Bronstert, Franz

Maschinenbauer, Rittmeister und ein Künstler der Klassischen Moderne

1895 in Dorsten bis 1967 in Freudenberg/Baden; Ingenieur und Kunstmaler. – Er war der Sohn des Zeichen- und Musiklehrers Bernhard Bronstert und seiner Frau Luise geborene Breil. Nach der Schulentlassung studierte er Maschinenbau in Hagen und nahm zuletzt als Rittmeister am Ersten Weltkrieg teil. Im britischen Kriegsgefangenenlager in Yorkshirer entdeckte er sein künstlerisches Talent, ließ sich nach dem Krieg in Hagen nieder und gründete 1921 zusammen mit Philipp Wörlein, Fritz Fuhrken, Reinhard Hilger und Carry Hause die Künstlergruppe „Der Fels“.

................. Bronstert 1960

Franz Bronstert um 1960

Von Karl Ernst Osthaus, Alfred Kubin und Christian Rohlfs, mit denen er freundschaftliche Kontakte unterhielt, bekam er wichtige künstlerische Impulse, was sich zwischen 1921 und 1927 in einer regen Ausstellungstätigkeiten der „Fels“-Künstler im gesamten Reichsgebiet niederschlug. Künstlerisch entwickelte sich Bronstert vom radikalen Expressionismus der frühen zwanziger Jahre über eine realistische Phase zum „geläuterten Impressionismus“, wie der Künstler es einmal selbst formulierte. Seine Motive fand Bronstert meist in der Natur. Obwohl Bronstert auch in Öl arbeitete, die Zeichnung und andere Techniken beherrschte, gehörte seine Liebe doch dem Aquarell.

Verheiratet war der Künstler mit Maria Regina Hedwig Schlickum, eine weitläufige Verwandte des Landschaftsmalers Carl Schlickum und des Dichters Ferdinand Freiligrath. Als technisch-künstlerisches Mehrfachtalent machte Bronstert in seinem erlernten Beruf Karriere. Er war Inhaber mehrerer nationaler und internationaler Patente und beendete sein Berufsleben als technisches Vorstandsmitglied des VARTA-Konzerns. Danach konzentrierte er sich sofort wieder auf die Malerei, die ihn auch zuvor ständig begleitet hatte. Berufsbedingt wechselte Bronstert öfter den Wohnort. Vom Geburtsort Dorsten über Hagen, Posen, Bissendorf (Wedemark), Frankfurt am Main bis Bad Homburg und Rauenberg (Stadt Freudenberg).

Die Stadt Dorsten richtete Franz Bronstert mehrmals Ausstellungen aus und kaufte auch Werke für die Städtische Kunstsammlung an. Die Bilder zieren heute städtische Büros und Schulen. Werke von ihm befinden sich auch in der Sammlung Schneider, Museum Baden, Solingen; sowie in den Sammlungen des Karl-Ernst-Osthaus-Museums in Hagen; in der Kunstsammlung der Stadt Soest, in der Städtischen Galerie Lüdenscheid, im Stadtmuseum Iserlohn sowie in Privatbesitz.


Siehe auch:
Künstler, bildende


Quelle/Literatur:
Nach Wikipedia-Wiki. Otto Breicha, Franz X. Hofer und Franz T. Czoker: „Der Fels, Künstlergemeinschaft, 1921-1927“, Stiftung Wörlen, Passau 1991; Rolf Jessewitsch und Gerhard Schneider (Hg.): „Expressive Gegenständlichkeit, Schicksale figurativer Malerei und Graphik im 20. Jahrhundert“, Kettler 2001.

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