Zerbin, Prof. Dr. Daniel

Bekannter Kriminologie-Wissenschaftler, Meistertitel-Boxer, Lokalpolitiker

Geboren 1973 in Gelsenkirchen, aufgewachsen und wohnhaft in Dorsten; Ex-Offizier der Militärpolizei, Ex-Kampfsportler, Kriminalwissenschaftler, Buchautor, Kommunalpolitiker (AfD). – Seit 2017 ist er Professor für Kriminalwissenschaften an der staatlich anerkannten privaten Hochschule Nothern Business School (NBS) in Hamburg, in der er schon seit 2013 lehrt. Im Jahr 2016 trat das frühere FDP-Mitglied (1991 bis 1993), CDU-Mitglied (1998 bis 2016) in die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) ein, ist Sprecher (Vorsitzender) des AfD-Bezirksverbandes Münster und gehört dem Stadtverband Dorsten an. Für die Kommunalwahl 2022 wurde Dr. Daniel Zerbin einstimmig für den Wahlbezirk 71 (Recklinghausen III) zum Direktkandidaten ernannt, zu dem Dorsten, Haltern, Datteln-Ahsen und Marl-Polsum gehören.

Bei Anschlägen in Afghanistan und im Kosovo Beweismittel gesichert

Allein diese Informationen über Daniel Zerbins derzeitigen Tätigkeiten weisen auf ein vielfältiges Leben hin. Nach dem Abitur an der Gesamtschule Wulfen schlug er 1992 die Bundeswehrlaufbahn ein. Insgesamt diente Daniel Zerbin zwölf Jahre lang als Offizier in der deutschen Militärpolizei (Feldjägertruppe der Bundeswehr). Er studierte an der Bundeswehruniversität Betriebspädagogik und an der Hamburger Universität Kriminologie. Beide Studiengänge schloss Zerbin 2002 bzw. 2004 mit Diplom ab.
Während seiner Auslandseinsätze in Afghanistan und im Kosovo war er dafür verantwortlich, Beweismittel an Tatorten zu sichern. „Die Frage, warum jemand kriminell wird, hat mich schon damals interessiert“, sagt Zerbin. In seinen Auslandseinsätzen sammelte er Erfahrungen und kam mit dem islamistischen Terrorismus in Afghanistan in Berührung. Motiviert durch eine kriminalistische Verwendung in der Feldjägertruppe und einer weiteren Tätigkeit als wissenschaftlicher Angestellter bei der Polizei Hamburg, widmete er sich dann vertieft dem Thema des islamitischen Terrorismus im Rahmen eines Promotionsprojektes an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Das von ihm 2017 im Disserta Verlag erschienene Buch (zugleich Dissertationsschrift) „Analyse religiös motivierter Selbstmordattentate am Beispiel der Anschläge der Hamburger Zelle vom 11.09.2001“ spiegelt thematisch diese Ausrichtung wider – zu einem Teil vermischt mit der Lebensgeschichte des Dorstener Autors.
In seiner Diplom-Arbeit hatte sich Zerbin mit den Verbrechen im Zweiten Weltkrieg beschäftigt. „Jede Gesellschaft hat ein gewisses Täterpotential“, sagte damals der Kriminologe, „und der Staat ist kein Garant dafür, dass wir nicht Opfer von Gewalt werden. Und Opfer werden in der Regel diejenigen, die schwach sind und Schwäche zeigen.” Die Kompetenz jener Menschen, meist Frauen, zu stärken war sein Anliegen im VHS-Kurs. Im Seminar hatte er dann wenige, aber effektive Abwehrtechniken vermitteln und den Teilnehmerinnen beibringen können, Gefahrenpunkte besser einzuschätzen.

Bis 2006 aktiver Thai-Boxer mit drei Deutschen Meistertiteln

Vor allem in Dorsten bekannt geworden ist er auch durch seinen Kampfsport, dem Thai-Boxen. Dreimal errang Zerbin einen Deutschen Meistertitel, gab den Boxsport jedoch schon 2006 auf, um mehr Zeit für anderes zu haben. Wie man sich wehrt, darüber referierte er mit dem Kurstitel „Analyse und Abwehr sexueller Übergriffe“ schon 2006 in der Dorstener Volkshochschule.
Nach seiner Verabschiedung als Oberstleutnant aus der Bundeswehr im Jahr 2006 dozierte er ab 2007 an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW und arbeitete selbstständig in der Sicherheitsbranche. 2010 wurde Dr. Zerbin Leiter des Sicherheitsdienstes der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, war von 2011 bis 2013 Wissenschaftlicher Angestellter der Polizei in Hamburg und wurde danach Dozent und 2017 Professor für Kriminalwissenschaften an der NBS-Hochschule in Hamburg. In seiner Antrittsvorlesing sprach Zerbin zum Thema: „Von Hamburg nach New York: Die Genese des Mohamed Atta“. Dabei evaluierte er potenzielle Motive des Attentäters vom 11. September 2001 und Mitglied der sogenannten „Hamburger Zelle“ aus der kriminalwissenschaftlichen Perspektive. Zerbin resümierte, dass Mohamed Atta bis zu den Attentatsvorbereitungen ein normal-menschlich konformes Verhalten aufwies, das das Motiv eines psychopathisch denkenden Serienmörders ausschließe.

Daniel Zerbins Fachbücher

„Analyse religiös motivierter Selbstmordattentate am Beispiel der Anschläge der Hamburger Zelle vom 11.09.2001“, Dissertation, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, erschienen 2017 im Disserta Verlag, 552 Seiten, Taschenbucbformat, bereits in 5. Auflage im Disserta Verlag, 552 Seiten, 54,99 Euro.
Das Phänomen des islamitischen Terrorismus weist seit den 1990er-Jahren eine erschreckende Beständigkeit auf. Spätestens seit dem 11. November 2001 beschäftigt dieses Thema die Öffentlichkeit. Der Tenor der Analysen lautet größtenteils, die Ursachen der Taten seien auf Terrororganisationen zurückzuführen und/oder in der pathologischen Verfassung der Täter zu finden. Religiöse Motive werden a priori ausgeschlossen. Der Islamismus wird vom Islam getrennt und in einer Art moralischer „Bad Bank“ isoliert betrachtet. Die vorliegende Studie entwickelt einen alternativen Blickwinkel, bei dem vom Phänomen des Selbstmordattentates ausgehend, die Täter und ihre Prägung durch ihr religiös-kulturelles Umfeld untersucht werden. Vor dem Hintergrund kriminologischer Theorieansätze wird der 11. November 2001 beispielhaft betrachtet. Die Untersuchung verlagert mit der Benutzung der Allgemeinen Evolutionstheorie bewusst den Schwerpunkt der gegenwärtigen pathogenetischen Theorieansätze auf eine alternative Perspektive, um bisher nicht zur Aufarbeitung dieser Thematik herangezogene Wissensfelder fruchtbar zu machen. Mit dieser Analyse wird der Versuch unternommen, eine kritische Diskussion anzustoßen. Der Autor vermag mit diesem Werk nicht nur seine absolute Kenntnis in Quantität und Qualität verschiedener Wissenschaftsbereich wie bspw. Kriminologie und Pädagogik etc. mit seinen offensichtlich gemachten Erfahrungen zu verweben, sondern diese Erkenntnisse in eindrücklich klarer Art und Weise auch auf einen ganz anderen Horizont einer Evolutionären Analyse zu projizieren.

„Kriminalwissenschaften 1 – Grundstudium“ von Dr. Monika Pientka, Kriminaldirektorin a. D., Norbert Wolf, Leitender Kriminaldirektor, Dr. Daniel Zerbin, Professor für Kriminalwissenschaften (NBS), erschienen 2021 im C. H. Beck Verlag München, 242 Seiten, 25,90 Euro.

„Kriminalwissenschaften 2 – Hauptstudium 1“ von Dr. Monika Pientka (Kriminaldirektorin a. D. und Dr. Daniel Zerbin, Professor für Kriminalwissenschaften, erschienen 2021 im C. H Beck Verlag München, 310 Seiten, 25,90 Euro.

Siehe auch: Landtagswahl NRW 2022
Siehe auch: AfD – Alternative für Deutschlands


Quellen: NBS Northern Business School Hochschule für Management. – VHS-Programm Dorsten 2006. – Information Campusköpfe 2011. – Michael Klein in DZ vom 24. Jan. 2022. – C. H. Beck Verlag München. –  Foto oben: NBS.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone