Boden, Dieter

International anerkannter UN-Konfliktschlichter im Kaukasus

Geboren 1941 in Dessau; Botschafter a. D. – Was ihn mit Dorsten verbindet, wo einer seiner Brüder wohnt, ist vor allem sein Vater Rudolf Boden, der in der Lippestadt als Redakteur arbeitete und durch sein Engagement für Kunst uns Künstler noch vielen in guter Erinnerung ist. Dr. Dieter Boden erlangte als Diplomat internationalen Ruf, den er als Konfliktschlichter und Leiter der UN-Friedensmission erworben hatte. Er war Sondergesandter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen und Leiter der Friedensmission UNOMIG in Georgien. Sein Friedensplan erlangte als „Boden’s Document“ internationale Bekanntheit, um den Konflikt mit Abchasien zu lösen. Heute lebt Dieter Boden im Un-Ruhestand in Potsdam und engagiert sich, wie es sein Vater getan hat, auch kulturell. 777-b-boden-dr-dieterDieter Boden ging auf das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Marl, machte dort – zusammen mit dem späteren Grüne-Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele – 1960 Abitur, studierte Philologie und Politische Wissenschaften in Münster und Hamburg, wo er 1967 in slawischer Philologie promovierte. 1969 trat er ins Auswärtige Amt ein und bekleidete bis 1987 verschiedene Positionen in politischen Abteilungen des Außenamtes und in diplomatischen Vertretungen in Moskau, Leningrad/St. Petersburg (Generalkonsul), Antanarivo/Madagaskar (stellvertr. Botschafter) und Rom. 1987 war er als politischer Berater im Bundestag tätig, wurde 1989 stellvertretender Leiter der deutschen Delegation bei den Verhandlungen für die Abrüstung der konventionellen Streitkräfte (KSE) in Wien. 1992 leitete er die Abteilung für nukleare Abrüstung (MFA) und 1995/96 die OSZE-Mission in Georgien. Danach ging er für drei Jahre als Generalkonsul der Bundesrepublik nach St. Petersburg bevor Boden 1999 Sondergesandter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen und Leiter der Friedensmission UNOMIG in Georgien wurde. Von 2002 bis zur Pensionierung 2005 vertrat er die Bundesrepublik Deutschland als Botschafter bei der OSZE in Wien.

Als Wahlbeobachter in Moldawien

Mit dem Staatsdienst endete aber keineswegs sein berufliches Engagement. Seine weltweit anerkannten Erfahrungen auf dem Gebiet der Konfliktlösungen in Krisenregionen stellt er immer wieder andern zur Verfügung, so auch von 2006 bis 2007 als praxisorientierter Lehrbeauftragter am Institut für internationale Beziehungen an der Universität Potsdam. 2007/08 übernahm er die Leitung der OSZE-Wahlbeobachter in Moldawien und Georgien und war 2009/10 hochrangiger politischer Berater der Regierung von Kasachstan in OSZE-Angelegenheiten. Auf Einladung von politischen Vereinigungen, Universitäten, internationalen Organisationen und Colloquien hält Dr. Dieter Boden Vorträge über die politischen Verhältnisse in Zentralasien und im Südkaukasus, nimmt an internationalen wissenschaftlichen Foren teil und veröffentlicht politische Aufsätze sowie literarische Themen in renommierten Fachzeitschriften und Büchern. 1992 erschien in München sein Taschenbuch „Die Deutschen in der russischen und sowjetischen Literatur“. Bis 2011 war er Vorsitzender der anlässlich des 150. Todestags Puschkins 1987 gegründeten Deutschen Puschkin-Gesellschaft. Die „School of Political Studies“ in Tiflis verlieh ihm die Ehrendoktor-Würde. Zum Foto: Dieter Boden im Gespräch mit dem Schulleiter des Marler Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Schulte-Ebbert, 2010; Foto entnommen der Homepage der Schule.

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