Kriminalfälle 2019

Raub, Diebstahl, Körperverletzung, Betrug und immer wieder Gewalt

Vorbemerkung: Die in diesem Lexikon als Einzeleinträge veröffentlichten Kriminalfälle sind hier nicht verzeichnet, auch nicht Sexualdelikte. Dafür gibt es eine eigene Erfassung unter Sexualdelikte. Auch Tötungsdelikte sind gesondert erfasst (Mord und Totschlag). Eine Übersicht aller Artikel ist unter Kriminalfälle anzuklicken. Im Übrigen erhebt diese listenmäßige Erfassung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Räuber zückte die Waffe. Die Überfall-Serie auf Supermärkte in Dorsten geht weiter. Am 6. November gegen 21 Uhr lauerte ein unbekannter Mann zwei Mitarbeiterinnen von Edeka-Supermarkt an der Seikenkapelle am Hinterausgang des Supermarkts auf. Er bedrohte sie mit einer Schusswaffe und versuchte, in das Gebäude zu gelangen, wie die Polizei mitteilte. Da sich die Tür nicht öffnen ließ, flüchtete der Täter in unbekannte Richtung. Verletzt wurde niemand. Der Supermarkt an der Straße An der Seikenkapelle war erst zwei Wochen vorher überfallen worden.

Hardt: Erneut ist ein Supermarkt in Dorsten überfallen worden. Fünf Wochen nach dem Überfall auf den Netto in Wulfen ist erneut ein Dorstener Supermarkt von einem Räuber heimgesucht worden. Ende Oktober 2019 zückte gegen 21 Uhr ein männlicher Täter, 20 bis 30 Jahre alt, im Kassenbereich eines Edeka-Geschäfts eine Schusswaffe und forderte eine Angestellte zur Herausgabe von Bargeld auf. Das Geld steckte er in seine Jackentasche und flüchtete. Das Vorgehen des Täters ähnelte dem bei anderen Überfällen auf Dorstener Supermärkte. Im Mai wurde der dm-Markt an der Händelstraße überfallen, danach zweimal der Rewe an der Händelstraße.

Bewaffneter Raubüberfall auf Imbissbude. Mitte Oktober 2019 überfiel gegen 22 Uhr ein mit einer Maske versehener und mit einer Pistole bewaffneter Mann eine Imbissbude an der Dülmener Straße, drohte mit einer Schusswaffe der Verkäuferin und verlangte Bargeld. Mit seiner Beute flüchtete der etwa 1,65 Meter große Mann.

Mit Ladendiebstählen rückfällig geworden. Es ist gerade einmal sechs Monate her, da ist eine 48-jährige Dorstenerin zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden – sie hatte mehrere Ladendiebstähle begangen. Das harte Urteil hielt die schmächtige Frau aus dem Ortsteil Holsterhausen aber nicht davon ab, nur ein paar Wochen später und damit noch vor dem Haftantritt erneut straffällig zu werden. Für gleich fünf Taten musste sie sich Mitte Oktober 2019 vor dem Schöffengericht verantworten. Manchmal waren es nur Lappalien. Auch wurden bei ihr 1,1 Gramm Heroin und ein Joint gefunden. Mit 21 Jahren begann die Drogenkarriere der Angeklagten, zwischendurch blieb sie 19 Jahre „clean“, wie sie betonte. Vor vier Jahren dann der Rückfall. Ein Gramm Heroin pro Tag benötigte sie fortan. Ihre Drogensucht finanzierte sie seitdem mit dem Verkauf der Beute mit Diebstahls-Serien, die in Dorsten ihresgleichen suchten. So wurde sie schon im Mai 2017 zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, weil sie bei ihren Taten sogar Taschenmesser, Gas- und Schreckschusspistolen dabei hatte. Eine Reststrafe aus diesem Urteil wurde zur Bewährung ausgesetzt. Während der neuerlichen Haftzeit will die Dorstenerin nun einen Entzug machen. Zeit genug dafür hat sie: Das Schöffengericht legte auf das Zwei-Jahres-Urteil vom April weitere 16 Monate drauf, hinzukommen zwei weitere offene Reststrafen, sodass sie wohl erst in vier, fünf Jahren wieder in Freiheit kommt (Quelle: Michael Klein in DZ vom 24. Okt, 2019).

Angriff mit zerschlagener Bierflasche in Holsterhausen. Ein Streit zwischen drei Männern endete Mitte Oktober 2019 auf einem Holsterhausener Parkplatz hinter dem Supermarkt Netto an der Borkener-/Ecke Friedrichstraße blutig. Mehrere Streifen- und Rettungswagen waren um Einsatz. Einer der Männer verletzte die beiden anderen mit einer angeschlagenen Bierflasche. Lebensgefahr bestand aber nicht. Der Täter wurde festgenommen.

Prozess 2019: Verkäufer prellte 2017 zahlreiche Fans von Robbie Williams. Superstar Robbie Williams kam 2017 nach Deutschland, um seine Fans mit der „Heavy Entertainment Show“ in fünf großen Arenen (Düsseldorf, Hannover, Frankfurt, München, Berlin) zu beglücken. Ein Dorstener, Verkäufer von Beruf, nahm diese Tournee des britischen Musikers zum Anlass, ein paar Euro nebenbei verdienen zu wollen. Das brachte ihm im Oktober 2019 einen Prozess vor dem Dorstener Schöffengericht sowie einer achtmonatigen Gefängnisstrafe zur Bewährung ein. Der Angeklagte hatte rund 50 Eintrittskarten für die Robbie-Williams-Tour im Internet gekauft – alle um die 100 Euro teuer, als er sie einkaufte – und nicht bezahlte. Da die Konzertagentur das Ticket-Kontingent für die jeweiligen Käufer limitiert hatte, bestellte der Angeklagte einen Teil der Karten unter dem Namen seiner Oma. Die Tickets versteigerte er im Internet-Auktionshaus „Ebay“ in der Annahme, die Fans würden ihm letztendlich für die Eintrittskarten mehr bezahlen als er selbst ausgeben hatte. Da er die Tickets bei der Konzertagentur nicht bezahlte, waren seine Karten gesperrt und den 20 Robbie Williams-Fans, denen er Karten verkaufte, wurde der Einlass zu den Konzerten verweigert. Die geprellten Kunden erstatten Anzeige. Der Dorstener machte den Schaden bei seinen Kartenbestellern finanziell wieder gut. Sein Gesamtschaden seiner vermeintlichen Gewinn-Aktion bezifferte er vor Gericht mit 3000 bis 4000 Euro. Dazu kam das Urteil mit acht Monaten Gefängnis auf Bewährung (Quelle: Michael Klein in DZ vom 15. Okt. 2019).

15-Jähriger wurde auf Schulweg mit Messer angegriffen. Der Schüler aus Dorsten wurde Ende September 2019 gegen 8 Uhr auf dem Weg zur Schule am Brunsweg in Holsterhausen von drei jungen Männern im Alter von 16 bis 18 Jahren überfallen. Er erlitt einen Messerstich. Wie die Polizei berichtet, wurde der Schüler plötzlich von hinten von jemandem ergriffen und festgehalten, während er auf zwei Personen zuging, die vor ihm standen. Da er zu diesem Zeitpunkt über Kopfhörer Musik hörte, verstand er zunächst nicht, was einer der beiden zu ihm sagte. Plötzlich zog einer von ihnen ein neonfarbenes Messer aus der Hosentasche und hielt es dem 15-Jährigen entgegen. Da der Jugendliche mit einem Angriff rechnete, versuchte er, dem Täter das Messer aus der Hand zu treten. Hierbei erlitt er eine Schnittwunde am Bein. Er musste zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Frau bei Streit schwer verletzt. Ein 29-jähriger Mann aus dem Kreis Wesel ist seit Ende September auf der Flucht. Die Polizei fahndet nach ihm, weil er kurz vor 8 Uhr eine 27-jährige Frau schwer verletzt haben soll. Die beiden waren mit einem Mercedes auf der A 31 unterwegs, als es zum Streit kam, in dessen Verlauf der Mann die junge Frau schwer verletzte. Der Frau gelang es, aus dem Auto zu flüchten. Ein polnischer Lkw-Fahrer entdeckte die verletzte 27-Jährige auf dem Standstreifen der Autobahn in der Nähe des Rastplatzes Lüningskamp. Der 29-Jährige verließ mit seinem Wagen die Autobahn, ließ ihn an der Straße „In der Ewigkeit“ stehen und flüchtete zu Fuß weiter. Die Polizei fahndete nach ihm auch mit einem Hubschrauber.

In der Nähe des Bahnhofs überfallen und beraubt. Ein 54-jähriger Mann ist im September 2019 in der Nähe des Dorstener Bahnhofs überfallen worden. Wie die Polizei berichtete, war der Mann gegen 19.45 Uhr auf der Vestischen Allee unterwegs. Dort hätten ihn plötzlich vier Männer angegriffen. Einer habe ihm von hinten in den Rücken getreten, sodass er gestürzt sei. Als er auf dem Boden lag, zogen die Täter ihm die Geldbörse aus der Gesäßtasche. Mit ihrer Beute flüchteten sie in Richtung Ostwall – zwei zu Fuß, zwei auf einem Fahrrad. Der Haupttäter war etwa 16 bis 20 Jahre alt.

Messerstecher wurde festgenommen. Aufgrund von Zeugenaussagen konnte die Polizei zeitnah in der Nähe von Mercaden einen 30-jährigen Dorstener festnehmen, der im Verdacht stand, den Kaufland-Mitarbeiter am Dienstagmorgen mit einem Messer eine Stichverletzung zugefügt haben soll. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen-

Räuber überfiel Supermarkt in Wulfen. Ein unbekannter 30- bis 35-jähriger Täter „mit dunklen Augenringen“ und Sturmhaube zwang am 18. September gegen 22.15 Uhr mit vorgehaltener Pistole Mitarbeiter des Netto-Markts an der Fritz-Eggeling-Allee, in den Laden zurückzugehen. Dort forderte er Bargeld und verstaute die Beute in einem dunklen Rucksack. Der Täter flüchtete anschließend zu Fuß in unbekannte Richtung. – In Dorsten hat es in jüngster Vergangenheit mehrere Überfälle auf Supermärkte gegeben. Im Mai wurde der dm-Markt an der Händelstraße überfallen, danach zweimal der Rewe in unmittelbarer Nähe. Die Polizei fahndet öffentlich mit Fotos einer Überwachungskamera bislang (Stand Sept. 2019) erfolglos nach einem Tatverdächtigen.

Unbekannter überfällt Tankstelle mit Sturmmaske und Schusswaffe. Mit einer Schusswaffe überfiel Anfang Oktober 2019 ein unbekannter Täter die Tankstelle an der Hervester Straße. Laut Auskunft der Polizei betrat der Mann, der eine Sturmmaske trug, gegen 22.30 Uhr das Gelände der Tankstelle und bedrohte den Mitarbeiter mit einer Schusswaffe. Der Mitarbeiter hatte den Verkaufsraum gerade abschließen wollen. Der Unbekannte forderte Geld aus der Kasse. Mit der Beute flüchtete er. Zur Beschreibung des Täters konnte der Mitarbeiter lediglich angegeben werden, dass er seine Anweisungen in englischer Sprache gab.

Auf der Klosterstraße ausgeraubt. Ein 21-jähriger Dorstener wurde Anfang August 2019 nachts auf der Klosterstraße ausgeraubt. Ein etwa 28- bis 35-jähriger Mann sprach ihn an und stieß ihn zu Boden. Danach zog er dem Dorstener die Geldbörse aus der Gesäßtasche und flüchtete mit der Beute auf einem Fahrrad.

Nach Diebestour zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In unterschiedlichen Konstellationen gingen vier Männer von Sommer 2017 bis Frühjahr 2018 in Dorsten immer wieder auf Diebestouren, stahlen in vielen Geschäften Textilien und elektronische Geräte, aus einem Discounter auch schon mal einen Karton mit 50 Überraschungseiern. Während im Januar 2019 drei der Täter bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verdonnert wurden, stand im August 2019 der vierte im Bunde vor Gericht. Eine „lokale Berühmtheit“ in der Dorstener Drogenszene“ nannte der Verteidiger seinen Mandaten. Der 47-jährige Angeklagte versetzte seinen Teil der Beute für Rauschgift. Die Taten räumte er allesamt ein und verkürzte damit die Gerichtsverhandlung entscheidend: Von den 26 Zeugen musste nur der Hausdetektiv eines Ladens aussagen. Ihn soll der Angeklagte bei einem Fluchtgerangel geschlagen haben. Verletzt wurde Ladendetektiv nicht. Deswegen fiel dieser Vorwurf angesichts der vielen Einbrüche und auch Autoaufbrüche beim Urteil nicht ins Gewicht. Trotz der vielen Vorstrafen forderte die Staatsanwältin eine 21-monatige Bewährungsstrafe. Da der Mann bereits im Januar wegen oben genannter Gemeinschaftstaten zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, aber dagegen Berufung eingelegt hatte, schlug sein Anwalt einen „Deal“ vor: Er würde die Berufung zurückziehen, im Gegenzug wird das neue Verfahren eingestellt, weil sich das endgültige Gesamturteil durch den Kita-Einbruch nur gering erhöhen würde. Doch das lehnte die Staatsanwältin ab.

Falsche Polizisten gehen ins Gefängnis. Anfang des Jahres 2019 wurde eine 82-jährige Frau aus Wulfen mitten in der Nacht aus ihrem Bett geholt, mit einem Messer bedroht und ausgeraubt. Das Essener Landgericht verurteilte Ende September 2019 die Täter. Der 30-jährige Mann bekam acht Jahre und zehn Monate und dessen 32-jährige Ex-Freundin sieben Jahren und neun Monaten Haft. Beide hatten damals zunächst auf den „Falsche-Polizisten-Trick“ gesetzt. Sie waren im Auftrag einer internationalen Bande bei der 82-Jährigen aufgetaucht. Ein Anrufer, der sich als Kriminalbeamter ausgegeben hat, hatte der Seniorin zuvor erzählt, dass sie ganz oben auf der Liste einer Einbrecherbande stünde. Deshalb würde eine Polizistin vorbeikommen, um die Wertgegenstände in Empfang zu nehmen und so in Sicherheit zu bringen.  Die Wulfenerin war jedoch misstrauisch. Als die Angeklagte kurz nach dem Anruf bei ihr auftauchte, verlangte sie erst einmal den Dienstausweis. Als ihr der nicht gezeigt werden konnte, verschloss sie die Tür.
Nur wenige Tage später war die 32-jährige Angeklagte jedoch wieder da. Diesmal kamen sie und ihr Ex-Freund um drei Uhr in der Nacht. Erst brachen sie die Eingangstür auf, dann die Schlafzimmertür, die ebenfalls verschlossen war. Die Seniorin musste sich im Esszimmer auf einen Stuhl setzen, während ihre Wohnung auf den Kopf gestellt wurde. Die Richter beurteilten die Tat als „völlig skrupellos“. Die Angeklagten hätten sich bewusst eine „wehrlose Frau“ ausgesucht. „Viel schlimmer geht es nicht.“ Die Angeklagten selbst hatten im Prozess Geständnisse abgelegt und die Seniorin um Entschuldigung gebeten. Zu ihren Opfern hatten auch noch weitere Senioren gehört, bei denen der „Falsche-Polizisten-Trick“ sofort funktionierte. Einmal erbeuteten sie 8000 Euro, ein anderes Mal Schmuck im Wert von 30.000 Euro. In Wulfen belief sich die Beute auf 1000 Euro und Schmuck. Außerdem ging es im Prozess um Einbrüche in Spielhallen und Büros. Hintergrund war die Drogenabhängigkeit der beider Angeklagten (Quelle: Nach Jörn Hartwich in DZ vom 2. Okt. 2019).

Raubüberfall am Europlatz beobachtet. In den Nachtstunden des 10. Juni 2019 machte ein 23-jähriger Dorstener auf der Polizeiwache Angaben zu einem Raub am Europaplatz. Drei Männer sollen demnach einen ihm flüchtig bekannten Mann geschlagen und anschließend das Mobiltelefon und Geld entwendet haben. Beim Eintreffen der Polizei war der Geschädigte allerdings nicht mehr vor Ort. Die mutmaßlichen Täter waren geflüchtet.

Zwei Brüder attackierten ihren dritten Bruder. Streitereien unter Brüdern sind nichts Ungewöhnliches. Dass bei solchen Fehden ein Baseballschläger zum Einsatz kommt, ist eher selten. Und so landete dieser Zwist, der im Mai 2018 öffentlich in der Straße „Im Harsewinkel“ in Hervest ausgetragen wurde, im Juni 2019 vor dem Dorstener Schöffengericht. Angeklagt waren die beiden jüngeren der insgesamt drei Brüder aus Dorsten, 23 und 25 Jahre alt. Sie sollen den 29-jährigen Bruder auf offener Straße geschlagen haben. Der Erstgeborene, so hieß es in der Anklage der Staatsanwaltschaft, habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als den Baseballschläger zu zücken, den er bei sich trug. Doch die beiden Angeklagten erzählten eine andere Geschichte. Sie hätten nämlich Smartphones in einem Schaufenster bewundert, als sie „im Augenwinkel“ ihren älteren Bruder erblickten, zu dem sie schon längere Zeit keinen Kontakt mehr hatten. Als dieser zum Schlagen ausgeholt habe, sei der Jüngste helfend dazwischen gegangen. Doch der 29-Jährige traf den 25-Jährigen mit dem Schläger, der dabei zerbrach, auf den Rücken. Daher habe er in Notwehr zugeschlagen. Dass der 23-Jährige dennoch zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt wurde, hat damit zu tun, dass er mehrfach im Straßenverkehr auffällig geworden ist. Ein kürzlich gefälltes Urteil vom Amtsgericht Gladbeck floss dabei in das Dorstener Strafmaß ein (Quelle: M. Klein in DZ vom 20. Juni 2019).

Räuber bedrohte Kassiererin mit Waffe. Kaltblütig und dreist: Ein Unbekannter, teilmaskierter Mann, hatte Mitte Mai 2019 den dm-Markt an der Händelstraße überfallen und die Kassiererin mit einer Schusswaffe bedroht (siehe obiges Foto). Der Täter, etwa Ende 20 Anfang 20 Jahre alt, flüchtete mit dem ihm ausgehändigten Geld Richtung Innenstadt. Eine Nahbereichsfahndung der Polizei verlief ergebnislos. Eine fest installierte Kamera machte eine Aufnahme, mit der die Polizei nach dem Täter fahndet. – Tage später hatte ein weiterer Unbekannter oder der noch unbekannte Räuber vom dm-Markt einen zweiten Laden an der Händelstraße überfallen. Gegen 22 Uhr betrat der Räuber die Rewe-Filiale im Feldmärker Einkaufszentrum, bedrohte den 23-jährigen Kassierer mit einer Waffe und forderte Geld. Nachdem der 23-Jährige dem Mann das Geld ausgehändigt hatte, flüchtete der Täter zu Fuß. Die Vorgehensweise erinnert die Polizei stark an die Handschrift, die der Täter im dm-Markt hinterlassen hat.

Polizei wurde in Sisha-Bars fündig. In einem achten Großeinsatz von Zoll Und Polizei im Kreis Recklinghausen, wurde Mitte Mai 2019 auch eine Shisha-Bar in Hervest durchsucht. Welche Ergebnisse sie Durchsuchungen bei welcher Bar brachte, konnte wegen laufender Ermittlungen keine Auskunft gegeben werden. Neun Shisha-Bars in fünf Städten sind im Mai kontrolliert worden, darunter auch eine Bar in Hervest-Dorsten. Die Einsatzkräfte stellten überall „eine Reihe von Rechtsverstößen und Beanstandungen“ fest. Es wurden 91 Personen kontrolliert zehn Strafanzeigen, 16 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten geschrieben. In einem Café in Marl wurden vier Spielautomaten sichergestellt und in fast allen Betrieben insgesamt 200 unversteuerter Tabak in versteckten Dosen gefunden und  sichergestellt. Die Razzia fand im Zuge der Bekämpfung von Clan- und Bandenkriminalität statt. Shisha-Bars gelten als Rückzugsorte, in denen sich solche Gruppen verabreden und treffen. – In Holsterhausen hatte der Shisha-Laden an der Ecke Freiheitsstraße/Bonifatiusstraße bereits einige Wochen zuvor geschlossen.

21-Jähriger CD-Dieb leidet unter paranoider Schizophrenie. Ein erst 21 Jahre alter Mann aus Dorsten ist Mitte Mai vom Landgericht Essen auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Für die Richter ist er eine Gefahr für die Allgemeinheit. Es war ein CD-Diebstahl im Media Markt, der alles ins Rollen brachte. Der Angeklagte war im November 2018 von einem Ladendetektiv dabei ertappt worden, wie er zwei CDs klauen wollte. Die Sicherheitsetiketten hatte er mit einem Messer entfernt. Als er kurz darauf angesprochen wurde, gab es ein Gerangel. Das Messer hatte der Dorstener noch in der Hand. Auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera soll zu sehen sein, wie der 21-Jährige dabei eine Stichbewegung in Richtung Ladendetektiv macht. Hintergrund der Tat ist eine schwere psychische Erkrankung. Der Angeklagte leidet unter paranoider Schizophrenie, hört Stimmen. Wenn er seine Medikamente einnimmt, soll zwar alles okay sein. Doch genau die setzt er immer wieder ab. Der 21-Jährige hatte sich nach seiner Festnahme in seiner Zelle büschelweise Haare ausgerissen, ließ niemanden an sich heran. Daraufhin war er in das Justizkrankenhaus in Fröndenberg verlegt worden. Von dort geht direkt weiter in die geschlossene Psychiatrie. Die Richter haben zwar auch eine Haftstrafe von 15 Monaten ausgesprochen, doch die kommt wegen der parallel angeordneten Unterbringung nicht zum Tragen. Was genau in seinem Kopf vorgeht, wurde auch dem vom Gericht beauftragten Psychiater nicht klar. Die Erkrankung ist schon in der Jugend ausgebrochen. Seitdem war der 21-Jährige bereits mehrfach in der Psychiatrie. Bei den Stimmen, die er hört, soll es sich zwar nicht um Befehle handeln, doch eine soll ihm zuletzt gesagt haben: „Du wirst lebendig begraben.“  (Quelle: Nach Jörn Hartwich in DZ vom 15. Mai 2019).

Brutaler Überfall in Holsterhausener Wohnung. Ein brutaler Wohnungsüberfall in Holsterhausen beschäftigt erneut die Justiz. Diesmal nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge vor dem Essener Landgericht: der Messerstecher (22) von der Pestalozzi-Schule. Angeklagt sind zwei 21 und 27 Jahre alte Dorstener. Das Duo soll mit einem bereits verurteilten Mittäter in den frühen Morgenstunden des 2. September 2017 ein späteres Raubopfer brutal zugerichtet und ausgeraubt haben. Tags darauf sollen die beiden Angeklagten gemeinsam mit der Ex-Freundin des Überfallopfers vergeblich versucht haben, über die zuvor geraubte EC-Karte dessen Konto zu plündern. Zum Prozessauftakt vor der 24. Jugendstrafkammer im Mai 2019 gab der 21-jährige Angeklagte, der aktuell eine nicht bezahlte Geldstrafe im Gefängnis absitzt, seine Beteiligung an dem Geldabhebeversuch zu. Den vorherigen Raubüberfall jedoch habe der bereits verurteilte Mittäter mehr oder weniger komplett alleine durchgezogen. Er selbst habe noch versucht, den wie von Sinnen mit einem Baseballschläger auf das Opfer einprügelnden Täter von weiteren Schlägen abzuhalten. Und der 27-jährige Mitangeklagte habe ohnehin so gut wie gar nichts gemacht. Völlig anders die Version des vor einem Jahr verurteilten 22-jährigen Mittäters: Danach waren beide jetzt Angeklagten aktiv in den Überfall verstrickt, sollen ihm beim Eindringen über den Balkon in die Obergeschoss-Wohnung an der Hauptstraße sogar mittels „Räuberleiter“ geholfen haben. Er habe dem späteren Opfer danach zunächst mit einem Baseballschläger „die Fresse poliert“. Nachdem der Wohnungsmieter – ein Bekannter, der beim Angriff eine Art „Ablenktelefonat” mit der Freundin des Angreifers geführt haben soll – k.o. gegangen sei, will der 22-Jährige den beiden Angeklagten die Wohnungstür geöffnet haben. „Dann haben die beiden ihn ausgeraubt“, sagte der Zeuge.
Bei dem bereits verurteilten Täter handelt es sich um den Messerstecher von der Pestalozzi-Schule. Der 22-Jährige war am 12. April 2018 nach einer Schulhof-Messerattacke auf eine 17-Jährige wegen Mordversuchs zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Im damaligen Prozess war auch der Baseballschläger-Überfall mitangeklagt gewesen (Quelle: Werner von Braunschweig in DZ vom 7. Mai 2019).

