Einhaus und Funke

Lehrerdynastie begründete in Hervest den Schulunterricht

Die Lehrer und Küster der Paulusschule in Hervest entstammen in der frühesten Zeit der Schule alle der Familie Einhaus gent. Alte Köster. Aus dieser Familie wird um 1700 ein Johann Bernhard zwar als Küster aber ohne Hinweis auf eine Lehrerfunktion genannt. Es ist aber zu vermuten, dass er als Küster auch Lehrer war, weil diese beiden Ämter in jener Zeit miteinander verbunden waren. Nur in wenigen Fällen warn die Lehrer Handwerker. Jener Einhaus gent. Alte Köster starb 1746.

Der Beruf blieb in der Familie

Sein Nachfolger im Amt war sein Sohn Johann Heinrich Einhaus, der 1697 geboren wurde und sich 1727 mit Anna Christina Elisabeth Schulte-Tenderich verheiratete. Er starb 1750. Dessen Sohn Franz Bernhard Einhaus, geboren 1730, war ebenfalls Lehrer und starb 1782. Belegt ist, dass er 1750 von Graf von Merveldt zum Lehrer vorgeschlagen und vom Bischof von Münster 1752 bestätigt wurde. Ihm folgte als letzter Lehrer der Einhaus-Familie Gottfried Einhaus. Wann und wo dieser geboren ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Vielleicht stammt er aus einer Nebenlinie der Familie. Er heiratete 1784 Maria Josepha Schulte-Tenderich. Nach seinem Tod zwei Jahre nach der Hochzeit verheiratete sich die Witwe mit dem ersten Hervester Lehrer aus der Familie Funke, Leopold Funke, der vermutlich aus Südlohn stammte, wie ein Vermerk aus dem Hervester Totenbuch dies nahe legt. Funke wurde 1752 geboren und war auch Küster. Im Jahre 1809 hatte er in Hervest 60 Kinder zu unterrichten. Er schickte seinen 1788 geborenen Sohn Ludwig 1812 zur Ausbildung nach Münster. Nach der Lehrerprüfung half er seinem Vater in Hervest als 2. Lehrer und verwaltete mit ihm die Schulstelle bis 1825. In diesem Jahr trat er 73-jährige Leopold Funke in den Ruhestand. Er starb 1838.

Pro Schulkinde 20 Groschen und Jahreszulage von 30 Talern

1825 wurde an der Stelle vor der Kirche, an der die Schule stand, eine neue gebaut, die 312 Taler, 20 Groschen und vier Pfennig kostete. Ludwig Funke hatte 54 Schüler und bekam als Gehalt für jedes Kind 20 Groschen und eine Regierungszulage von 30 Talern im Jahr. Davon musste er seinem Vater eine Leibrente von zehn Talern zahlen. 1828 waren es schon 74 Kinder, die Funke zu betreuen hatte.

Jägerhof Einhaus, Foto: JF

Alle Lehrer der Familie Einhaus und Funke wohnten früher neben der Wirtschaft Einhaus (es gibt auch Hinweise auf andere Standorte, aber immer in der Nähe der Wirtschaft Einhaus). 1838 hatte Hervest 524 Einwohner. Die Schule besuchten 49 Knaben und 42 Mädchen, wovon drei Knaben und zwei Mädchen „Armenkinder“ waren. Ludwig Funke starb 1852. Er war 40 Jahre lang Lehrer in Hervest. Mit ihm endete die Lehrerdynastie Einhaus/Funke in Hervest. Der Schulbetrieb wurde verstärkt gesetzlich geordnet. Es gab keine festen Lehrerfamilien mehr am Ort.

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