Neubau kostete 1.740 Taler; Graf Merveldt schenkte der Gemeinde den Baugrund.  Lehrerin war Marianne Lindemann aus Münster und für den der Trunksucht ergebenen Bernhard Sieverding kam 1834 Lehrer Carl Plagge aus Coesfeld. Er musste seinem Vorgänger eine lebenslängliche Pension von 40 Talern aus seinem Schuleinkommen abgeben. 1828 besuchten die Lembecker Schule 137 Jungen und 133 Mädchen, 1840 waren es 157 Jungen und 142 Mädchen. – Die Laurentius-Hauptschule wurde 1927 fertig gestellt und von den übergebliebenen Klinkersteinen wurde im der Dorfbrunnen gebaut. 1968 konnte ein neues Schulgebäude der Laurentiusschule mit einem Festakt eingeweiht werden Seit 1984 verfügt die Laurentiusschule über ein drittes, neu errichtetes Gebäude, in dem heute neben einigen Klassenräumen das Sekretariat mit Lehrer- und Rektorzimmer untergebracht sind (siehe Laurentiusschule Lembeck).

Rhade. In Rhade gab um 1770 der Küster in seiner Wohnung Unterricht. Später unterrichtete Pastor Schluss die Kinder in einem Bauernspeicher im Dorf. Nachdem das neue Schulgebäude fertig gestellt war, setzte Graf Merveldt Theodor Anton Quicksterdt genannt Horstich als Lehrer ein. Er starb 1802. Sein Nachfolger war Albert Tinnefeld, zugleich Küster in Rhade. In den Jahren 1832 bis 1836 wurde mit einem Kostenaufwand von 383 Talern ein neues Schulgebäude unter Einbeziehung des alten errichtet, wozu die Gemeinde unentgeltlich Hand- und Spanndienste leistete (siehe Rhade, Schullandheim; siehe Tinnefeld, Lehrerfamilie).

Augustaschule

Augustaschule in Hervest-Dorsten

Hervest. Im Dorf Hervest gehen die Schulanfänge bis ins 17. Jahrhundert zurück. Auch hier waren Kirchen und Schule eng verbunden. Meist wurde nur im Winter unterrichtet. Der erste ausgebildete Lehrer hieß Leopold Funke, der zugleich Küster war. 1825 wurde an der Kirche ein neues Schulgebäude gebaut, die 312 Taler kostete, und Funkes Sohn Ludwig Funke wurde Lehrer. 1890 wurde in der Nähe des Bahnhofs Hervest-Dorsten das zweite Schulhaus errichtet, 1907 die Marienschule, 1912 eine evangelische Schule, 1919 die Josefschule. 1808 besuchten 60 Jungen und Mädchen die Schule, 1815 noch 48, 1835 waren es 90 und 1840 rund 75 (siehe Augustaschule; siehe Marienschule; siehe Gerhart-Hauptmann-Realschule; siehe Berufliche Schulen; siehe Einhaus und Funke, Lehrerfamilien).

Schulbuch von 1788 im Hochstift Münster

Schulbuch von 1788 im Hochstift Münster

Holsterhausen. Auch in Holsterhausen erteilte zuerst der Küster in seiner Wohnung Unterricht, bevor 1814 das  erste Schulgebäude errichtet wurde. Der erste Lehrer hieß Georg Quicksterdt. Er starb 1831. Sein Nachfolger war Rudolf Brunstrop aus Rheine, der bereits 1832 versetzt wurde. Ihm folgte Heinrich Braunster aus Coesfeld, der wiederum ein Jahr später durch Lucas aus Horste ersetzt wurde. Nach seiner Versetzung im Jahre 1836 kam Hermann Quicksterdt in den Schuldienst, der schon ein Jahr später starb. Weitere Lehrer waren Kandidat Rademacher aus Dorsten und Jostarnd aus Brochterbeck. Im Jahre 1843 entstand an der Stelle der alten Schule ein neues Gebäude; 1907 das heutige Gebäude der Antoniusschule. 1923 konnte die konfessionsfreie Baldurschule (siehe „Gottlosenschule“) errichtet werden. In der evangelischen Wilhelmschule gab es 1917/18 eine belgische Klasse für Kinder der in Dorsten internierten Belgier. 1930 wurde die Bonifatiusschule eingeweiht, in die 1944 ein medizinisches Laboratorium für Frontbedürfnisse eingerichtet wurde und dessen Gebäude nach Auflösung der Schule später viele andere Verwendungen fand. Im Krieg wurden fast sämtliche Schulen in Dorsten zerstört (siehe Berufliche Schulen, Gesamtschule Wulfen). 1808 besuchten 42 Knaben und Mädchen die Schule, 1815 waren es nur 22, 1823 wieder 56 und 1840 72 (siehe Antoniusschule; siehe Gottlosenschule; siehe Bonifatiusschule).

Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule Holsterhausen. Mit dem Gütesiegel für berufsorientiertes Arbeiten wurde 2012 die Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule im Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße zum zweiten Mal hintereinander der von den Arbeitgeberverbänden NRW ausgezeichnet. Das Gütesiegel zeichnet Schulen aus, die sich in ihrem Berufsvorbereitungsangebot von der Masse absetzten. Für die Schüler an den ausgezeichneten Schulen ist der Übergang von Schule zur Ausbildung oder ins Studium kein Sprung ins kalte Wasser – denn das ist bereits vorgewärmt. Bereits in der fünften Klasse schauen sich die Kleinen die ersten Betriebe an, gucken, wie der Bäcker Brot backt. Später packen die Schüler in Praktika mit an, erleben hautnah, ob ihnen der Beruf auch wirklich Spaß macht und ob er zu ihren Fähigkeiten passt. Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule arbeitet dabei eng mit den Dorstener Unternehmen zusammen, vermittelt Praktikumsplätze und Schnuppertage – und lockt einmal im Jahr am „Berufsinformationstag“ alle Unternehmer in die Schule.

Deutener Schule

Deutener Schule

Deuten. Seit 1855 gibt es im kleinsten Dorstener Stadtteil die heute kleinste Grundschule, deren Bestand die Politik erstmal sichern will, der aber wegen der Demografie weiterhin gefährdet ist. Für die Eingangsklasse wird es voraussichtlich nur zehn Schulanfänger geben. Das ist zu wenig (siehe Deutener Schule).

Wulfen. Um 1740 wurde in einer Stube im Küsterhaus Unterricht gegeben, bevor später eine eigene Schule errichtet werden konnte, die bereits 1826 durch eine größere ersetzt wurde, die mit der Feuerwehr das Gebäude teilte. Dieses neue Schul- und Spritzenhaus kostete 748 Taler, der Verkauf des alten Gebäudes brachte 324 Taler ein. Der Rest wurde aus Steuermitteln gezahlt. 1770 war ein gewisser Babbelt Lehrer in Wulfen, dann Philipp Funke und darauf Lehrer Luge; seit 1786 Godfried Lohkamp. Ihm folgte Wilhelm Schlösser, der wegen Trunksucht 1821 entlassen wurde (siehe Gesamtschule).

Offene Ganztagsschule (OGS). Ohne Offene Ganztagsschule ist der Grundschulalltag heute kaum noch denkbar. Trotz sinkender Schülerzahlen rechnet die Stadt auch in den nächsten Jahren mit einem steigenden, zumindest aber gleich bleibenden Bedarf. 948 Plätze gab es 2010 und in diesem Jahr bereits 967 Anmeldungen für das Schuljahr 2011/12 (913 Kinder in der OGS angemeldet). Drastisch sind die sinkenden Schülerzahlen an der Johannes- und der Pestalozzischule, die einen Verbund bilden.

Konjunktur-Paket II 2011

Mehrere Millionen Euro aus dem aufgelegten Konjunktur-Paket II wurden 2011 in Baumaßnahmen für Dorstener Schulen investiert, darunter allein für das Pliesterbecker Schulzentrum 3,4 Millionen Euro, für die Wittenbrinkschule 425.000 Euro, das Gymnasium Petrinum rund 346.000 Euro, die Laurentiusschule 200.000 Euro und die Wilhelm-Lehmbruck-Schule 12.000 Euro.

Förderschulen, Sonderschulen und Privatschulen

Haldenwang-Förderschule in Hervest-Dorsten

Haldenwang-Förderschule in Hervest-Dorsten

Welche Zukunft die Raoul-Wallenberg-Schule und die benachbarte Astrid-Lindgren-Förderschule am Schulzentrum Marler Straße haben werden, hängt von dem neuen Schulentwicklungsplan ab, der 2012 festgelegt wurde. Zuständig für diese beiden Schulen ist der Kreis Recklinghausen (siehe Raoul-Wallenberg-Schule; siehe Astrid Lindgren-Schule). Die Korczak-Förderschule in Wulfen ist Ende des Schulhalbjahres 2013 aufgelöst worden. Sie bleibt aber als Filiale der von-Ketteler-Schule an der Bismarckstraße bestehen. Das Gebäude der Schule in Wulfen war zu diesem Zeitpunkt gerade mal zehn Jahre alt. Das Gebäude wird immer wieder gehandelt als Kandidat für die weiterführende Montessori-Schule. Die ist derzeit noch in einem Behelfsquartier im Wulfener Gewerbegebiet Köhl untergebracht. Seit Februar 2013 gehören die beiden Förderschulen (von-Ketteler in Holsterhausen und die Wulfener Korczak-Förderschule) zusammen. Die beiden Schulstandorte blieben allerdings für die nunmehr 220 Schüler und Schülerinnen bestehen.

Bei den Förderschulen soll außer der Haldenwangschule für geistig Behinderte mittelfristig nur ein weiterer Standort erhalten bleiben, ein Förderzentrum, in das auch die Astrid-Lindgren-Schule integriert werden könnte. Aber das war lediglich ein Prüfauftrag an die Verwaltung, sprich: Reine Zukunftsmusik. Zumal zwischen Land und Städten noch viele Details ungeklärt sind, wie Förderschüler in Regelunterricht eingebunden werden können, um dem Anspruch von Eltern und Kindern auf „Inklusion” zu genügen.

Private Montessori-Schule vorerst in Wulfen

Montessori-Schule im Koehl, Wulfen

Montessori-Schule im Köhl, Wulfen

Dorstener Bürger gründeten im Jahre 2006 den Montessori-Verein mit dem Ziel, in Dorsten eine private Montessori-Grundschule zu errichten. 2007 konnte der Start in der alten Bonifatiusschule in Holsterhausen zuerst auf 513 qm, dann erweitert auf 1.040 qm und bis zu 100 Schülern vierzügig beginnen. Geplant ist eine sechsjährige Grundschulzeit, falls das Land dies zulässt. Langfristig soll eine weiterführende Schule aufgebaut werden. Eine eigens gegründete „Fördergemeinschaft Maria-Montessorischule“ unterstützt den Schulaufbau und -betrieb. Träger der Privatschule ist der „Montessori-Verein Dorsten/Lembeck e. V.“. Mitte 2010 genehmigte der Regierungspräsident eine Montessori-Realschule, die mit 18 Schülerinnen (5. Klasse) nach den Schulferien 2010 ihren Lehrbetrieb vorerst in Räumen an der Köhl Straße in Alt-Wulfen bezogen hat. Bisher gibt es dort eine fünfte und eine sechste Klasse, die in der Orientierungsstufe auch noch jahrgangs-übergreifend unterrichtet werden. Auf dem alten Freibadgelände an der Bismarckstraße begann 2011 der Neubau eines behindertengerechten Montessori-Campus mit Grund- und Realschule, OGS-Bereich, einer Mensa und Fachräumen. Dann soll auch jede Form von Inklusion möglich sein.


Siehe auch:
Schulen


Quellen (Auswahl):
Josef Heinen in „700 Jahre Dorsten“, Dorsten 1951. – Dr. Wiedenhöfer „Aus der Geschichte des Gymnasium Petrinum zu Dorsten 1642-1924“, Dorsten 1924. – Gymnasium Petrinum (Hg.) „Festschrift des Gymnasium Petrinum zu Dorsten 1642-1992“, Dorsten 1992. – P. Heribert Griesenbrock „500 Jahre Franziskaner in Dorsten 1488-1988“, Dorsten 1988. – Stadt Dorsten (Hg.) „150 Jahre Berufliche Schulen der Stadt Dorsten 1830-1980“, Dorsten 1980. – M. Maria Victoria Hopmann OSU „Geschichte des Ursulinenklosters in Dorsten“, Münster 1949. – Ursulinenkloster (Hg.) „St. Ursula Dorsten. Das Kloster und seine Schulen von der Gründung bis zur Gegenwart“, Dorsten 1982. – Prof. Dr. Julius Evelt „Beiträge zur Geschichte der Stadt Dorsten und ihrer Nachbarschaft“ in „Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Westfalens“, Münster, 1863/64, 1866.

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