Sozialdemokratische Partei Deutschlands

In der Nachkriegszeit paktierte die Partei mit den Kommunisten

Zukunftsweisend andeutend: Willy-Brandt-Haus Berlin; Foto: Wolf Stegemann

Zukunftsweisend hindeutend: Willy-Brandt-Haus Berlin; Foto: Wolf Stegemann

Wolf Stegemann. Die Partei rief und wenige kamen. „125 Jahre SPD in Holsterhausen“ hieß das Schlagwort, mit dem der SPD-Ortsverein Holsterhausen im Juni 2019 Parteimitglieder und Gäste zu Kaffee und Kuchen sowie Grillwürstchen eingeladen hatte. Die beiden regionalen SPD-Parlamentarier Michael Gerdes (Bundestag) und Michael Hübner (Landtag) sagten ihr Erscheinen schon vorab zu. Vielleicht mag es auch am heißen Wetter dieser Tage gelegen haben, dass – gemessen an dem Ereignis und der Mitgliederzahlen der Dorstern SPD-Ortsvereine – nur eine „Handvoll“ kamen, darunter natürlich besuchspflichtige Parteifunktionäre aus dem Rat und der Stadt. Wer aber erwartete, dass irgendeiner, vielleicht der Ortsvereinsvorsitzende kurz über den Grund der Einladung spricht und einen  Rückblick über die 125 Jahre SPD in Holsterhausen mit dem politischen Auf und Ab beispielsweise der 1920er-Jahre gab, wurde enttäuscht. Über den Grund der Zusammenkunft wurde kein Wort gesprochen. Lediglich wurden von Gerdes und Hübner einige Genossen und  Genossinnen wegen ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zur SPD mit Urkunden ausgezeichnet und ein junger Mann von etwa 18 oder 20 Jahren als Zukunft der Partei vorgestellt, der gerade erst in die Partei eingetreten war. Dann gab es Kaffee und Kuchen und anschließend Grillwürstchen. Das war’s.

Waghalsige Interpretationen über Sozialdemokratie vor 125 Jahren

125 Jahre SPD in Holsterhausen? Ist es denn wirklich möglich, dass sich 1894 in der kleinen streng katholischen bäuerlichen Gemeinde Holsterhausen mit gerade rund 460 Einwohnern sich eine SPD-Partei gegründet hatte? Wohl kaum. Die Holsterhausener Zeche „Baldur“ wurde erst 1906 in Betrieb genommen. Wer in der Lokalliteratur nachliest, wie es denn gegen Ende des 19. Jahrhunderts war, wird bezüglich der Gründungsdaten der SPD nicht schlauer. Allgemein gesagt: Vor allem in Dorstener Schriften der SPD über ihre Partei fällt auf, dass die Autoren oft die Begriffe verwechseln. Und wenn mal irgendwo schwarz auf weiß was steht, auch wenn’s falsch ist, wird es immer wieder ohne Überprüfung der Fakten und der Schlüssigkeit des Veröffentlichten nachgedruckt. Kein Wunder also, wenn der Ortsverein 2019 fälschlicherweise das 125-jährige Bestehen der SPD feierte.

Allzu leichtfertiger im Interpretieren von Begriffen und Ereignissen

Auch die überaus gute Fleißarbeit von Hans Löns, der 1989 eine 140-seitige Dokumentation über „95 Jahre SPD in Holsterhausen 1894-1989“ herausgab, macht diese Begriffsverwirrung deutlich. Sagt der Titel aus, dass die SPD 95 Jahre besteht, so suggeriert es, dass es sich um die Geschichte der Partei handelt. So hat es Löns wohl auch verstanden, obwohl es die Partei in Holsterhausen damals gar nicht gegeben haben konnte. In den einen oder anderen Texten des Heftes rückt man dann von einer Parteigründung 1894 ab und schreibt: „95 Jahre Arbeitnehmerbewegung in unserem Stadtteil“, was allerdings auch nicht stimmt. Im Grußwort schreibt der damalige Bürgermeister Heinz Ritter von „95 Jahre Sozialdemokratie in Holsterhausen“, was auch nicht stimmt. Horst Niggemeier belegt das „Gründungsjahr“ mit der Erstmaligkeit der Nennung von Sozialdemokraten, was auch nicht stimmt. Ähnlich sah es Ministerpräsident Rau in seinem Grußwort. Und der Herausgeber und Autor Hans Löns schreibt in der Einleitung: „95 Jahre sind eine lange Zeit für eine Partei…“ Also doch Gründung? Keinesfalls!

In den landrätlichen Schreiben von 1894 kommt Holsterhausen nicht vor

Warum wird das Jahr 1894 von der SPD in Holsterhausen so hervorgehoben? Das sind zwei landrätliche Schreiben aus diesem Jahr, die weder etwas mit Holsterhausen noch mit der SPD zu tun haben, sondern um eine in der Stadt Dorsten zugezogene Person, die in Sachsen-Anhalt sozialdemokratische Agitation betrieb. Das geht aus einem Schreiben des „Köngl. Landraths-Amts“ Osterburg (heute Sachsen-Anhalt) an den Landrat in Recklinghausen vom 28. April 1894 hervor (Foto nebenstehend): „Dem königlichen Landrathsamt erlaube ich mir, bezüglich des am 31. März 1874 in Arendsee diesseitigen Kreises geborenen und in Dorsten aufhältlichen Militärpflichtigen, Steinmetz Georg Wilhelm Ernst Otto Körner, ergebendst mitzutheilen, daß Genannter gelegentlich der Reichtagswahl 1893 im diesseitigen Kreise die Flugblätter und Wahlzettel für den Sozialdemokraten ausgeben und sich an der Agitation lebhaft betheiligt hat. Der Landrath.“

Daraufhin wies der Recklinghäuser Landrat Graf Merveldt am  22. Mai 1894 an:

„G. R. an den Magistrat zu Dorsten zur gefl. Kenntnisnahme und Überwachung des g. Körner. Über etwa bekannt werdende weitere agitatorische Thätigkeit als Sozialdemokrat ist nun Bericht zu erstatten.“

Dorstens Bürgermeister Bernhard Middendorf bzw. sein Beigeordneter de Weldige schrieb am 28. Mai 1894 an den Recklinghäuser Landrat (siehe Foto unten):

„…Über irgendwelche agitatorische Thätigkeit des g. Körner ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Derselbe wird überwacht werden. … Uebrigens hält sich derselbe vielfach in Bottrop, so auch zur Zeit, auf, wo derselbe in einem Zweiggeschäft seiner hiesigen Arbeitgeber, der Gebr. Krüskemper, Beschäftigung findet.“

In diesem Schriftverkehr um den sozialdemokratisch gesinnten Steinmetz Körner wird Holsterhausen mit keinem Wort erwähnt. Wie auch. Denn er scheint wohl in Dorsten gewohnt zu haben, denn er arbeitete im Steinmetzbetrieb Krüskemper, der in Dorsten  und Bottrop ansässig war. Und es befasste sich mit ihm auch der Dorstener Bürgermeister und nicht der Holsterhausener. Holsterhausen war damals noch eine selbstständige Gemeinde und kam erst 1943 als Stadtteil zu Dorsten. Wo liegt also der Fakt, der 125 Jahre Holsterhausener SPD begründet? Interessant ist noch eine behördliche Rundverfügung  vom 22. September 1893, also bevor Körner Auftauchen nach Dorsten gemeldet wurde, an Behörden, so auch an den Landrat. Die Rundverfügung wurde als „Geheim“ eingestuft und hatte die „Bekämpfung der Sozialdemokratie“ zum Inhalt:

„Landrat! Die Sozialdemokratie hat im dieseitigen Verwaltungsbezirk noch keinen Fuß gefasst. Wenn wirklich mal ein einzelner Sozialdemokrat hier auftaucht, wird derselbe in unauffälliger Weise beschattet. Im Uebrigen sind die hier vorhandenen christlichen Gewerkschaften und der Volksverein für das katholische Deutschland eine tüchtige Gegenwehr gegen die Verbreitung der Sozialdemokratie.“

