Dorstener Arbeit

Gemeinnütziges Unternehmen, das Arbeitslose in den Arbeitsmarkt bringt

Dorstener Arbeit eröffnete Bewegungsparcours Nähe Dimker Allee; Foto: Wulfen-Wiki

Dorstener Arbeit eröffnete Bewegungsparcours Nähe Dimker Allee; Foto: Wulfen-Wiki

Dorstener Bürger und Bürgerinnen, Vertreter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und des Caritasverbandes für das Dekanat Dorsten gründeten 1986 die „Aktion Solidarität e. V.:“, die zusammen mit der Stadt Dorsten 1992 die „Dorstener Arbeit gGmbH“ gründeten. Aufgabe ist es, Erwerbslose zu beraten, zu betreuen und zu fördern sowie Jugendlichen ohne Berufsausbildung einen Arbeitsplatz zu geben. Konkrete Arbeitsprojekte schafften Arbeitsplätze: Radwege landespflegerisch aufzuarbeiten, die Landschaft zu erhalten, alte Fahrräder aufzuarbeiten und eine Bewusstseinsänderung im Bereich Erwerbslosigkeit durch gezielte Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen.

Einer der größten Arbeitgeber in Dorsten

Die „Dorstener Arbeit“ entwickelte sich zu einem der größten Arbeitgeber in Dorsten. Ihre 203 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Stand 2004) waren in der Regel ehemalige Arbeitslose. Die Vermittlungsquote zu anderen Unternehmen lag bei 50 Prozent. 2005 wurde die Aktion Solidarität aufgelöst. Schon zwei Jahre zuvor schloss sie ihr Möbellager am Duvenkamp, weil den Beschäftigten wegen erheblicher Kürzung der Mittel für Beschäftigungsprogramme durch das Land und den Kreis gekündigt werden musste.

Die Aufgaben übernahm die „Dorstener Arbeit“ und die ARGE (Arbeitsgemeinschaft zur Wahrnehmung der Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch II; Recklinghausen = Hartz IV). Im gleichen Jahr wurde die ARGE umgetauft in „Vestische Arbeit Dorsten“. Rund 200 Firmen aus der Region kooperierten mit der „Dorstener Arbeit“. 2007 wurde die „Dorstener Arbeit“ für ihr neues Qualitätsmanagement mit einem neuen Zertifikat ausgezeichnet. Das Dorstener Beschäftigungs- und Bildungsunternehmen hatte erfolgreich das neue Qualifikationsmanagementsystem „Job-Coach“ eingeführt. Nur ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin begleitet von A bis Z alle Schritte, die den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit ebnen sollen, wodurch Zuständigkeitswirrwarr vermieden wird.

Dorstener Arbeit rutschte 2012 ins Minus

Die Dorstener Arbeit schloss das Jahr 2012 mit roten Zahlen ab. Die Kürzungen der so genannten „Mittel zur Eingliederung“ bei den Jobcentern schlugen auf die Bildungsträger durch. Für Dorsten sanken sie von rund sechs auf zuletzt zwei Millionen Euro. Abgefedert wurde das durch Mittel aus dem Biwaq-Programm (Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier). Rund 700.000 Euro flossen in Begleitprojekte der „Sozialen Stadt“ in Hervest. Das  Biwaq-Programm läuft nur bis Ende 2014. Daher muss die „Dorstener Arbeit“ neue Betätigungs- und Erwerbsfelder erschließen. Zwar ist das Altkleider-Geschäft zumindest kostendeckend, auch der Umsatz der Kaktus-Läden im Barkenberger Einkaufszentrum hat sich sehr positiv auf den Umsatz ausgewirkt. Geld ist damit aber nicht zu verdienen, außerdem darf der gemeinnützige Träger bei seinen Aktivitäten Unternehmen der freien Wirtschaft keine Konkurrenz machen.

Das selbstgegebene Leitbild der „Dorstener Arbeit“ lautet (Auszüge):

„Die Dorstener Arbeit ist eine gemeinnützige Gesellschaft des KAB Diözesanverbandes Münster und der Stadt Dorsten. Sie berät, qualifiziert und beschäftigt Menschen, um sie in ihrer beruflichen und sozialen Integration zu fördern. Für die Dorstener Arbeit steht der Mensch im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ihr Handeln wird durch gegenseitigen Respekt, Engagement, Teamfähigkeit, Offenheit und Zuverlässigkeit bestimmt. Menschen, die die Hilfe unseres Gemeinwesens benötigen, fördert und stabilisiert sie in ihrer persönlichen Entwicklung und eröffnet ihnen Lebens- und Arbeitsperspektiven. Sie hilft ihnen ein selbständiges Leben, unabhängig von öffentlichen Mitteln, zu führen. … Sie nimmt Arbeitsaufträge an, falls sie dem Gemeinwohl dienen. … Für die Agentur für Arbeit und die Vestische Arbeit – Jobcenter Kreis Recklinghausen ist sie ein verlässlicher Partner bei der Umsetzung arbeitsmarktnaher Projekte mit dem Ziel einer nachhaltigen Vermittlung der zugewiesenen Teilnehmenden“ (Stand 2012).

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