Kriminalfälle 2020

Raub, Diebstahl, Körperverletzung, Betrug und immer wieder Gewalt

Überfall auf die Tankstelle in Lembeck am 6. Juni 2020 (siehe Text); Überwachungsfoto DZ entn.

Vorbemerkung: Die in diesem Lexikon als Einzeleinträge veröffentlichten Kriminalfälle sind hier nicht verzeichnet, auch nicht Sexualdelikte. Dafür gibt es eine eigene Erfassung unter Kriminalfälle – Sexualdelikte und Überfälle auf Banken unter Raubüberfälle. Auch Tötungsdelikte sind gesondert erfasst (Mord und Totschlag). Eine Übersicht aller Artikel ist unter Kriminalität anzuklicken. Im Übrigen erhebt diese listenmäßige Erfassung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Dorstener überführen Dieb in Schermbeck. Anfang Juli 2020 beobachteten zwei Dorstener an der Straße Im Heetwinkel einen 35-jährigen Algerier bei einem Diebstahl. Der Mann, der mit einem Fahrrad unterwegs war, öffnete die unverschlossene Beifahrertür eines Transporters, während der 56-jährige Autofahrer sich auf der Ladefläche befand. Der Dieb nahm zwei Handys aus dem Auto und flüchtete. Die beiden Dorstener und der LKW-Fahrer konnten den Flüchtenden fassen, der die Handys noch bei sich hatte. Bei der anschließenden Überprüfung durch die alarmierte Polizei stellten diese fest, dass der 35-Jährige noch mehr auf dem Kerbholz hatte: Das Fahrrad, mit dem er unterwegs war, hatte er kurz zuvor gestohlen (Quelle: Kreispolizeibehörde Wesel).

Schlag gegen internationale Schleuserbande – auch in Holsterhausen. Der deutschen Bundespolizei ist am 2. Juni 2020 ein Schlag gegen eine international agierende Schleuserbande gelungen. Bei mehreren gleichzeitig stattgefundenen Wohnungsdurchsuchungen nahmen die Beamten in Deutschland und in Österreich dringend Verdächtige fest und stellten Beweismaterial sicher. Vermummte Beamte der Bundespolizei München waren am frühmorgens auch auf der Freiheitsstraße in Holsterhausen aufgetaucht. Ein Augenzeuge berichtete der „Dorstener Zeitung“, dass sie „mit offenen Laptops über die Straße liefen“. Ein anderer sah, wie sie „mehrere Sachen aus Wohnungen getragen“ haben. Stunden später stellte sich heraus, dass dieser Einsatz Teil einer konzertierten Aktion war. Zeitgleich wurden Wohnungen in Oberhausen, Gelsenkirchen, Herne und Dorsten aber auch in Österreich durchsucht. Sie nahmen dabei dringend tatverdächtige Schleuser syrischer und irakischer Nationalität fest.
Die ermittlungsleitende  Bundespolizeiinspektion Passau ermittelt nach eigenen Angaben seit Oktober 2019 „wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern“. Den Festgenommenen wird vorgeworfen, sichtvermerkspflichtige Drittstaatsangehörige auf der sogenannten Balkanroute nach Österreich und Deutschland eingeschleust zu haben. Nach dem derzeitigem Ermittlungsstand (Juli 2020) geht die Polizei von einer gewerblichen und bandenmäßigen Struktur der Schleuserorganisation aus (Quelle: Stefan Diebäcker in DZ vom 3. Juli 2020).

Pärchen bestahl Seniorin. Eine Seniorin, die mit ihren Einkäufen auf dem Rückweg war, wurde Ende Juni an der Ellerbruchstraße von einem Pärchen angesprochen. Die beiden Unbekannten boten der Frau an, die Einkäufe zu tragen und sie zu begleiten. Der unbekannte Mann nahm die Einkaufskörbe und trug sie ins Haus, die unbekannte Frau begleitete die Seniorin und kam langsam hinterher. Nachdem sich die „Helfer“ verabschiedet hatten und schon wieder weg waren, stellte die Seniorin fest, dass ihre Geldbörse aus einem Einkaufskorb gestohlen war.