Nach Handyraub muss Asylbewerber zweieinhalb Jahre ins Gefängnis
Die Richter am Essener Landgericht hatten im Mai 2019 keinen Zweifel: Ein vielfach vorbestrafter 26-jähriger Dorstener Asylbewerber aus Algerien wurde wegen räuberischer Erpressung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, obgleich er bis zuletzt seine Unschuld beteuerte. Der Angeklagte war Anfang August 2018 nach Deutschland gekommen. Seine damals noch hochschwangere Freundin hatte er in Marseille zurückgelassen. Inzwischen ist das Baby geboren. Laut Urteil hatte der Angeklagte im November 2018 einen Freund, der ebenfalls aus Algerien stammte, mit einer abgebrochenen Wodkaflasche bedroht und leicht verletzt. Dann hat er ihm ein geklautes Handy abgenommen haben, das er ihm zuvor für 50 Euro verkauft hatte. Zum Motiv hieß es im Urteil: „Der Angeklagte hat sich offenbar geärgert, dass er das Handy zu billig verkauft hatte.“ Deshalb habe er es zurückhaben wollen. Das Opfer, gegen den zwölf Ermittlungsverfahren u. a. wegen Dienstahls liefen, hatte den Angeklagten belastet, dessen Verteidiger Freispruch forderte. Nach Verbüßung der Strafe droht dem Verurteilten die Abschiebung nach Algerien (Quelle: Jörn Hartwich in DZ vom 3. und 6. Mai 2019).

Liebespaar wurde zufällig zum Opfer. In einem Auto wurde Anfang April 2019 in den Nachstunden – 3.50 Uhr – ein junges Liebespaar  mit vorgehaltener Pistole überfallen. Dem jungen Mann wurde die Geldbürde geraubt. Das Liebespaar stand an lauschiger Stelle an der Seikenheide zwischen Dorsten und Kirchhellen. Nachdem die Täter auf die beiden Überfallenen noch eingeschlagen hatten, flüchteten sie unerkannt auf Fahrrädern in Richtung Kirchhellener Allee. Kurios: Die Täter waren bereits vor dem Überfall unmaskiert am Auto des Paares vorbeigefahren und kehrten dann vermummt und bewaffnet zurück.

Leiche im Teich. Campingplatzbetreiber am Brückenweg in Östrich entdeckten im Februar 2019 eine Leiche in einem der Teiche, die im nordwestlichen Bereich des Campingplatzes „Schult im Anker“ liegen. Die Taucher der Feuerwehr zogen dann einen noch nicht identifizierten toten Mann aus dem Wasser. Nach ersten Erkenntnissen gab es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Doch die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf.

Neuneinhalb Jahre für Misshandlung eines Kindes und Brandstiftung. Einer der wohl traurigsten Fälle von Kindsmisshandlung wurde 2018/19 in Münster verhandelt. Es ging um den kleinen Sohn seiner Frau, den er aufs heftigste misshandelte. Als das Kind nach einem anonymen Hinweis an das Jugendamt im Oktober 2016 von Sozialarbeiterinnen in seinem Bettchen vorgefunden wurde, war es in einem fürchterlichen Zustand: auf acht Kilo abgemagert, dehydriert, im Mund- und Windelbereich eine Pilzerkrankung, kraftlos und mit Schürfwunden bedeckt. Ärzte stellten später eine Hirnblutung als Folge eines Schütteltraumas, ein gebrochenes Sprunggelenk, eine geschwollene Hand und Hämatome am gesamten Körper fest. Aus Rache für die Meldung von Nachbarn an das Jugendamt zündete der 25-jährige Dorstener das Mehrfamilienhaus in der Lippestraße an. Wer dem Jungen und bei welchem Vorgang die Verletzungen zugefügt hat“, so Staatsanwältin, sei zwar letztlich nicht sicher feststellbar. Dennoch haben die angeklagte Mutter (24) und der Stiefvater (25) in ihren Augen enorme Schuld auf sich geladen. „Beide haben dem erbärmlich leidenden Kind einfach bei seinen Qualen zugesehen, sie geduldet und es unterlassen, mit dem Jungen zum Arzt zu gehen“, so die Anklägerin weiter. Das Landgericht Münster verurteilte ihn im Januar 2019 unter Einbeziehung einer siebenjährigen Haftstrafe wegen Brandstiftung zu insgesamt neuneinhalb Jahren Haft, die Mutter zu zwei Jahren auf Bewährung. „Sie haben als Mutter versagt“, sagte die Richterin der 24-Jährigen beim Urteil. „Wenn das noch länger gegangen wäre, wäre Ihr Sohn irgendwann wahrscheinlich tot gewesen. Das hätte er nicht mehr lange ausgehalten.“ Es war der Noch-Ehemann der Dorstenerin, der den Jungen laut Urteil schwer misshandelt hat Dieser hat vor der Urteilsverkündung: „Es hätte niemals so weit kommen dürfen.“ Was passiert sei, tue ihm aufrichtig leid. Sauer sei er allerdings auf die Fernsehjournalisten, denen er im Gerichtssaal sogar den gestreckten Mittelfinger zeigte. „Der ganze Knast hasst mich jetzt“, sagte er den Richtern (Jörn Hartwich in DZ vom 14. Dez. 2018, 8. Jan. 2019).

