Polizei im „Kreuzfeuer“

Erstmals in Dorsten: Hetzspruch gegen die Polizei an Hauswand in Hervest

Hetzgrafitti an der Halterner Straße in Hervest; Foto: Andrea Schüller

An eine Hauswand an der Halterner Straße wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2020 ein Hetzspruch gegen die Polizei gesprüht. In großen Lettern: „Nur ein toter Bulle ist ein guter Bulle“. Das Gebäude steht am Kreisverkehr gegenüber dem Hellweg-Baumarkt. Wer der Urheber dieser Schmähung ist, ist bislang unbekannt. Die Polizei hat Strafanzeige „in eigener Sache“ gegen Unbekannt erstattet. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. In der Sache geht es um Sachbeschädigung, möglicherweise auch um Delikte wie Beleidigung und Bedrohung. Die endgültige Einschätzung liegt bei der Staatsanwaltschaft. Hass und Hetze gegen die Polizei oder andere staatliche Behörden gibt es immer wieder, vor allem in Sozialen Netzwerken. Dieser Dorstener Fall ist deshalb besonders, weil die Schmähung eben nicht im Internet verbreitet wurde, sondern an einer Hauswand (Quelle: DZ vom 5. Juni 2020).

NRW-Innenminister:  „Null Toleranz“ nach Aggressionen gegen die Polizei

Nach einem Massenauflauf und wiederholten Aggressionen gegen Polizisten und Journalisten in Duisburg-Marxloh will die NRW-Landesregierung den Druck auf Clans erhöhen, die mit „falschen Bewusstsein“ agierten, „sie könnten bestimmen, was auf der Straße passiert“, so Innenminister Reul, und ihr vermeintliches Familienrecht in Deutschland über das Recht des Staates stellen. Im Mai 2020 waren Polizisten in Marxloh von Anwohnern bedrängt worden, als sie einen per Haftbefehl gesuchten 18-Jährigen festnehmen wollten (dpa).

2019 in Nordrhein-Westfalen: 9241 Delikte gegen Polizisten

Im Jahr 2019 hat es nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) 9241 Taten gegen Polizisten in NRW gegeben. In den meisten Fällen (6221) seien es Widerstandshandlungen gewesen. 1907-mal sei es zu tätlichen Angriffen gekommen – ein Anstieg um rund 600 Fälle zum Vorjahr. Insgesamt lag die Zahl der Delikte laut GdP knapp unter Vorjahresniveau. Die Gewerkschaft bezieht sich auf vorläufige und noch unveröffentlichte Zahlen aus einem Lagebild des Landeskriminalamts (LKA). 612-mal kam es demnach zu Bedrohungen, 95-mal zu einfacher Körperverletzung, 276-mal zu schwerer oder gefährlicher Körperverletzung. Die LKA-Statistik zählte 2019 zudem zwei Fälle versuchten Totschlags und zwei Fälle versuchten Mordes an Polizisten. Im April/Mai 2020 hatten mehrere Gewalttaten gegen Polizisten in NRW für Entsetzen gesorgt. Ende April war ein 28 Jahre alter SEK-Beamter von einem Verdächtigen erschossen worden. Wenige Tage später wurde ein ebenfalls 28 Jahre alter Streifenpolizist bei einer Kontrolle in Gevelsberg angeschossen und schwer verletzt. Mitte Mai 2020 wurden zwei Polizeibeamte in einem Supermarkt in Troisdorf attackiert. Einer der Beamten erlitt einen Nasenbeinbruch, der andere einen Rippenbruch (dpa).

Siehe auch: Polizei (Artikel-Übersicht)
Siehe auch: Polizeiwesen I (Essay)
Siehe auch: Polizeiwesen II (Essay)
Siehe auch: Polizeiwesen III
Siehe auch: Polizei-Razzia in Rhade
Siehe auch: Polizei – Bürgerbeschwerden
Siehe auch:
Polizei-Sondereinsatzkommando


Quellen: Im Artikel genannt

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