Streit unter arabisch- und türkischstämmigen Personen eskalierte. Mehrere Polizeiwagen und eine Menge Blaulicht erschreckten an einem Donnerstagabend (25. Juni) einen Streit zwischen bis zu 20 Personen, meist mit Migrationshintergrund vor einer Pizzeria auf der Halterner Straße in Hervest. Zu den noch nicht ganz geklärten Hintergründen konnte die Polizei die Feststellung treffen, dass am Donnerstagabend der Besitzer der Pizzeria, ein 35-jähriger Mann aus Gelsenkirchen, Besuch von einem Gast bekam, den er vom Sehen her, aber nicht namentlich kannte. Zwischen den Männern kam es zu einem verbalen Konflikt, woraufhin der Gastronom den Gast aus dem Laden hinausgeworfen hatte. Einige Zeit später, gegen 22.30 Uhr, kehrte der Mann zurück an den Ort des Geschehens, in Begleitung einer Gruppe von etwa 15 Personen. Es kam zunächst zu einer vagen Bedrohung, dann präsentierten die Mitglieder der Gruppe ihrem dem Gastwirt jedoch Schlagwerkzeuge. Dem Lokal-Besitzer kamen daraufhin Familienmitglieder und Bekannte zu Hilfe. So weitete sich der Disput lautstark auf offener Straße aus. Dabei wurden insgesamt fünf Personen verletzt; zwei junge Männer aus Gelsenkirchen, ein 26-Jähriger aus Gladbeck sowie ein 49-Jähriger aus Dorsten.
Zwei Tage später wurde die Polizei erneut zu der Pizzeria in Hervest gerufen, das er erneut eine lautstarke verbale Auseinandersetzung zwischen rund 30 Personen gegeben hatte.  Die  Dorstener Polizeiwache schickte gleich mehrere Streifenwagen zum Ort des Geschehens. Wieder eine Menge Blaulicht, wieder um 22.30 Uhr in der Dunkelheit. Als die Beamten am Einsatzort eintrafen, machte sich eine Gruppe aus dem Staub, die Pizzeria schloss anschließend für diesen Abend seine Pforten. Dieser erneute Disput, so die Polizei in der Dorstener Zeitung, hing mit der Auseinandersetzung Tage zuvor zusammen. Die Polizei bearbeitet Anzeigen wegen „gefährlicher Körperverletzung“. Die Angreifergruppe, die sich nach dem Streit in der Pizzeria zusammengefunden hatte, war unerkannt verschwunden. Eine Übersicht über das Tatgeschehen hat die Polizei, über die Motivlage gibt es offenbar kaum Erkenntnisse. Die Polizei fährt ab sofort verstärkt Streife. Sie will dadurch Präsenz zeigen, denn die Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten mit Migrationshintergrund scheint noch nicht ausgeräumt. Der Polizei liegt eine Meldung vor, dass Anlass des heftigen Streits die Belästigung einer Jugendlichen war. Laut Zeugenaussagen sei die unbekannte Jugendliche, die irgendwann zwischen 19 und 21 Uhr bedrängt worden sei, ungefähr 16 bis 17 Jahre alt. Die Polizei sucht diese Jugendliche (Stand: 2. Juli 2020; Quellen: DZ vom 27., 30. Juni und 2. Juli 2020).