Damit enden die Archivalien mit Hinweise auf Sozialdemokratie und Sozialdemokraten in Dorsten im Jahr 1894, dem angeblichen Gründungsjahr der SPD Holsterhausen. Holsterhausen wird überhaupt nicht erwähnt. Im Blog der Dorstener Jungsozialisten steht in einer Fortsetzungsgeschichte der Dorstener SPD von 2013, dass die SPD 1894 in der Stadt Dorsten gegründet wurde. Sozialdemokraten tauchen in Archivalien auch nicht in den ersten Jahren nach der Jahrhundertwende auf. Doch immer wieder die unbelegte Behauptung, dass irgendwer eine Urkunde gesehen haben will, die das Jahr 1904 als Gründungsjahr bezeichnet. Die Urkunde soll verlorengegangen sein. Belegt ist aber, dass die Sozialdemokraten bei der  Reichstagswahl 1907 aus Holsterhausen 12 Stimmen bekommen hatten, 133 wählten das katholische Zentrum.

Nach dem 1. Weltkrieg kam die Zeit der SPD in den Bergbaugemeinden

Die große Zeit der Sozialdemokraten beginnt erst nach dem Ersten Weltkrieg. Historiker benennen in der Literatur 1920 als Parteigründungsjahr in den mittlerweile stark angewachsenen Bergarbeitergemeinden Holsterhausen und Hervest-Dorsten. Vorher gab es Wählervereine, Agitationen für Reichstagswahlen, aber keine Partei. Ende 1918 rief in Dorsten der „Sozialdemokratische Wählerverein Dorsten“ zur öffentlichen Kundgebung in das Hotel Escherhaus („Schwarzer Adler“) ein und in den Bergbaugemeinden bildete sich ein „Sozialdemokratischer Verein – Filiale Hervest-Dorsten und Holsterhausen“, der öffentlich zur Frauenversammlung einlud.

1919 der Sozialdemokratische Bezirksverein gegründet

Wahlplakat 1920; Bundesarchiv1919 wurde der „Sozialdemokratische Wahlverein für die Stadt Dorsten und die Gemeinden Hervest und Holsterhausen“ in Holsterhausen gebildet (in der Lokalzeitung unterschiedlich auch „Bezirksverein“ oder „Sozialdemokratischer Verein“ genannt). Zu dessen Vorstand gehörten Buchdruckermeister Fattroth (Dorsten), die Bergleute Massopust, Alex, Pohl (Holsterhausen) und Weber, Rosinski und Hütterath (Hervest-Dorsten), was von einigen SPD-Mitgliedern heute als Gründung des heutigen Stadtverbandes angesehen wird. Vorbehalte sind angebracht. Offiziell wurden Ortsvereine der SPD als Partei in den damals noch selbstständigen Gemeinden Holsterhausen und Hervest-Dorsten erst 1920 gegründet, so Willi Risthaus, der die Geschichte der SPD in Dorsten in den 1980er-Jahren erforschte und dokumentierte.

Viele Sozialdemokraten gingen in die KPD

Viele SPD-Mitglieder und sozialdemokratisch gesinnte Holsterhausener und Hervester wanderten in den 1920er-Jahren zur KPD ab. Schon bald wurden die sozialdemokratischen organisationen wie Arbeiterwohlfahrt (1923), sozialistische Arbeiterjugend „Die Falken“ (SAJ)
und der Arbeiter-Samariterbund gegründet. In der Gaststätte Haus Rose in Hervest hatte die Arbeiterwohlfahrt ein Zimmer als Heim zur Verfügung. Abends fanden Nähkurse statt und die Frauen nähten für Bedürftige, unterstützten deren Familien und besorgten die Wäsche in Krankheitsfällen, betreuten Alte und veranstalteten in den Ferien Zeltlager für Kinder und Jugendliche. Der Arbeitssportbund unterhielt eine Turnabteilung und eine Fußballmannschaft. Die Turner trafen sich in einer Steinbaracke am Standort der heutigen Josefskirche. Zwischen der SPD in Dorsten und den Sozialdemokraten in Gladbeck und Bottrop bestanden enge Verbindungen. Bis 1932 feierte die SPD den 1. Mai mit Ausflügen oder geselligen Zusammenkünften im Haus Rose in Hervest. Dafür mussten die Teilnehmer einen Tag Urlaub bzw. schulfrei nehmen. Ab 1. Mai 1933 wurde der Tag offiziell Feiertag der nationalen Arbeit.

Sozialdemokraten wurden in nationalsozialistischer Zeit verboten

Wahlpklakat 1946

Wahlpklakat 1946

Am 30. Januar 1933 wählte der Reichstag mit Mehrheit Adolf Hitler zum Reichskanzler, nur die SPD stimmte dagegen. Am 15. Januar 1933 hatten die Hervest-Dorstener und am 21. Januar die Holsterhausener SPD ihre letzten Mitgliederversammlungen einberufen. Die Parteizeitung „Volksfreund – Organ der SPD für das nördliche Industriegebiet“ erschien letztmalig Ende Februar 1933 und am 22. Juni erfolgte das Verbot der SPD und ihrer Parteiorganisationen. Funktionäre wurden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Jahrelanger Vorsitzender der Hervester SPD war Karl Dubiel, Gemeinderatsmitglied und gleichzeitig Betriebsratsvorsitzender der Zeche sowie Gerichtsschöffe. Er wurde verhaftet, drei Tage im Kommissariat Holsterhausen festgehalten und dann mit der schikanösen Auflage entlassen, sich täglich dreimal, später einmal bei der Polizei zu melden, natürlich verlor er seinen Arbeitsplatz. Fast alle führenden Sozialdemokraten wurden arbeitslos, KPD-Mitglieder wurden fristlos entlassen und kamen auch länger und häufiger in Konzentrationslager als SPD-Mitglieder. Während einige KPD-Mitglieder nach ihrer Entlassung sich noch konspirativ trafen, regte sich nach 1933 in der SPD kein Widerstand mehr.

Neugründung der Partei nach 1945 – Heute Mitgliederschwund

Wahlplakat 1954

Wahlplakat 1954

Nach 1945 waren Sozialdemokraten und Kommunisten die Männer der ersten Stunde. Unmittelbar nach dem Einmarsch der Amerikaner trafen sich Kommunisten und Sozialdemokraten unter Führung von Gustav Ossa, der vor 1933 KPD-Vorsitzender gewesen war. Im Juli 1945 wurden die SPD-Ortsvereine Hervest-Dorsten, Holsterhausen und der Ortsverein Dorsten wiederbegründet und ein provisorischer Stadtverband unter Gustav Emmerich aus Holsterhausen gebildet. In der ersten Nachkriegszeit gab es etliche Bereiche, in denen SPD und KPD zusammenarbeiteten, wobei die KPD den stärkeren Mitgliederzulauf hatte, doch bei Wahlen geringfügig schwächer war. Die SPD holte gegenüber der KPD auf, weil diese es nicht verstanden hatte, die ihr zuerst zuströmenden Menschen zu halten, die in dieser Partei einen Hoffnungsträger sahen, während vorwiegend junge Menschen in der SPD eine politische Heimat fanden. 1988 gründeten Sozialdemokratinnen unter dem Motto „Mehr Frauen in die Politik“ die „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen“ (AsF). Auf Stadtverbandsebene bildete sich 1996 die Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ für Senioren und Seniorinnen. Der SPD-Kreisverband Recklinghausen zählte Mitte 2011 nur noch 7.800 Mitglieder. In den 1970er-Jahren waren es doppelt so viele, im Jahr 2000 waren es noch 14.000, fünf Jahre später nur noch 10.200 und im Jahr 2008 rund 8.500 Mitglieder. In Dorsten ist der Mitgliederstand, derzeit unter um 200, seit Jahren eingebrochen.

SPD Dorsten will sich verjüngen und grundsätzlich erneuern

Der Parteitag der Dorstener SPD Anfang Dezember 2017 stand unter dem Zeichen der Regierungsbildungskrise in Berlin. Dirk Hartwich (SPD-Rhade) stellte den 39 Delegierten eine Blitzumfrage unter SPD-Mitgliedern vor, die sich mehrheitlich für eine Berliner Minderheitsregierung mit SPD-Duldung aussprachen, keinesfalls für Neuwahlen. Dorstens Vorsitzende des Stadtverbands, Jennifer Schug, beklagte den Mitgliederschwund, dem Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann beschwichtigend widersprach: „Wir haben nicht vor Ort verloren. Wir müssen Klartext reden und keine Beschwichtigungspolitik betreiben.“
Wie auch immer dies bewertet wird, Fakt ist, dass sich der Dorstener SPD-Mitgliederstand  innerhalb der letzten Jahre geschrumpft ist. Die SPD hatte Ende 2017 nur noch 397 Mitglieder, deren Altersdurchschnitt bei 61 Jahren lag. Daher meinte die Stadtverbandsorsitzende, dass sich die SPD „grundlegend erneuern“ müsse – organisatorisch, inhaltlich und personell: „Modernisieren, verjüngen und weiblicher werden.“
Dazu Stefan Diebäcker in der Dorstener Zeitung vom 4. Dezember 2017: „Die Aufbruchstimmung, die ,Jetzt-erst-recht’-Mentalität, die sich Jennifer Schug nach zwei vernichtenden Wahlergebnissen in Bund und Land vielleicht erhoffte, blieb dann doch aus. Irgendwann wirkte die Parteichefin sogar genervt, dass der Kurswechsel beinahe zerpflückt worden wäre und später eher verhalten beklatscht wurde. Erneuerung gefällt halt nicht jedem. Und so hoben manchen Genossen bei der Abstimmung zwar die Hand, hatten die andere aber wohl als Faust geballt in der Tasche.“

Große Koalition 2018 und schlecht abgeschnittene Europawahl 2019

Ob die SPD auf Bundesebene 2018 mit der CDU/CSU wieder eine große Koalition bilden wird, darüber diskutierte die SPD bundesweit heftig. Die SPD-Führung lehnte das vor der Bundestagswahl im September 2017 und nach der Wahl kategorisch mehrmals ab. Die SPD-Führung hatte allerdings im Januar 2018 „ihre Hälse gewendet“ und sich für den Eintritt in die Regierung ausgesprochen und dafür geworben. Ob Gespräche der Bundespartei mit der CDU/CSU aufgenommen werden sollten, entschied der SPD-Bundesparteitag Ende Januar 2018 in Bonn mit 56 Prozent Ja- gegen 44 Prozent Nein-Stimmen. Zu den Nein-Sagern gehörte auch die Dorstener Parteivorsitzende Jennifer Schug, die als einziges Delegationsmitglied aus Dorsten am Abstimmungsparteitag der SPD teilgenommen hatte. Im Stadtverbandsvorstand votierten in einer internen Abstimmung neun Mitglieder gegen die große Koalition aus, acht waren dafür.

Große Koalition 2018 bescherte der Dorstener SPD 22 neue Mitglieder

In Dorsten waren aktuell 407 SPD-Mitglieder aufgerufen, um im März 2018 über eine Große Koalition mit der CDU/CSU abzustimmen. Jedes Mitglied wurde persönlich angeschrieben. Die Debatte um eine Regierungsbeteiligung hat der SPD in Dorsten seit Jahresbeginn 22 neue Mitglieder beschert. Es kam zur Großen Koalition und infolge zu einem weiteren Verlust des sozialdemokratischen Kerns und daher auch zum anhaltenden Wegbleiben ihrer Wählerschaft bei der Europawahl 2019. Auch in Dorsten.


Quellen: Wolf Stegemann „Dorsten nach der Stunde Null“, Dorsten 1986. – Willi Risthaus „Politisch waren wir tot. Bei den Sozialdemokraten regte sich nach 1933 kein Widerstand mehr“ in „Dorsten unterm Hakenkreuz. Der gleichgeschaltete Alltag“, Bd. 3, Dorsten 1995. – Hans Löns „95 Jahre SPD in Holsterhausen 1894-1989“, Dorsten 1989. – DZ vom 4. Dez. 2017. Claudia Engel “Nachagefragt” in DZ vom 23. Jan. 2018. – Hermann Bogdal “Rote Fahnen im Vest”, Band I udn II, KLartext-Verlag 1984.

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