Rother, Hanno

Als „Influencer für Gott“ mischt der Pfarrer soziale Netzwerke auf

Geboren 1971 in Bottrop, aufgewachsen in Dorsten; Pfarrer. – Er wird nach Ostern 2020 die Nachfolge von Pfarrer Paschke an St. Liebfrauen in Recklinghausen antreten. Bis dahin ist er noch Burgkaplan der Jugendburg Gemen. Mit 38 Jahren hat Hanno Rother bereits einen sehr bewegten und für einen Geistlichen nicht alltäglichen Berufsweg hinter sich und gegenwärtig. In Medien – auch in kirchlichen – wird er gerne als „Kirchendude“ genannt, das heißt Kirchenkumpel, oder als „Influencer für Gott“. Denn er spielt bei dem „Online Pen&Paper Rollenspiel“ mit, einer Kooperation von Funk, Rocketbeans und den Kirchen. Somit „mischt Hanno Rother die sozialen Netzwerke auf“, schrieb das Netzwerk „Hallo Borken“ 2018. Stark vereinfacht ausgedrückt ist „Pen & Paper“ eine Mischung aus Gesellschaftsspiel, Erzählung und Improvisationstheater. Die Mitwirkenden schlüpfen in fiktive Rollen und erleben darin eine abenteuerliche Geschichte. Ein Spielleiter moderiert das Stück, setzt den Handlungsrahmen und darf auch Entscheidungen treffen. Die Zuschauer können sich per Live-Chat und Twitter beteiligen. Verlauf und Ausgang des Spiels sind somit nicht vorhersehbar. Die Übertragung des ersten Online-Rollenspiels mit Hanno Rother erreichte im Dezember 2018 live 18.000 junge Menschen in der Altersgruppe zwischen 14 und 20 Jahren. Dazu kamen weitere 700.000, die sich das Stück später bei Youtube anschauten. Diese Quote will der Burgkaplan als Chance nutzen, um den Vorurteilen vieler Jugendlicher und junger Erwachsener gegen die katholische Kirche zu widersprechen: „Ich möchte deutlich machen, dass wir als Christen eine Botschaft haben, dass unsere Werte gut für das Miteinander in der Welt sind.“ Nicht selten wird Hanno Rother  auf der Straße erkannt, wozu sicherlich auch sein wildwüchsiger Bart ein Erkennungsmerkmal ist, und um ein Selfie oder Autogramm gebeten.

Eigentlich wollte er Feuerwehrmann werden

Bereits in seiner Kindheit und Jugend war Hanno Rother aktiv in seiner Heimatgemeinde St. Bonifatius in Dorsten-Holsterhausen. Er war Mitglied zunächst im Kinder- und später im Jugendchor sowie in einer Stimmbildungsgruppe. Zudem engagierte er sich bei den Messdienern und Pfadfindern. Nach dem Abitur am Gymnasium St. Ursula leistete er seinen Zivildienst im Rettungsdienst der Feuerwehr in Dorsten ab. Gerade 18 geworden, trat er noch als Schüler in den Löschzug Holsterhausen ein, dem er immer noch angehört. Damals dachte er noch nicht daran, den Priesterberuf zu ergreifen. Eher den des Feuerwehrmannes. Der Zivildienst als Rettungssanitäter bestärkte ihn. Hanno Rother: „Die kleine Flamme der Osterkerze ist für die Christen ein Sinnbild für die Auferstehung. Feuer kann aber auch Tod und Zerstörung bringen.“ Hanno Rother ist mit beiden Seiten des Elements vertraut. Er ist Geistlicher und noch viel länger Feuerwehrmann. Und mit ganzem Herzen ist er auch beides gleichzeitig: Notfallseelsorger.

Zur Theologie gewechselt – 2011 Priesterweihe

Nach seinem Zivildienst studierte er Bauingenieurswesen mit dem Ziel, Berufsfeuerwehrmann zu werden. Dann wechselte er zur Theologie, studierte zunächst in Aachen, dann in Münster und absolvierte sein Gemeinde- und Diakonatsjahr am Niederrhein. Mit 25 Jahren entdeckte er sein Interesse für den Tauchsport und machte ganz „nebenbei den Surfschein“. Ein weiteres Interessensfeld ist die Fotografie; seine Leidenschaft gehört auch der Feuerwehr. In den Löschzügen Holsterhausen und in Münster ist er ehrenamtlich tätig. 2011 wurde Hanno Rother zum Priester geweiht. Nach Vertretungsstellen in Löningen und Ibbenbüren trat er in St. Mariä Himmelfahrt in Ahaus seine erste Kaplansstelle an. Seit 2015 leitet er als Burgkaplan die Jugendburg Gemen, eine Bildungsstätte des Bistums Münster in Borken. Zudem ist er auch geistlicher Leiter des Diözesanverbands der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Zudem gehört er dem a cappella Gesangsquartett „vier4tel“ an, einer munteren Truppe, die bei Feierlichkeiten auftritt wie Silber- und Goldhochzeiten, Betriebsfesten oder „wenn der Kanarienvogel Namenstag hat“ (Zitat aus seiner Homepage).

Siehe auch: Kath. Geistliche


Quellen: Westfälische Nachrichten vom 26. April 2014. –  „Hallo Borken“ (online) 2018. – Katholische Kirche Bistum Münster, Kreisdekanat Borken vom 25. April 2018 (online). – „Kirche und Leben“ (Münster) vom 12. Nov. 2019.

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