Tankstellen-Räuber passte richtigen Moment für den Überfall ab. Bei dem bewaffneten Raubüberfall am 6. Juni 2020, frühmorgens um 8,35 Uhr auf eine Tankstelle im Lembecker Gewerbegebiet Endelner Feld hatte der unbekannte Täter genau den richtigen Moment abgepasst. Zu diesem Zeitpunkt waren keine weiteren Kunden in der Nähe. Dabei ging er äußerst dreist vor. Bei seinem ersten Betreten der Tankstelle waren noch Kunden da. Deshalb fragte er nach der Toilette. Nach seiner Rückkehr, die die Kunden verschwunden waren, zückte er eine Pistole und bedrohte die junge Kassiererin, warf ihr einen Jutebeutel zu und forderte sie auf, das Bargeld einzupacken. Unterdessen kam ein weiterer Mitarbeiter hinzu, der ebenfalls sofort mit der Waffe bedroht wurde. Nachdem der Täter seine Tasche mit dem Geld bekommen hatte, verließ er die Tankstelle und flüchtete zu Fuß. Die 20-jährige Kassiererin erlitt einen Schock. Für sie war es bereits der zweite Überfall dieser Art. Sie konnte anschließend nicht mehr weiterarbeiten. Ein Angestellter bekam den Überfall hautnah mit. Er war im rückwärtigen Bereich und verständigte die Polizei. Doch da war der Täter schon verschwunden. Schockierendes Foto vom Raubüberfall (Bild oben): In der darauffolgenden Woche, die Polizei hatte noch keine heiße Spur,  veröffentliche die „Dorstener Zeitung“ ein Foto, dass von der Überwachungskamera festgehalten worden war. Es zeigt einen maskierten Mann, der eine Pistole in der rechten Hand hält und damit zwei Mitarbeiter bedroht, die sich hinknien mussten (auf dem Foto unkenntlich gemacht). Die Zeitung darf diese Bilder von der Kamera veröffentlichen, doch die Polizei selbst nicht, das sie dazu einen richterlichen Beschluss benötigt. „Und den gibt es normalerweise erst, wenn alle anderen Fahndungsmaßnahmen ergebnislos ausgeschöpft sind““, so die Polizeisprecherin Ramona Hörst gegenüber er „Dorstener Zeitung“ (Quellen: Guido Bludau in DZ vom 8. Juni; Stefan Diebäcker in DZ vom 10. Juni 2020).

Brandstiftung im ehemaligen Kohlehafen? Innerhalb von zwei Tagen musste die Dorstener Feuerwehr Mitte Mai 2020 zum früheren Kohlehafen zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten ausrücken. Nachdem zunächst am frühen Samstagmorgen aus bislang unbekannten Gründen Baumstämme brannten, musste der Löschzug der Hauptwache am späten Sonntagabend erneut zum Kohlehafen ausrücken. Wieder brannten Baumstämme unweit der ersten Stelle vom Vortag. Auch die Polizei erschien jeweils vor Ort und nahm die Ermittlungen auf. Brandstiftung auf dem abgelegenen Gelände kann nicht ausgeschlossen werden.

Festnahme nach gescheitertem Handy-Raub. Die Polizei hat in der Nacht zu Pfingstsamstag 2020 einen 33-jährigen Mann aus Dorsten festgenommen. Er hatte gegen 23.15 Uhr am Europaplatz versucht, einem 26-jährigen Mann aus Bottrop das Handy zu stehlen. Im folgenden Streit wurde der Bottroper leicht verletzt. Der Täter lief ohne Beute  davon und direkt der Polizei in die Arme. Als die Beamten seine Papiere kontrollierten, flüchtete der Dorstener, konnte aber wenig später an seiner Wohnanschrift festgenommen werden. Dort hatte er zwischenzeitlich mehrere Personen angegriffen, die aber unverletzt blieben. Der 33-Jährige wurde in den  Polizeigewahrsam gebracht, auch auf dem Weg dorthin wehrte er sich vehement.

Illegales Autorennen auf Zechengelände? Vermutlich ein nächtliches Autorennen auf dem ehemaligen Zechengelände in Dorsten ist die Ursache eines Unfalls, der sich Ende April 2020 ereignet hat. Drei Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. Zeigen gaben an, dass ein dunkler Kleinwagen und ein 3er-BMW vorher auf der Halterner Straße und im Bereich der Zechenstraße, des Hainichenrings und der Fürst-Leopold-Allee unterwegs waren. Dort seien die beiden Wagen teilweise mit hohem Tempo nebeneinander hergefahren. Kurze Zeit später haben die Zeugen einen Knall wahrgenommen und den Unfall bemerkt.

Waldbrand abends in Holsterhausen – Brandstiftung? Im Gegensatz zur Brandstelle in einem Lembecker Waldgebiet am Morgen des 26. April 2020 auf einer Fläche von über 300 Quadratmetern standen am späten Abend sogar über 1000 Quadratmeter in Holsterhausen in Flammen. Gegen kurz nach 20 Uhr wurden neben der hauptamtlichen Wache auch der Löschzug Hervest in ein Waldstück zwischen der Muna und der Heinrichstraße in Wulfen alarmiert. Massiver Wassereinsatz war notwendig. Erst nach gut zwei Stunden war das Feuer. Auch bei diesem Waldbrand wurde Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Ende April 2020 musste die Feuerwehr zu einem Flächenbrand zur Dimker Allee in Wulfen ausrücken. Kinder hatten wohl Böller gezündet und den Brand dadurch verursacht. Anwohner hatten jedenfalls einige Kinder dabei beobachtet, wie sie die Böller auf der Freifläche am Handwerkshof zündeten, woraufhin die trockene Vegetation Feuer fingen. Die Kinder flüchteten vom Brandort. Das Feuer brannte auf einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern.

Marler starb bei der Festnahme durch die Polizei. Am Ostersamstag 2020 starb ein Mann nach einem Einsatz der Polizei. Polizisten waren wegen häuslicher Gewalt zu einem Haus im Ortsteil Brassert-Lippe an der Stadtgrenze zu Dorsten gerufen worden. Ein 40-jähriger Mann sollte in Polizei-Gewahrsam genommen werden. Er leistete Widerstand und brach nach Angaben der Polizei plötzlich zusammen, wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später starb. Die Todesursache ist noch unklar. Die Polizeibehörde in Dortmund und die Staatsanwaltschaft in Essen haben Ermittlungen ausgenommen. zuständig.

Dorstener schlägt im Zug mit Flasche auf den Lokführer ein. Eine Auseinandersetzung in einem am Bahnsteig in Essen stehenden Regionalexpress hat Mitte April 2020 die Bundespolizei beschäftigt. Als die Einsatzkräfte an der Örtlichkeit am Essener Hauptbahnhof eintrafen, befanden sich noch mehrere Zeugen und auch der Tatverdächtige – ein 24-jähriger Dorstener – am Zug. Der Lokführer schilderte den Polizisten, dass sich der Dorstener in eine aufgrund der aktuellen Infektionsgefahr gesperrte Sitzreihe niedergelassen hätte. Der Lokführer habe den 24-Jährigen gebeten, den Bereich zu verlassen. Doch der antwortete nur, dass ihm der Lokführer nichts zu sagen hätte – und schlug diesem mit einer Flasche gegen den Hals. Als die Polizisten diesen Sachverhalt aufnahmen, flüchtete der Dorstener. Er lief quer über die Gleise, ohne nach Zügen zu schauen. Dann übersprang er eine Mauer und konnte gestellt werden. Der 24-Jährige wurde gefesselt und zur Wache gebracht. Dabei leistete er weiteren Widerstand, beleidigte und bedrohte die Bundespolizisten. Wie die Bundespolizei mitteilt, zeigte sich der Dorstener später einsichtiger. Sein Verhalten sei „falsch und dumm“ gewesen. Gegen ihn wurden ein Strafverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung eingeleitet.

Fast täglich knallt es in NRW und ein Geldautomat fliegt in die Luft. Fast täglich wurden ab März 2020 Geldautomaten in die Luft gejagt. Die Zahl der Attacken hat sich von Januar bis März 2020 in NRW mit 64 Fällen gegenüber dem Vorjahr (28 Tate) weit mehr als verdoppelt. Die nächtlichen Sprengkommandos zeigen sich unbeeindruckt von Festnahmen, tödlichen Unfällen auf der Flucht und missglückten Versuchen. Denkbar ist, dass die Gangster, die nach Erkenntnissen der Ermittler oft aus den Niederlanden nach NRW kommen, vor einer möglichen Schließung der Grenze oder der besseren Sicherung der Automaten noch möglichst viel Beute machen wollen. Die Ermittler der LKA-Sonderkommission „Heat“ gehen davon aus, dass viele der Explosionen auf das Konto einer Täterszene gehen, die in den Vororten von Utrecht und Amsterdam lebt (dpa, Quelle: Landeskriminalamt April 2020).

