Freundeskreis Nicaragua

Trotz der großen Entfernung seit Jahren immer wieder rege Begegnungen

Dorstener Delegation mit Bürgermeister Heinz Ritter (M.) in Waslala 1987

„Möge der Gedanke der  Städtepartnerschaft noch viele Jahre blühen und gedeihen und den Gedanken der Völkerfreundschaft weiterentwickeln.“ – Luis Hervin Ramírez Gutierrez  Bürgermeister von Waslala in einem Grußwort zum 32-jährigen Partnerschaftsjubiläum 2017.

Noch vor dem Beginn der Städtepartnerschaft gegründet

Eintragung ins Goldene Buch 2010

Obwohl die nicaraguanische Stadt Waslala die von Dorsten entfernteste der sechs andern Partnerstädte ist, ist der Dorstener Freundeskreis einer der aktivsten in Dorsten. Zweck des 1984 gegründeten und seit 1986 eingetragenen Vereins „Freundeskreis Nicaragua“ ist die Förderung der Völkerverständigung und der Entwicklung gegenseitiger partnerschaftlicher Hilfe. Die Städtepartnerschaft mit Waslala wurde 1985 vom Rat der Stadt Dorsten verabschiedet und 1986 durch den gegenseitigen Austausch von Urkunden besiegelt. Die Bilanz der Städtepartnerschaft ist seit ihrer Gründung von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Die Bürgerkriegssituation in der Region Waslala bestimmte das Leben der Menschen vor und zu Beginn der Städtepartnerschaft. Waslala war unter der Regierung des Diktators Somozas als Folterzentrum bekannt.

Trotz vieler Rückschläge immer wieder ein Neuanfang in Waslala

Mit Resolutionen des Freundeskreises und der Stadt Dorsten an das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland, die Botschaft und die Regierung Nicaraguas wurden die berechtigten Forderungen der Bauern nach mehr Sicherheit in Waslala unterstützt. Die politische Situation in Waslala war häufig instabil. Dies änderte sich auch nicht nach dem Wechsel des Bürgermeisteramtes (1990) von der FSLN zur konservativen U.N.O. Durch die Kämpfe mit der Contra und den sich später daraus rekrutierenden Banden wurden zahlreiche Menschen entführt (darunter auch der Priester Enrique Blandon und der Sekretär der FSLN Leonel Ortiz) und ermordet. Trotz vieler Rückschläge in der politischen Arbeit und im täglichen Zusammenleben in der Vergangenheit, haben sich aber immer wieder Menschen zu einem Neuanfang bereiterklärt, so dass auch ehemalige Gegner inzwischen zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte betreiben. Diesen Menschen gilt die Unterstützung aus Dorsten.

Patenschaft St. Barbara in Barkenberg und La Inmaculada in Waslala

Hier geht’s nach Waslala; Foto: Gruber

In den  zurückliegenden Jahren hat der Freundeskreis, die Stadt Dorsten und andere Kooperationspartner zahlreiche Projekte in Waslala gefördert wie die Wasserversorgung, Infrastrukturmaßnahmen, Müllentsorgung, Kommunikation (Zeitung, Radio, Internet), Gesundheit, Jugend- und Altenarbeit, Frauenhaus, Kultur und  Bildung sowie ein über drei Jahre konzipiertes Agroforstprojekt. 2002 konnte die Delegation der Stadt Dorsten wesentliche Hilfe bei der Gründung eines Zweckverbandes der Gemeinden in Region Waslala leisten.  Seit dem Besuch mit Egbert Schlotmann 2001 in Waslala gibt es auch eine Patenschaft zwischen der katholischen Gemeinde St. Barbara in Wulfen mit der Parroquia „La Inmaculada“ – Waslala. Von 2006 bis 2009 leisteten für ein Jahr jeweils zwei Jugendliche aus Dorsten ihr freiwilliges soziales Jahr in der Partnerstadt. Seit 2016 unterstützt der Freundeskreis Nicaragua mit Stipendien junge Menschen in ihrer Ausbildung an der Technikerschule und Universität in Waslala.

Begegnungen, Austausch und Hilfe für die Bevölkerung

Trotz der großen Entfernung zur Partnerstadt in Nicaragua kam es zu vielen Begegnungen zwischen den Menschen in Dorsten und Waslala. Es gab regelmäßige Besuche von Mitgliedern des Freundeskreises, der Kirchengemeinde St. Barbara in Wulfen, der Stadtverwaltung, des Rates und der Bürgermeisters der Stadt Dorsten in die nicaraguanischen Partnerstadt. Die Kommunikation mit Waslala konnte mit Hilfe der elektronischen Medien deutlich verbessert werden.

Chor aus Waslala beteiligte sich am „Day of Song“ 2010

BM Ritter mit neuen Freunden 1987 Waslala

Höhepunkte der Städtepartnerschaft waren sicher die Teilnahme der Dorstener Delegation an der Weihe der Kirche La Immacualda durch den Bischof in Waslala (1990), die Vorstellung der Städtepartnerschaft mit Waslala auf dem deutschen Evangelischen Kirchtag in der Dortmunder Westfalenhalle (1991) mit Dietmar Schönherr, Ernesto Cardenal, William Agudelo und Enrique Blandon (Waslala) und einer großen Fotoausstellung, die Teilnahme am Nicaraguatag auf der EXPO 2000 mit der Botschafterin Nicaraguas in Hannover, der Weltjugendtag in Köln, das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Eintragung des Bürgermeisters von Waslala und des Botschafters von Nicaragua in das Goldene Buch der Stadt Dorsten, die Teilnahme eines Chors aus Waslala beim Day of Song 2010, die Fotoausstellung und das 30-jährige Jubiläum in Waslala, das gemeinsam mit dem Stadtrat und vielen Waslalenos gefeiert wurde (2015).

Jährlicher Nicaragua-Rundbrief aus Dorsten

Seit 2014 gibt es eine Facebook-Gruppe, in der alle aktuellen Nachrichten über Waslala und die Städtepartnerschaft veröffentlicht werden. Sie hat inzwischen 2.100 Mitglieder (Waslala-Nicaragua). Die Seite ist weltweit vernetzt. Die Mitglieder kommen aus Nicaragua, Costa Rica, Spanien, Vereinigte Staaten von Amerika, Panama, Mexiko, Guatemala, Indien, Marokko. Aus Deutschland sind 30 Mitglieder dabei. Der Freundeskreis gibt jährlich einen Nicaragua-Rundbrief heraus, in dem viele Informationen stehen. Die aktuelle Ausgabe trägt die Nummer 70.  Mit Stand von 2018 gehören dem Freundeskreis Nicaragua an: Karlheinz Strötzel (1. Sprecher seit 1992), Lutz Engelhard (2. Sprecher), Trinidad Möcklinghoff und Dr. Hans-Udo Schneider sowie Klaus Drabiniok (Schatzmeister).

Siehe auch: Städtepartnerschaften
Siehe auch: Karlheinz Strötzel
Siehe auch: Waslala
Siehe auch: Städtepartnerschaftsbrunnen
Siehe auch: Deutsch-Israelischer Freundeskreis
Siehe auch: Crawley
Siehe auch: Hainichen
Siehe auch: Ernee
Siehe auch: Rybnik
Siehe auch: Hod Hasharon
Siehe auch: Deutsch-Türkischer Freundeskreis
Siehe auch: Dormans

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone