Markfort, Josef

Emmelkämper war Nachkriegsbürgermeister von Altschermbeck

1902 in Altschermbeck bis 1985 in Dorsten-Holsterhausen, Bürgermeister. – Von 1945 bis 1952 war er Bürgermeister von Altschermbeck, das damals noch zum Amt Hervest-Dorsten gehörte. Von 1945 bis 1969 war er Gemeinderatsmitglied der CDU und Amtsbürgermeister des Amtes Hervest-Dorsten. Er wohnte in der Bauerschaft Emmelkamp, die zu Altschermbeck gehörte. Josef Markfort am 80. GeburtstagBei der kommunalen Gemeindereform im Jahre 1975 kam Altschermbeck zwar zu Schermbeck, die Bauerschaft Emmelkamp aber nach Dorsten und gehört seitdem zum Stadtteil Holsterhausen. 1979 wurde Josef Markfort mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er starb im Alter von 92 Jahren. Josef Markfort geriet in den ersten Nachkriegsjahren für kurze Zeit in Bedrängnis, da er 1938 das am Freudenberg befindliche Grundstück des in die USA ausgewanderten Juden Julius Goldschmidt übernahm. Das auf dem Grundstück stehende „Haus Bertha“, das bis 1935 ein Erholungsheim für Kinder jüdischer Frontsoldaten war, wurde von Nazis in der so genannten „Reichskristallnacht“ im November 1938 abgebrannt. Daraufhin übernahm Markfort das Grundstück ohne Eigentümer zu sein. 1948 schloss der Oberfinanzpräsident von Westfalen (als nunmehriger Eigentümer) mit Markfort einen Pachtvertrag. In einem von den Erben des früheren Eigentümers Julius Goldschmidt in San Francisco angestrengten Wiedergutmachungsverfahren wollten die Erben eine Erstattung des Grundstückswertes. Der Regierungspräsident als „Eigentümer“ des 1938 ins Eigentum übernommenen Grundstücks weigerte sich und zog das Verfahren über zwölf Jahre lang hin. Erst 1960 endete der Streit mit einer Abfindung an die Erben in Höhe von 20.000 DM. Das Grundstück hatte einen in den Akten vermerkten Wert von 140.000 DM.

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