Waldbrand auf 300 qm Fläche in Lembeck – Brandstiftung? Ende April 2020 wurden frühmorgens neben der hauptamtlichen Wache auch der Löschzug Lembeck in das Waldstück zwischen der L 608 und dem Kaisersweg gerufen. Hier stand trotz der frühen Uhrzeit der Wald auf einer Fläche von über 300 Quadratmetern in Brand. Der Waldboden, Sträucher und auch schon Bäume hatten Feuer gefangen. Mit einem Wasser-Schaum-Gemisch wurde das Feuer unter Kontrolle gebracht und mit einem massiven Wassereinsatz lange nachgelöscht. Da sich die Brandstelle doch etwas abseits von Wegen befindet, kann Brandstiftung wahrscheinlich nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der aktuellen Trockenheit hätte sich der Brand auch schlimmer entwickeln können.

Auch 15 geräucherte Forellen gestohlen. Unbekannte Täter hebelten Anfang April eine Tür auf und drangen dann in das Verkaufshäuschen eines Forellenhandels an der Weseler Straße ein. Die Täter stahlen eine Waage, Getränke, Angelsportartikel, 20 Würstchen und 15 geräucherte Forellen.

Psychisch Kranker verwüstet Vorraum der Sparkasse. Der Eingangsbereich der Sparkasse-Vest-Filiale am Hellweg in Hervest ist in der Nacht zum 28. März 2020 von einem 35-jährigen Mann verwüstet worden. Der Schaden ist erheblich. Die Scheiben der Terminals sind zerstört, das Mobiliar verwüstet, die Decke voller Löcher. Die Polizei wurde in der Nacht telefonisch über verdächtigen Aktivitäten in der Bank informiert. Schließlich rief auch ein Mann über das Notruftelefon der Bank die Polizei an. Er gab vor, im Vorraum der Bank „würden mehrere Leute randalieren“. Eine Streifenwagenbesatzung machte sich auf den Weg und stellte fest, dass sich nur der Anrufer im SB-Bereich der Bankfiliale befand: Er versuchte, die Überwachungskameras zu zerstören. Der 35-jährige wurde festgenommen. Nach Angaben der Polizei ist der Dorstener augenscheinlich psychisch krank. Er wurde in die psychiatrische Klinik nach Herten zwangseingewiesen.

Polizist schießt Dorstener an. Ein Polizist hat in der Nacht zum 25. März 2020 einen mutmaßlichen Einbrecher niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Laut Auskunft der Polizei waren die Beamten gegen 1 Uhr zu einer Bäckerei nach Holsterhausen gerufen worden – Zeugen hatten einen Einbruch gemeldet. In der Filiale der Bäckerei Kleinespel & Imping an der Borkener Straße bemerkten die Polizisten die offen stehende Eingangstür und sahen im Laden die beiden Tatverdächtigen. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll einer der beiden Männer eine Eisenstange gegriffen und damit „in drohender Haltung auf die Beamten losgegangen“ sein. Trotz mehrfacher Aufforderung habe der Mann die Stange nicht fallen gelassen. Daraufhin schoss ein Polizist aus kurzer Distanz auf den 30-jährigen Dorstener, der lebensgefährlich verletzt wurde und noch in der Nacht operiert werden musste. Der zweite mutmaßliche Einbrecher flüchtete derweil unerkannt vom Tatort. Trotz einer Großfahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, konnte die Polizei ihn bis zum Morgen nicht finden. Aus Gründen der Neutralität hat das Polizeipräsidium Dortmund die Ermittlungen wegen des Schusswaffengebrauchs des Polizeibeamten übernommen (Quelle: Bianca Glöckner in DZ vom 26. März 2020).

Zwei Männer bei Einbruch überrascht. Ein Mitarbeiter eines Wachschutzes beobachtete am 20. März 2020 gegen 2.30 Uhr zwei Männer, die versuchten, die Eingangstür zum Vergnügungsbetrieb „Heavens Gate“ an der Straße Swebenring aufzubrechen. Als die Täter den Wachmann bemerkten, flüchteten beiden in eine Sackgasse. Während einer der Täter über einen Zaun flüchten konnte, konnte der Wachmann den anderen, einen 36-jährigen Marler, festhalten und den benachrichtigten Polizeibeamten übergeben. Der 36-Jährige wurde festgenommen und zur Wache gebracht.