Schlimme Beleidigungen einer Migrantenfamilie. Ein 58-jähriger Dorstener, der an einem lauen Sommerabend 2017 mit dem Fahrrad an einem von einer Migranten-Familie bewohnten Haus in Holsterhausen vorbeifuhr, deren Bewohner, die sich vor dem Haus aufhielten, mit beleidigenden Worten aus dem rechtsradikalen Fundus so beschimpfte, dass die Kinder Angst bekamen. Wegen Volksverhetzung und Beleidigung hatte dies vor dem Dorstener Schöffengericht ein Nachspiel. Der Holsterhausener, Nachbar der Migranten-Familie,  beschimpfte sie mit „Sch…Ausländer“ und mit dem Ausspruch: „Ich möchte meinen Führer zurück, der hätte Euch nach Auschwitz gebracht.“ Dabei erhob er nach Zeugenaussagen die Faust und bedrohte seine Nachbarn. Daraufhin hatte einer der Bedrohten ihm „aus Notwehr eine geknallt“. Offensichtlich hatte der 58-Jährige kein Rechtsbewusstsein, denn er rief die Polizei und wiederholte in deren Gegenwart seine rechtsradikalen Beschimpfungen. Die Polizei erstattete nun gegen ihn Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Vor Gericht versuchte sich der Angeklagte herauszureden. Er sei falsch verstanden worden. Vom Führer habe er gar nicht gesprochen. „Ich habe telefoniert und dabei die Worte Führungsaufsicht und Bewährung benutzt“, sagte er. Das bewertete das Gericht als Schutzbehauptung. Da der Angeklagte wegen einer ähnlichen Volksverhetzung zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand und immer wieder straffällig wurde, kam eine Bewährungsstrafe für das Schöffengericht nicht in Frage. Das Urteil: Vier Monate Haft (Quelle: Michael Klein in DZ vom 2. März 2018).

Falscher Wasserwerker stiehlt Bargeld und Schmuck. Ein Betrüger hat Ende Januar 2019 eine Dorstener Seniorin um Bargeld und Schmuck gebracht. Der Mann klingelte mittags bei der 88-Jährigen an der Martin-Luther-Straße. An der Sprechanlage gab der Mann sich als Wasserwerker aus. Die Frau ließ ihn ins Haus. Unter einem Vorwand lief der Mann durch das Haus. Als er wieder weg war, stellte die 88-Jährige fest, dass Bargeld und Schmuck fehlten. Der 30 bis 40 Jahre alte Täter hatte im Schlafzimmer die Schubladen durchsucht. Anschließend flüchtete er.

Kinderkriminalität: 13-Jährige versuchten Gleichaltrigen zu berauben. Opfer eines Überfalls wurde im Januar 2017 ein 13-jähriger Holsterhausener. Das Kind stieg gegen Mittag an der Haltestelle Pliesterbecker Straße/Fasanenkamp aus dem Bus und wollte nach Hause gehen. Etwa in Höhe der Sporthalle an der Juliusstraße wurde er von zwei anderen Jugendlichen angegriffen. Laut Auskunft der Polizei sprang einer der Jugendlichen den 13-Jährigen von hinten an und versuchte, ihn am Rucksack auf den Boden zu ziehen. Der andere Jugendliche boxte den Holsterhausener ins Gesicht und verletzte ihn. Dem 13-Jährigen gelang die Flucht. Nach der Beschreibung des Überfallenen Kindes waren die beiden Täter ebenfalls erst 12 bis 13 Jahre alt.

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