Kriminalfälle 2017/18

Straftaten gesunken – Dennoch Angst vor Kriminalität gestiegen

Immer mehr Menschen in Deutschland haben Angst vor Kriminalität. Mehr als jeder Fünfte fühlte sich 2017 nachts beim Schritt vor die eigene Haustür unsicher – fünf Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor. Das geht aus einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht (MPI) und des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Die Statistik der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) verzeichneten für 2017 folgende Zahlen: Die 5,4 Millionen Delikte stellten den niedrigsten Stand seit 1992 dar. „Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt“, sagte denn auch der Innenminister Seehofer er. Dennoch fühlen sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger nachts in der eigenen Wohngegend unsicher. Menschen mit Migrationshintergrund, und dabei insbesondere solche mit türkischen Wurzeln, sehen höhere Risiken. Fast neun Prozent aller Befragten hielten es für ziemlich oder sehr wahrscheinlich, innerhalb des kommenden Jahres Opfer eines Terroranschlags zu werden. Am wahrscheinlichsten ist es, Opfer von Betrug bei Waren oder Dienstleistungen zu werden oder mit Schadsoftware in Kontakt zu kommen. Das passiert pro Jahr 4,7 beziehungsweise 4,5 Prozent der Menschen. Persönlicher Diebstahl betraf 3,1 Prozent, Opfer von Körperverletzungen waren 3 Prozent der Befragten. 56,5 Prozent der Delikte wurden 2018 aufgeklärt, nach 57,1 Prozent im Jahr davor (Quelle: dpa, 4. Apr. 2019).

Dorsten im Zehnjahres-Tief

In Dorsten sank 2017 die Kriminalität bei fast allen Delikten auf ein so genanntes Zehnjahres-Tief. Die Zahl der Straftaten ging von 4847 in 2016 auf 4805 zurück – so wenig wie nie zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Die Wohnungseinbrüche sanken um zehn Prozent auf 173, lagen damit aber immer noch höher als 2014 mit 151 Einbrüchen. Die Kriminalitätshäufigkeitszahl lag bei 6390. Das ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle, bezogen auf 100.000 Einwohner. Im Kreis Recklinghausen lag sie bei durchschnittlich 7126, in NRW bei 7677. Die Aufklärungsquote stieg in Dorsten von 49,39 auf 52,53 Prozent an. Insbesondere die Straßenkriminalität ging stark zurück, nämlich auf 1245 Fälle. Das hing damit zusammen, dass immer weniger Autos aufgebrochen wurden. Nur noch 236 statt 418 im Vorjahr. Die Zahl der Fahrraddiebstähle stieg um 14 an, lag mit 355 aber immer noch deutlich unter der der Vorjahre. 2012 gab es in Dorsten 885 Fahrraddiebstähle.
Leicht zurück ging die Zahl der Gewaltkriminalität: 162 Fälle, von denen 114 eine schwere oder gefährliche Körperverletzung waren. Sexualdelikte stiegen von 57 im Jahr 2016 auf 60 in 2017. Als Sexualdelikt zählten neuerdings auch verbale sexistische Beleidigungen und leichtes Anfassen. Um 100 gestiegen ist die Zahl der versuchten Betrugsfälle. Denn es gab eine neue Betrugsmasche. Die Täter gaben sich gegenüber ihren Opfern am Telefon als Polizisten aus, forderten sie auf, ihr Eigentum in die sicheren Hände der Polizei zu übergeben. Ein altbekanntes Problem hingegen waren Rauschgiftdelikte. Sie stiegen von 136 auf 174 an.

Straftaten im Jahr 2018 gestiegen

In Dorsten war die Gesamtkriminalität im Jahr 2018 von 4805 Straftaten in 2017 auf 4970 gestiegen. Damit liegt Dorsten auf Platz sechs der elf Städte im Zuständigkeitsbereich der Polizei Recklinghausen. Spitzenreiter sind Recklinghausen mit rund 10.000 registrierten Straftaten sowie Bottrop mit rund 6900 Straftaten. Mit einer Aufklärungsquote von rund 48 Prozent sei fast jede zweite Tat aufgeklärt worden, so die Polizei. Auffällig ist in Dorsten insbesondere der Anstieg bei den Diebstählen (von 1919 auf 2181). Gehäuft haben sich vor allem Diebstähle aus Dienst- und Büroräumen, aus Werkstätten und Fabrikations- und Lagerräumen. Einige dieser Taten könnten auf das Konto einer Bande gehen, von der die Polizei Recklinghausen nach Hinweisen aus der Bevölkerung 2018 einige Mitglieder aus Dorsten festgenommen hat. Bislang konnten den Tätern 19 Geschäfts- oder Büroeinbrüche, drei Wohnungseinbrüche (einer mit Pkw-Diebstahl), sechs weitere Autodiebstähle, zwei Verkehrsunfallfluchten, ein Tankbetrug und zwei Diebstahlsdelikte zugeordnet werden.


Quelle: Michael Klein in DZ vom 8. März 2018

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