Bahnhöfe, Zustand 2021

VRR untersuchte Wetterschutz, Barrierefreiheit, Sitzplätze, Schmutz u. a.

Der Hauptbahnhhof Dorsten wird 2021 umgebaut

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat wieder einmal untersucht, wie die 294 Bahnhöfe in seinem Bereich ausgestattet sind: funktionierende Fahrgastinformationen, Sitzgelegenheiten, Wetterschutz, Barrierefreiheit, Graffiti-Schmierereien. Im Bewertungssystem konnten Bahnhöfe und Haltestationen als „ausgezeichnet“, „ordentlich“, „entwicklungsbedürftig“ und „nicht tolerierbar“ eingestuft werden. Wie der VRR im März 2021 bekanntgab, fielen die Bewertungen bei rund 60 Prozent aller Haltepunkte eher negativ aus: Die VRR-Profitester stuften sie als „entwicklungsbedürftig“ bzw. „nicht tolerierbar“ ein. Wobei das letzte, vernichtende Urteil nur auf 15 der getesteten Haltestationen zutraf. Nur 23 gelten als „ausgezeichnet“.

Dorstener Bahnhöfe zwischen „ordentlich“ und „nicht tolerierbar“

Der Dorstener Hauptbahnhof bekam das Prädikat „ordentlich“, in Deuten (Foto) sehen die Tester noch Entwicklungsbedarf. Immerhin gibt es für beide Umbaupläne, deren Verwirklichung in Dorsten bereits begonnen hat. Aber während die Barrierefreiheit am Hauptbahnhof „ordentlich“ sei, halten die Tester die Behindertentauglichkeit des Bahnhofs Deuten für „nicht tolerierbar“. „Ordentlich“ wurde auch der Bahnhof Rhade eingestuft, der ein „ausgezeichnet“ für Barrierefreiheit und Fahrgast-Info bekam und den Prüfern eine ordentliche Aufenthaltsqualität bot. Entwicklungsbedarf konstatieren die Tester für die Stationen Hervest, Wulfen und Lembeck, bei denen vor allem „nicht tolerierbare“ Hindernisse für behinderte Fahrgäste zur Abwertung führten. Während sich Lembeck und Wulfen in Sachen Sauberkeit „ordentlich“ präsentierten, erkannten die Tester in Hervest noch Entwicklungspotenzial. Keinen Nachholbedarf haben die beiden Stationen demnach bei der Fahrgast-Information. Als „ordentlich“ gilt in beiden Fällen die Aufenthaltsqualität. Die Tester haben übrigens nicht mehr unterschieden zwischen Zugangsbereichen und Bahnsteigen, weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Nutzung des Schienengebundenen Personennahverkehrs für jeden Fahrgast bereits an der jeweiligen Ausgangsstation beginnt, genau hier entstehe der erste Eindruck. Der VRR: „Verschmutzte Bahnhöfe und Haltepunkte, defekte Fahrgastinformationssysteme oder fehlende barrierefreie Zuwegungen beispielsweise vermitteln einen negativen Eindruck, der sich auch unmittelbar auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) als Ganzes überträgt.“

Intensive Instandhaltung ist das A und O

Außerdem spielt es bei der Bewertung der Stationen jetzt keine Rolle mehr, in welchen Zuständigkeitsbereich auftretende Mängel fallen. Die Stationen werden ganzheitlich bewertet, denn nicht funktionierende Ausstattungsgegenstände, herumliegender Müll, verschmutzte Böden, Wände und Scheiben, Geruchsbelästigung, Feuchtigkeit, bauliche Schäden und ungepflegtes Grün verleiden die Lust aufs Bahnfahren, unabhängig von Zuständigkeiten, die den Nutzern überwiegend gleichgültig. Hauptansatzpunkt für eine verbesserte Aufenthaltsqualität ist es nach Ansicht des VRR daher, die Stationen intensiv zu reinigen und instand zu halten.

Siehe auch: Bahnhöfe (Artikelübersicht)


Quelle: Gekürzt nach Petra Berkenbusch in DZ vom 18. März 2021

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone