Kohle-Altar

Kohlebrocken diente der Verbundenheit der Kirche mit dem Bergbau

Kohle-Altar in der Kapelle des ev. Gemeindezentrums Heinrichstraße; Fotos: Archiv Biermann

Ein – oder besser gesagt – der Kohlebrocken, der im Abbruchfeld Wulfen des Bergwerks Fürst Leopold/Wulfen 1989 zu Tage gefördert wurde, hat 2017 seinen dauerhaften Platz gefunden. Der 250 Kilogramm schwere Brocken kehrte zum Bergbau zurück, wo er 28 Jahre zuvor den Weg durch das sakrale Überirdische angetreten hatte. Jetzt ist er Bestandteil des „Leopoldregals“, das der rege Bergbauverein in der früheren Maschinenhalle der Zeche in Hervest errichtet hat. Dieser Kohlebrocken hat Geschichte.

Ausgeliehen 2000 an den Heimatverein Wulfen

Dass überhaupt ein so großes Kohlestück vom Flöz nach oben befördert wurde, ist Ausnahme. Denn die gebrochene Kohle wurde bereits untertage zerstückelt. Da der Gigant wegen seiner Größe nicht auf dem üblichen Weg gefördert werden konnte, wurde er mit aufwändiger Händearbeit über den Wulfener Schacht nach oben gebracht werde, wozu der Zechenchef sein Einverständnis gegeben hatte. Denn der Kohlebrocken sollte als Zeichen der Verbundenheit der Kirche mit dem Bergbau in der neuen Kapelle des evangelischen Martin-Luther-Gemeindezentrums an der Heinrichstraße in Holsterhausen als Altar dienen. Da kam er dann auch hin. Diese Funktion war dem Kohlebrocken allerdings nicht lange beschieden. Denn die Kapelle wurde im Zuge der gesamten Auflösung des Gemeindezentrums an der Heinrichstraße 2008 abgerissen und der Kohlebrocken so lange eingelagert, bis ein neuer Verwendungszweck gefunden wurde. Den fand man so schnell nicht. Allerdings wurde der entweihte Kohle-Altar zwischendurch dem Heimatverein Wulfen 2008 als Leihgabe für dessen Ausstellung „Zurück zur Natur – 50 Jahre Bergbau in Wulfen“ zur Verfügung gestellt. Danach verstaubte der Ex-Kohle-Altar, bis ihn der Bergbauverein als Ausstellungsstück mit Geschichte im „Leopoldregal“ zwischen einen Amboss und einem modernen Technikgerät stellte.

Siehe auch: Verein für Bergbau
Siehe auch; Leopold-Taler
Siehe auch: Bergbau II (Essay)

 

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