Dauerregen 2016

Volle Keller in Rhade, Erdrutsch in Wulfen, überflutender Schölsbach

Feuerwehr als Tierretter; Foto: Guido Bludau (DZ)

Feuerwehr als Tierretter; Foto: Guido Bludau (DZ)

Sie heißen „Kyrill“, „Ruzica“, „Jeanette“ oder „Susanna“ und bringen Regen, Sturm, Orkane, Hochwasser über das mitteleuropäische Land und hinterlassen oft Tote und eine wüste Zerstörung von Wäldern, Häusern, ganzen Dörfern und Trümmerschneisen in Städten. Am Rosenmontag musste wegen Sturmwarnung der Rosenmontagszug abgesagt werden, auch in vielen anderen Städten. Viele enttäuschte Gesichter. Doch dann zeigte sich das Sturmtief „Ruzica“ doch nicht von seiner stürmischen Seite, sondern pfiff lediglich ein paar Böen und ansonsten mit Windspitzen von 67 km/h undramatisch durch die Stadt. Dennoch: Wer Stürm- und Regenkapriolen in den letzten Jahren verfolgte, der musste feststellen, wenn er in den TV-Nachrichten sah, was Sturm, Schlammlawinen und Regen woanders zerstört haben, dass Dorsten von großen Unwetterheimsuchungen bislang verschont blieb.
Innerhalb kürzester Zeit sorgte ein Unwetter mit Regen und Gewitter am Montagmorgen des 30. Mai in Rhade für insgesamt 17 Einsätze der Feuerwehr. Was mit der Einschätzung „lokal begrenzt“ begann, weitete sich schnell auf den Stadtteil Wulfen aus. Die Kanalisation konnte das Regenwasser nicht mehr aufnehmen. So schoss es aus allen Pumpenschächten und Rohren in die Keller vor allem der Häuser an Hookesweg. Zu Hilfe kamen sie Löschzüge Lembeck, Dorf Hervest und die Hauptwache. Glücklicherweise blieb es bei Sachschäden.  In Barkenberg lösten die Regenfälle einen Erdrutsch aus. In der Nähe des Wohncenters wurde eine Böschung an einer Unterführung weggeschwemmt und ließ einen großen Krater zurück. Der Schlamm blockierte die Wege. Zudem schlug ein Blitz in eine rund 20 Meter hohe Eiche in Wulfen-Barkenberg ein. Die Rinde des Baumes wurde auf einer gesamten Länge regelrecht abgesprengt.
Am Abend ging es weiter. Abermals zog eine Gewitterfront mit Starkregen über Dorsten hinweg. Dieses Mal war aber der südliche Teil der Stadt betroffen mit der Folge: Viele gesperrte Straße wegen Überflutungen. Betroffen waren unter anderem die Marien-, Clemens-August-, Annette-, Friedrich-, Ellerbruch-, Burgsdorf-, Grothues-, Bismarck- und Wasserstraße sowie die Apostelstiege. Keller liefen wieder voll. Insgesamt mussten 20 witterungsbedingte Einsätze in der Zeit von 20 bis 22 Uhr von den Feuerwehren abgearbeitet werden. Personen kamen nicht zu Schaden. Allerdings waren einmal am Hardtberg fünf Pferdeboxen von den Wassermassen bedroht. Ein Supermarkt an der Straße Im Harsewinkel lief knöcheltief voll Wasser und musste schließen. Neben dem Löschzug der Hauptwache, waren Einsatzkräfte aus den Löschzügen Hervest I, Hervest Dorf und der Altstadt im Einsatz (Guido Bludau in DZ vom 31. Mai und Lokal-Kompass vom 1. Juni 2016).

Der sonst harmlose Schölsbach überflutete Straßen, Brücken und Felder

Einigermaßen glimpflich lief auch die Nacht vom 7. auf  den 8. Juni 2016 ab. Doch etliche Dorstener hatten eine schlaflose Nacht. Der Schölsbach überflutete Straßen, Brücken und Felder, das Vieh musste gerettet werden, in Kellern stand das Wasser und strömte auch in Wohnungen, Bahngleise waren überschwemmt und die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Betroffen waren die Gebiete am sonst ruhig dahinfließenden schmalen Schölsbach, in der Feldmark, um Tönsholt, an der Grenzstraße. Durch starke Niederschläge am Nachmittag des 7. Juni war der aus Kirchhellen kommende Schölsbach so stark angestiegen, dass er links und rechts Straßen, Brücken, Felder und Wiesen überflutete. Das Wasser stieg immer höher und drang bereits in Häuser ein. In Kellern stand das Wasser fast meterhoch, in Gartenhäusern schwamm die Einrichtung. Gegen 0.30 Uhr war der Scheitelpunkt erreicht. Neben der hauptamtlichen Feuerwehr waren noch sechs Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr mit über 50 Männern im Einsatz. Hunderte von Sandsäcken wurden vor Häusern schützend aufgetürmt. In der Hauptfeuerwache wurden im Raum des „Stabs für Außergewöhnliche Ereignisse“ die Einsätze der Feuerwehr koordiniert. Die Ostlandstraße und die Grenzstraße wurden gesperrt. Von den Feldern, die unter Wasser standen, mussten die Tiere gerettet werden. Am anderen Morgen war der nächtliche Spuk vorbei. Jetzt hieß es aufräumen. Auch die Züge konnten wieder fahren.

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