Broich, Peter

Architekt der „Neuen Stadt Wulfen“ leitet seit 35 Jahren den Kunstverein

W. St. – Geboren 1938 in Merseburg an der Saale; seit 1970 in Dorsten-Wulfen Architekt und Stadtplaner. – Jahrzehntelang fand man seinen Namen, seine Texte und mitunter auch  Schlagzeilen in den Dorstener Zeitungen, wenn es um die Planung und den Bau der „Neuen Stadt Wulfen“ oder um bildende Kunst in Dorsten ging. Zunächst arbeitete Peter Broich von 1965 bis 1967 im Architekturbüro Prof. Eggeling Hannover/Wulfen an einem der Wulfener Wohnungsprojekte, bekannt als „Baugruppe Eggeling“ mit, war anschließend bis 1981 leitend in der Entwicklungsgesellschaft Wulfen tätig und ist seit 1983 Vorsitzender des Dorstener Kunstvereins. Er hat der Kunst im einst bergbaudominierten  Dorsten ihren Stellenwert verschafft. Bis heute. Seine Familie kam 1945 von Schkopau bei Merseburg nach Marl, wo Peter Broich aufwuchs, in Recklinghausen das humanistische Gymnasium besuchte, 1958 das Abitur machte und danach bis 1959 seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr leistete. Sein Vater, Prof. Dr. Dr. Franz Broich, war Leiter der Chemischen Werke Marl-Hüls AG. In Marl lernte Peter Broich auch Ellen Schmidt kennen, die er 1965 heiratete. Da hatte er gerade sein Baupraktikum und Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Hannover mit Diplom beendet. Seine Frau gehörte vor 1975 dem Wulfener Gemeinderat und nach der kommunalen Neugliederung 1975 drei Legislaturperioden lang dem Dorstener Stadtrat an. Sie starb 2002.

Technischer Prokurist der Entwicklungsgesellschaft Wulfen

Peter Broich erklärt die Brunnenplatz-Architektur in Hervest-Dorsten; Foto: Bergbauverein

Beruflich lockte ihn 1965 der Bau der „Neuen Stadt Wulfen“ (Barkenberg) nach Wulfen, das damals noch nicht zu Dorsten gehörte und arbeitete bis 1967 an der Planung der „Baugruppe Eggeling“ mit. Das Ehepaar, das zwei Töchter bekam, hatte schon bald den Gedanken, nach Wulfen umzuziehen. Daher bauten sie in Barkenberg ein Haus und zogen 1970 von Marl nach Wulfen. Von 1967 bis 1981 war Peter Broich in der Entwicklungsgesellschaft Wulfen m.b.H. (EW) tätig, ab 1974 als technischer Prokurist. 1982 ließ er sich als freischaffender Architekt und Stadtplaner nieder. Die Bebauung Kappusstiege, das restaurierte und erweitete Gebäude am Essener Tor, die Fußgängerbrücke vom Bahnhof in die Altstadt (mit A. Steinau) tragen seine Handschrift. Zusammen mit Steinau gewann er die Wettbewerbe „Erweiterung der Altstadt Dorsten“ und „Pfarrheim Rhade“. 1973 war er Gründungsmitglied der „Tennisfreunde Wulfen e.V.“ und 18 Jahre lang deren Vorsitzender. Zur Kunst fühlte er sich schon immer hingezogen. So ist er seit 1983 Vorsitzender des Dorstener Kunstvereins e.V. Ebenfalls seit 1983 gehört er dem Bund deutscher Architekten BDA an. Mehrfach hat er über Planung und Bau der „Neuen Stadt Wulfen“ publiziert.

Und zu guter Letzt auch das: Im Jahr 2015 erschien ein Buch mit dem Titel „Peter Broich“. Autor ist Hans-Joachim Bannier. Doch es handelt sich nicht um den Wulfener Architekten, sondern um eine aromatische Apfelsorte, die Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Vikar Schumacher zu Ramrath bei Grevenbroich (gest. 1864) gezüchtet wurde und seit 1875 auch – vielleicht fälschlicherweise – „Kaiser Wilhelm“ genannt wird, da beide Sorten viele identische Merkmale haben. „Peter Broich“ ist mittelgroß bis groß, variabel kegel- bzw. kastenförmig oder rundlich. Deckfarbe dunkelrot, trüb blutrot, z. T. purpur-rötlich, sonst verwaschen streifig. „Peter Broich ist gegen Schorf und Mehltau relativ widerstandsfähig. Mit ihren leuchtend gefärbten großen Früchten ist sie noch immer ein Hingucker…“ Die Baumschule Erich Neumann und Söhne in Bergheim bei Köln hat die Sorte „Peter Broich“ noch aktuell im Angebot.

Siehe auch: Gründung Barkenberg
Siehe auch: Ellen Broich
Siehe auch: Wulfen-Barkenberg

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