Vinken, Frank

Pressefotograf mit einem besonderen künstlerischen Duktus - er kann's

800-vinken zeitungsbild

Geboren 1955 in Helmstedt; Fotojournalist und Kunstfotograf. – In der Dorstener Redaktion der WAZ, der er Mitte der 1980er-Jahre als Fotojournalist angehörte, hatte er mitunter keinen leichten Stand. Oft wurden seine Fotos von den Redakteuren arg beschnitten, wie das nun mal in diesem Gewerbe üblich ist. Die Auseinandersetzung zwischen Textern und Fotografen gehört seit jeher zum täglichen Ritual einer Redaktion. Bei Frank Vinken kam die Auseinandersetzung hinzu, ob das Pressefoto vordergründig Informationen oder einen Kunstgehalt übermittelt soll. Für ihn war die Frage immer einfach zu klären: natürlich Kunst. Und wenn wieder einmal ein Bild von den Kollegen beschnitten wurde, um es aus Platzgründen passend zu machen, dann hängte er anderntags das Foto in der Version, wie er es hätte veröffentlichst sehen wollte und wie es dann tatsächlich erschienen ist, nebeneinander an eine von ihm erfundene „Klagewand“ in der WAZ-Redaktion an der Recklinghäuser Straße.

Mit Ausstellungen hat er sich im Ruhrgebiet einen guten Namen gemacht

1979 arbeitete Frank Vinken als Fotograf für das polnische Fernsehen in Warschau, kam 1981 als Pressefotograf zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), war in Dorsten beschäftigt, ging 1987 nach Gelsenkirchen, ist seit 1989 Bild-Redakteur; von 1991 in der WAZ-Lokalredaktion in Essen. Seit 2009 ist er freier Pressefotograf und Autor in Essen.  Der Weg von der schnellen Gebrauchsfotografie hin zur künstlerischen Fotografie manifestiert sich in etlichen Ausstellungen. Dadurch hat sich Frank Vinken in der Region einen Namen gemacht: immer wieder in Essen, dann u. a. in Schloss Oberhausen (1984 und 1988), Gelsenkirchen (1990), in Tours (Frankreich, 2001), in Dorsten (2001 und 2007), in Köln (2002). Bücher und Kataloge, die er mit anderen Foto-Künstlern herausgegeben hat, und die über ihn berichten, zeigen seine Foto-Kunst: „Zu heilen, was verwundet ist“ (mit Christel und Michael Schibilsky), „Kinder einer Erde“ (mit Peter Härtling und Michael Albus), „Treibsand“ (mit Albus, Härtling, Neudeck), „Essen, Ansichten einer Stadt“ (Bildredaktion für den Foyer-Verlag Essen), „Gestern war es Arbeit – Über die Romantik im Ruhrgebiet“ (mit A. Mangen und I. Höpping im Klartext-Verlag), „Essen, Kulturhauptstadt Europas 2010“ (im Autorenteam mit C. Voigt, Wulf Mämpel und Valeska Ehlert). Anlässlich der Ausstellung Frank Vinkens 2007 in Dorsten schrieb Anne Ritter in der DZ vom 15. Oktober 2007:

„Die Bilder von Frank Vinken gehen weit über einen dokumentarischen Bildjournalismus hinaus, sie sind kunstvoll arrangierte Kunstwerke. Sie zeigen Ereignisse und sind dabei selbst ein Ereignis. So vermag es der Fotograf, in der Mischanlage der Kokerei Zollverein eine fast sakrale Elektrizität aufs Bild zu bannen…“

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone