Soziokulturelles Zentrum „Leo“

Nach Anlaufschwierigkeiten auf dem Zechengelände in Hervest eröffnet

Das ..... im Mai 2016; Foto: Wolf Stegemann

Das Soziokulturelle Zentrum Leo im Mai 2016; Foto: Wolf Stegemann

Das auf dem Zechengelände in Hervest-Dorsten geplante Soziokulturelle Zentrum namens „Leo“ soll die Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) bekommen. Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro. Die Stadt soll daran mit 15 Prozent, die evangelische Kirche mit 32 Prozent, die katholische Kirche mit 12 Prozent und weitere Träger der Jugendhilfe mit fünf Prozent beteiligt sein. Entsprechend dieser Anteile sollen sich künftig auch die Betriebskosten auf die Gesellschafter verteilen. Frühestens 2015 kann das „Leo“-Projekt wegen der dann zu erwartenden EU-Zuschüsse realisiert werden.

Probleme über Probleme, darunter auch selbstgemachte

!!!!-Leo-DSCI0041 (2)

Im Bau befindliche “Leo”, Sept. 2015; Foto: Stegemann

2014 wurden Gerüchte öffentlich, nach denen sich die Kirchen aus dem Projekt zurückgezogen hätten und somit daraus nicht mehr werde. Die Unkenrufe bekamen neue Nahrung, weil sich der Beginn des Bauens immer wieder vezögerte. Dem trat die Stadtspitze im Juli 2014 entgegen: „Leo kommt, nur baulich und organisatorisch leicht abgewandelt.“ Das geänderte Konzept müsse erst noch freigegeben werden. Neuer Baubeginn ist für September 2014 geplant. Das ist höchste Zeit, denn bis Oktober 2015 muss die Maßnahme fertig und mit den Zuschussgebern abgerechnet sein. Das gehört zu den Bedingungen der Förderzusagen für das 1,3 Millionen Euro-Projekt. Eine weitere Irritation entstand durch die gewählte Organisationsform einer gemeinnützigen GmbH, auf das sich die Kirchen nicht einlassen wollen. Dennoch, so die Stadt, werden sie sich personell mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit beteiligen. Sagte ein Beteiligter: „Es wäre schon ein Wunder, wenn diese Baumaßnahme klappen würde, bei der die Stadt Dorsten federführend beteiligt ist!“

Mitte 2014 meldete sich die SPD-Fraktion im Rat der zu Wort. Deren Vertreter Dirk Schult meinte gegenüber der „Dorstener Zeitung“ (9. Juli 2014): „Als eines der Leuchtturmprojekte der ,Sozialen Stadt’ angedacht, muss man inzwischen ernsthaft bangen, dass es ein Rohrkrepierer werden könnte.“ Zu dieser Einschätzung gelangte er, weil die Inhaltliche Konzeption immer wieder geändert werde und beispielweise der Bergbau-Verein in Herzest sowie die Mitsprache von Jugendlichen, für die dieses Projekt entstehen soll, nicht beteiligt bzw. ausgebremst werde. Zudem habe die Bezirksregierung in Münster eine teurere Klinkerfassade vorgeschrieben. Die Mehrkosten müssten nun an andere Stelle eingespart werden. „Was nutzt am Ende die schönste Fassade, wenn die eigentliche Idee und die Inhalte auf der Strecke bleiben?“ zitiert die DZ die SPD-Kritik.

Grundsteinlegung September 2014, Schlüsselübergabe Dezember 2015

Ende September 2014 konnte dann doch der Grundstein für das soziokulturelle Zentzrum gelegt werden. Allein das Gebäude wird 1,5 Millionen Euro kosten, die Außenflächen noch einmal eine halbe Millionen. Architekten sind Axel Steiner und Christian Löer. – Die „Dorstener Zeitung“ meldete im Oktober 2015: „Leo geht in die Zielgerade“. Im Dezember fand die Schlüsselübergabe statt. Kooperationspartner dieser öffentlichen Einrichtung sind die Stadt Dorsten, der Verband Evangelischer Kirchengemeinden, die Kirchengemeinde St. Josef und der Dorstener Bergbauverein. Somit dient das Haus nach Fertigstellung nicht nur der Kinder- und Jugendarbeit, sondern ist auch Vereinen und Verbänden aus dem Ortsteil Hervest offen.

Eröffnung 2016

Am 29. Februar 2016 wurde es festlich und mit einer kostenlosen Veranstaltungswoche eröffnet. Das Zentrum ist in drei große Bereiche gegliedert: Offner Jugendbereich mit dem „Café Leo“, geschlossenen Jugendbereich mit Werkraum, Proberaum für Musiker und Bürgerbereich mit Aufenthaltsraum, der von Gruppen, Vereinen und Schülern genutzt werden kann. Zur Eröffnung spielten Bands und die Medienpädagogin Sabine Bornemann zeigte Fotos über „Hervest im Wandel“. Die Eröffnungswoche setzte sich fort mit Kursen zur Computer- und Internetschulung, einer Entdeckungsrallye für Kinder, einem Treffen der Seniorennetzwerkgruppe und des Bergbauvereins sowie mit einer Zaubershow des Magierclowns Liar. Des Weiteren traten auf die Bands „Bizzy Beats“, „Gold Roger“, der Rapkünstler „2Seiten“ und der Musikkabarettist Matthias Reuter. – Leiter des „Leo“ ist Christian Joswig. Ihm zu Seite stehen u. a. die Sozialarbeiter Dennis Ulrich und Meyem Ebeling. Kooperationspartner ist der Pastoralreferent der Gemeinde St. Josef, Kai Karczikowski.


Quellen:
Ute Hildebrand-Schute: „Das ,Leo’ bekommt eine GmbH“ in der WAZ vom 10. Februar 2012. – Klaus-Dieter Krause „Das Leo wird neu und bunt erstrahlen“ in der DZ vom 14. März 2012 und „Leo hockt in den Startlöchern“ vom 2. Juli 2014. – „Bleiben ,Leo’-Inhalte auf der Strecke?“ in der DZ vom 9. Juli 2014.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone