Ela

Unwetter in NRW - Pfingsten kamen Hagel, Gewitter und ein Horror-Sturm

Straße musste geräumt werden

Straße musste geräumt werden

Eigentlich erwartet man am christlichen Pfingsten vom Himmel die Ausschüttung des heiligen Geistes. Pfingstmontag (9. Juni) 2014 kamen Hagel, Regen, Sturm und Verwüstungen vom Himmel. Manche Zeitungen berichteten über diese Heimsuchung namens „Ela“, dass diese schlimmer gewesen sei als der berüchtigte Sturm „Kyrill“, der 2007 über Deutschland fegte. Wie dem auch sei, „Ela“ beschränkte sich weitgehend auf Nordrhein-Westfalen, es gab sechs Tote und mehr als 100 Verletzte. Der Orkan richtete „beispiellose Verwüstungen“ an, so titelte die Süddeutsche Zeitung. Die Bildzeitung berichtete von einem „Horror-Sturm“ mit bis zu einer Geschwindigkeit von 150 km/h. – „Die schwarze Wolkenwand zog gegen 21 Uhr blitzschnell heran, dann schien es, als würde die Welt untergehen. Das Sommer-Unwetter stürzte Rheinland und Ruhrgebiet binnen einer halben Stunde ins Chaos. Tausende Bäume kippten um, begruben Autos unter sich, rissen Oberleitungen herunter und Menschen in den Tod. Es war das schwerste Unwetter in NRW seit dem Orkan „Kyrill“, die Schäden an Autos und Häusern gehen in die zig Millionen!“ In der Nacht des Sturms hatte die Polizei in der Region fast 5.000 Einsätze zu bewältigen gehabt. Tote gab es in Essen, Krefeld, Mülheim und Köln (von Ästen erschlagen). Wegen einer Unwetterwarnung musste in Köln eine Musikveranstaltung vorzeitig beendet werden. Udo Lindenberg und Peter Maffay konnten nicht mehr auftreten. 50.000 Besucher wurden vorzeitig nach Hause geschickt. Nach Berechnungen  des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) hatte „Ela“ in NRW, Hessen und Niedersachsen an privaten Gebäuden und Autos einen Schaden von rund 650 Millionen Euro angerichtet. Der Hauptteil sei auf Nordrhein-Westfalen entfallen. Das NRW-Innenministerium bezifferte den Schaden bei den Kommunen auf 220 Millionen Euro.

Dorsten hatte Glück – hier waren die geringsten Schäden zu verzeichnen

Die „Dorstener Zeitung“ schrieb: „Unwetter hinterließ kaum Schäden – Feuerwehr half in Nachbarstädten.“ Betroffen vom Unwetter war allerdings der gesamte Kreis Recklinghausen mit seinen Städten schon. Doch: „In Dorsten sind die geringsten Schäden zu verzeichnen“, hieß es in einer Stellungnahme des Kreises Recklinghausen. In Dorsten waren vier Löschzüge in Bereitschaft. „In Altendorf-Ulfkotte war ein Baum umgefallen.“ Die Bahnlinien hatten allerdings große Probleme, weil überall woanders Leitungen ausgefallen und Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Der Zugverkehr wurde daher bis auf weiteres eingestellt. In ganz NRW waren 600 Gleiskilometer unbefahrbar, 1.500 Kilometer betroffen. Mehr als 1.000 Bäume mussten von den Gleisen geräumt werden und es entstand ein Stau von 200 Güterzügen. Versicherer schätzen den Schaden der allein an den Bahngleisen verursacht wurde, auf mindestens 100 Millionen Euro. Es entstand ein Stau von 200 Güterzügen.

Im Kreis Recklinghausen waren besonders die StädteRecklinghausen, Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel,Gladbeck und Herten betroffen. Zahlreiche Bahngleise waren blockiert: Essen-Recklinghausen-Münster, Dortmund-Gelsenkirchen, Haltern-Marl-Essen. Auf den Autobahnen im Kreis entstanden Staus bis zu einer Länge von 30 Kilometern. Lärmschutzwände waren teilweise eingeknickt. In Waltrop brach auf dem Marktplatz das Schützenzelt zusammen, die Besucher fanden in Häusern Unterschlupf. Auch in Recklinghausen klappte das Schützenzelt „wie eine Pappschachtel“ zusammen, nachdem rund 200 Gäste es verlassen hatten. In Oer-Erkenschwick fielen Bäume und Äste auf die Straße. Datteln war besonders stark betroffen. Es kam durch herabstürzende Äste zu Stromausfällen, die lange Zeit anhielten. Abgesehen vom Baumschäden kam Marl – wie auch Dorsten – glimpflich  davon.

Anfang Januar 2015 hob das Regionalforstamt Ruhrgebiet die Sperrung der Wälder wieder auf und gab die Wege für Besucher frei. Die Aufräumarbeiten dauerten rund sieben Monate. Das Forstamt appellierte allerdings an die Bevölkerung, Wälder weiterhin mit Vorsicht zu betreten und sie bei starkem Wind zu meiden.

Weitere Sturmtiefs, die über Dorsten hinwegfegten: Am 27. Oktober  2013 hatte die Dorstener Feuerwehr 20 Einsätze, als „Christian“ Bäume umknickte und Häuser abdeckte. In Erle gabe es zeitweise keinen Strom, weil Bäume Stromleitungen kappten, und in Schermbeck lagen Bäume kreuz und quer über Straßen. – Am 5. Dezember 2013 verhinderte „Xaver“ den Dorstener Nikolausmarkt, – Das Sturmtief „Zeyko“ rihtete am 25. Juli 2015 Schaden an: Bäume fielen auf Straßen, Däche udn Bagngleise. 18-mal rückte die Feuerwehr aus. Das Sturmtief „Thomas“ fegte am 24. Februar 2017 über die Stadt, hat aber nur wenig Schaden angerichtet. Starke Sturmböen knickten Bäume um, die Radwege und Straße blockierten, Dachziegel flogen von den Häusern. Insgesamt musste die Feuerwehr 15-mal ausrücken und Bäume zersägen.

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