Soziale Stadt Hervest

Den Stadtteil lebens- und liebenswerter machen

Straße "Im Harsewinkel" 2011

Straße “Im Harsewinkel” 2011

Das Projekt „Soziale Stad Hervest“ ist Teil des Bund-Land-Förderprogramms Soziale Stadt, bei dem zusätzlich auch Gelder der Europäischen Union und Eigenmittel der Stadt Dorsten zum Einsatz kommen. Im Rahmen der integrierten Stadterneuerung kam und kommt es zu zahlreichen Aufwertungsmaßnahmen im Projektgebiet. Dies umfasst wesentliche Teile des Stadtteils Hervest. Die Maßnahmen betreffen sowohl bauliche als auch verschiedene soziale Lebensbereiche. Es handelt sich um die Felder Städtebau und Wohnen, Grün- und Freiraum, Straßenbau und Verkehr, lokale Ökonomie, soziale und kulturelle Infrastruktur sowie Stadtteilmanagement. Das Projekt „Soziale Stad Hervest“ basiert auf dem im Jahr 2008 erstellten integrierten Handlungskonzept und befindet sich seit 2010 in der praktischen Umsetzung. Neben den öffentlichen Geldern kommt es im Umfeld des Projekts auch zu erheblichen privaten Investitionen an Immobilien, FReiflächen und bei UNternehmen. Die staatlichen Fördergelder betragen 30 Millionen Euro.

Die Bewilligung des Landes für diese Förderung war dann auch der Startschuss für das von der Stadt eingesetzte Team unter Leitung von Joachim Thiehoff, konkrete Projekte zu entwickeln, damit Hervest in den nächsten Jahren liebens- und lebenswerter wird. Dafür wechselte Joachim Thiehoff vom Stadtteilbüro Wulfen-Barkenberg ins neu errichtete Stadtteilbüro Hervest. Vier Gruppen sollen maßgeblich die „Soziale Stadt Hervest“ mitgestalten: Bürger, Ehrenamtliche in Vereinen, Verwaltungsfachleute und das Stadtteilbüro selbst. So soll ein neues Jugendzentrum entstehen, die Ellerbruchsiedlung soll modernisiert und Grünflächen aufgewertet werden.

Die Straße "Im Harsewinkel" 2014; viele Leerstände; Foto: Wolf Stegemann

Die Straße “Im Harsewinkel” 2014; viele Leerstände; Foto: Wolf Stegemann

Zuwendungen aus dem NRW-Stadterneuerungsprogramm

Für die „Soziale Stadt“ bewilligte die Bezirksregierung Münster im Januar 2012 eine  Zuwendung in Höhe von 3,932 Millionen Euro aus Mitteln des Stadterneuerungsprogramms des Landes NRW. Damit und aus Bundesmitteln soll das integrierte Handlungskonzept für den Stadtteil Hervest weiter umgesetzt werden (Grün- und Wegeverbindung, Stadtteilplatz auf den Zechengelände, Aufwertung vorhandener Plätze, Schaffung von „Mehrgenerationen-Kommunikationsorten“ und Jugendtreffpunkten, Neugestaltung von Schulhöfen, Umgestaltung der Halterner Straße und Aufwertung der Straße „Im Harsewinkel“). Am Brunnenplatz soll ein Kultur- und Begegnungszentrum in Kooperationsgemeinschaft Stadt Dorsten, Verband evangelischer Kirchengemeinden und Vibawet-Stioftung entstehen, für das die Stiftung Mitte 2014 bereits 40.000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Vivawest ist ein großer Wohnungsanbieter an Rhein und Ruhr.

Insgesamt 31,32 Millionen Euro, zum Großteil Fördermittel, sollen in den Umbau des Ortsteils Hervest-Dorsten und des ehemaligen Zechengeländes fließen. Fast acht Millionen Euro aus dem Stadterneuerungsprogramm (STEP) für die Gestaltung von Grünflächen, Plätzen, Zechenbahntrasse und das Stadtteilzentrum, weitere 1,93 Millionen Euro gibt es für Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte aus dem EU-Sozialfonds, teilweise schon realisiert etwa im Beratungsbüro an der Halterner Straße. Der Löwenanteil von fast 21,4 Millionen Euro wird für die Umgestaltung von Zechen- und Ruhrgasflächen zu einem Gewerbegebiet benötigt. Die RAG will sich mit 1,96 Millionen Euro, Investor Tempelmann (Tedo) mit 0,42 Millionen und der NRW-Straßenbau mit 1,55 Millionen Euro an der Gesamtsumme beteiligen (Stand März 2012). Beginn der Baumaßnahmen soll noch 2012. Das gilt auch für „Das Leo“, dem Stadtteilzentrum auf dem Zechengelände. Für den Neubau sind 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Das auf dem Zechengelände in Hervest-Dorsten geplante soziokulturelle Zentrum namens „Leo“ hat die  Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro. Frühestens 2015 kann das „Leo“-Projekt wegen der dann zu erwartenden EU-Zuschüsse realisiert werden.

Für die Neugestaltung des Umfelds vor dem Hervester Bahnhof (Holzplatz) erhielt die Stadt im September 2015 vom Land 316.000 Euro. Damit beteiligt sich das Land mit 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 395.000 Euro. Laut Planung wird 2016/17 der Wendeplatz zwischen altem Bahnhofsgebäude und Ditib-Moschee modern umgebaut. Der eigentliche Bahnhof – jetzt nur über einen schmalen Fußweg hinter dem Empfangsgebäude erreichbar – erhält eine bessere Anbindung für Fußgänger und Radler sowie an den RVR-Radweg auf der alten Bahntrasse. Eine angrenzende Brachfläche am Rande des noch nicht endgültig ausgebauten Gewerbegebiets „Güterbahnhof“ wird als Aufenthaltsfläche gestaltet. Im Planungspaket enthalten ist auch eine Neuordnung des großen Parkplatzes an der Bismarckstraße und der Bau von neuen Fahrradabstellanlagen. Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller lobte die Dorstener Planung: „Es ist gut investiertes Geld, wenn mit der Förderung nicht nur ein Einzelprojekt umgesetzt werden kann, sondern vielmehr ein Bestandteil eines komplexeren städtebaulichen Zusammenhangs.“

Nominiert für den Städte-Preis „Soziale Stadt“

Als herausragendes Beispiel für „Soziale Stadt“ ist im Februar 2016 die Integrationsarbeit im Kultur- und Begegnungszentrum am Hervester Brunnenplatz für den Städte-Preis „Soziale Stadt“ nominiert worden. Mit diesem werden herausragende Projekte ausgezeichnet, die soziale Aktivitäten in den Stadtquartieren Deutschlands fördert. Verliehen wird der Preis von einer deutschlandweiten Gemeinschaftsinitiative. Hierzu gehören der Arbeiterwohlfahrt-Bundesverband, Der Deutsche Städtetag, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Deutsche Mieterbund und der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Die Preisverleihung findet im Juni 2016 in Berlin statt.


Quelle:
Martin Ahlers „Soziale Stadt wird konkret“ in WAZ vom 29. Februar 2012. – Städtische Website (Aufruf 2015).

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