Ansorge, Ursula

Erfolgreiche Stadtbeauftragte der Malteser in Dorsten von 1989 bis 2019

Ursula Ansorge managte über 30 Jahre lang den Malteser-Hilfsdient; Foto: Maria Nienhaus

Geboren 1940 in Borken; Stadtbeauftragte des Malteser-Hilfsdienstes in Dorsten. – Ohne Menschen wie sie wäre unsere Gesellschaft ärmer, das Miteinander kälter und vieles unsozialer. Ursula Ansorge, seit 1970 in Dorsten-Östrich, gehört zu jenen, die ihr gesamtes Leben seit ihrem 16. Lebensjahr ehrenamtlich anderen Menschen gewidmet haben – unter dem Dach des 1953 in Münster gegründeten katholischen Malteser-Hilfsdienstes im Caritas-Verband. 1956 trat sie in Borken der Jugendgruppe der Maltester bei. Sie wuchs in einem katholischen Elternhaus mit sieben Geschwistern auf, ging in Borken zur Schule. Die gelernte zahnärztliche Assistentin und Hauswirtschafterin legte nach ihrer Heirat eine Familienpause ein und wurde erst wieder 1987 bei den Maltesern in Dorsten aktiv. Ende März 2019 legte die 78-Jährige aus Altersgründen alle Ämter nieder. – 1989 wurde Ursula Ansorge zur Stadtbeauftragten des Malteser-Hilfsdienstes für Dorsten ernannt, ist seit 1992 Helfervertreter im Diözesanvorstand und somit „Sprachrohr und Vermittlerin aller ehrenamtlicher Helfer, die mit ihren Sorgen und Nöten zu mir kommen“. Als Malteser-Stadtbeauftragte richtete sie peau à peau neben der bereits bestehenden Erste-Hilfe und den Katastrophenschutz Schwesternhelferinnenkurse ein. Von den Hunderten Telnehmerinnen, die in Laufe der Jahre diese Kurse besuchten, blieben etliche als Helferinnen bei den Maltesern.
1994 gründete sie den „Rollstuhlfahrer-Treff“ im Caritas-Haus und andere Treffen im Gemeindehaus an der Vehme. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren neben den sozialen Diensten vor allem Begleitdienste, Besuche von Kranken in Krankenhäusern. Zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen Caritas-Vorsitzenden Uwe Gorski gründete sie 1999 den „Ambulanten Hospizdienst“, der sich bis heute um Kranke und Sterbende und deren Angehörigen kümmert. 2008 konnte in Zusammenarbeit mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus die palliative Spes-Viva-Station ihre Arbeit aufnehmen. Inzwischen koordiniert ein Netzwerk des ambulanten Hospitzdienstes die vielfältigen Anforderungen.

Vom Papst in Rom mit Handschlag begrüßt

Alle zwei bis drei Jahre organisierte Ursula Ansorge Behindertenwallfahrten. Bereits sechsmal besuchten die Behinderten Rom und wurden auch von Papst Johannes Paul II. und dann auch von Papst Benedikt (Foto) sogar mit Handschlag begrüßt. 1990 gingen die Dorstener Malteser eine Partnerschaft mit der Bergarbeiterstadt Baia Mare im Nordwesten von Rumänien ein und schickten auch gleich einen Hilfstransport dorthin. Seither gibt es jährlich ein Jugendtreffen. 1990 ging der erste Hilfstransport dorthin. 1998/99 waren auch die Dorstener Malteser in die Flüchtlingsarbeit der Kosovo-Flüchtlinge (Balkankrieg) stark eingebunden und unterhielten in Hamm eine Unterkunft. Auch 1995 und die Jahre danach halfen die Maltester beim Flüchtlingszustrom. – Ursula Ansorge war den Menschen, die Hilfe brauchten – und das waren und sind nicht wenige – in den Jahrzehnten immer auch persönlich eine hilfreiche Stütze und für die Gemeinschaft der Helfenden ein großes organisatorisches Talent. Dafür wurde sie auch ausgezeichnet. Nicht nur von den Maltesern u. a. mit der Verdienstplakette in Silber, sondern auch mit dem Heinrich-Brüggemann-Preis der Kreis-CDU (1998), dem NRW-Landesorden (1999) und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2013). – Ursula Ansorge trat Ende März 2019 als Stadtbeauftragte der Malteser aus Altersgründen zurück. Andrea Schreiber übernahm als Stadtbeauftragte kommissarisch die Nachfolge.

Siehe auch: Uwe Gorski
Siehe auch: Spes Viva
Siehe auch: Hospiz
Siehe auch: Malteser-Hilfdienst

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