Zwei maskierte Täter überfallen Mann. Ein junger Mann aus Haltern war in der Nacht zum 11. März 2020 von maskierten und bewaffneten Tätern überfallen worden. Gegen 4 Uhr in der Nacht war der 21-Jährige auf der Halterner Straße unterwegs, als er in Höhe der Augustaschule von zwei maskierten Männern angegriffen wurde. Einer der Täter hatte dem Opfer von hinten ein Messer an den Hals gehalten, um an seine Wertsachen zu gelangen. Da er sich wehrte, flüchteten die Täter, ohne ihm etwas gestohlen zu haben.

Mutmaßlicher Einbrecher festgenommen. Nach einem Einbruch in eine Halle auf dem Gelände einer Kfz-Waschanlage konnte die Polizei Ende Febtruar 2020 einen Tatverdächtigen festnehmen. Der 32-Jährige Dorstener soll aber noch mehr auf dem Kerbholz haben. In der Nacht zu Donnerstag beobachtete eine Zeugin zwei verdächtige Männer auf dem Gelände einer Kfz-Waschanlage am Hainichenring. Die beiden Männer fuhren mit einem Roller weg. Kurz vorher war ein Alarm ausgelöst worden. Wie sich herausstellte, war die Tür einer Halle auf dem Firmengelände aufgebrochen worden. Auch ein Automat im Außenbereich war aufgehebelt worden. Bei der Fahndung fiel den Polizeibeamten etwa eine Stunde später ein verdächtiger Roller am Gemeindedreieck auf. Bei der Kontrolle des Fahrers fanden die Beamten neben Drogen und Kleingeld auch noch Wechselkleidung. Diese Kleidung entsprach genau der Beschreibung eines der beobachteten Tatverdächtigen. Der Rollerfahrer stand zudem unter Drogeneinfluss. Er wurde festgenommen. Weitere Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass der 32-Jährige in der Nacht auch noch in eine Arztpraxis An der Landwehr eingebrochen war. Ob er für weitere Straftaten infrage kommt und wer mit dem Dorstener unterwegs war, wird noch ermittelt. Eine gegen den 32-Jährigen verhängte Bewährungsstrafe wurde widerrufen, er ging in Haft.

Maskierter überfällt Wettbüro in Holsterhausen. Ein maskierter Mann Überfiel Mitte Februar 2020 (gegen 23.20 Uhr) ein Wettbüro an der Borkener Straße. Der Mann bedrohte eine Mitarbeiterin mit einem Messer und forderte sie auf, die Kasse zu öffnen. Der Täter steckte Wechselgeld ein. Anschließend sperrte er die 43-jährige Wettbüro-Mitarbeiterin aus Dorsten in einem Flur ein. Danach floh der Täter in Richtung Hervest. Der Täter sprach gutes Deutsch mit englischem Akzent.

Überfall in den frühen Abendstunden auf zwei Jugendliche. Zwei Jugendliche (15 und 16) wurden Mitte Februar von zwei unbekannten Tätern am Europaplatz aufgefordert, ihre Taschen zu leeren. Sie drohten den Jugendlichen Schläge an. Einer der Täter schlug dem 16-Jährigen ins Gesicht. Der 15-Jährige übergab den Unbekannten seine Kopfhörer. Die beiden Täter flüchteten daraufhin in unbekannte Richtung.

Polizei kontrollierte Bars – auch in Dorsten. Anfang Februar 2020 wurden in den Städten Dorsten, Bottrop, Waltrop, Recklinghausen, Herten und Marl insgesamt 20 Shisha-Bars und Cafés kontrolliert. Beteiligt waren u. a. Polizei, und Zollfahndung. Mit dieser Aktion wollten die Behörden die Clankriminalität bekämpfen. Über 250 Personen wurden überprüft. Delikte wie Besitz eines verbotenen Messers und Fälschung von Steuersiegeln wurden angezeigt. Insgesamt stellte das Zollfahndungsamt 34 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak sicher. In einem Betrieb fanden die Beamten 39 Päckchen mit Tabletten. Weiter haben sich in 17 Fällen Personen ordnungswidrig verhalten.

Maskierter und bewaffneter Räuber überfiel Nettomarkt in Wulfen. Nicht zum ersten Mal ist der Discounter Netto an der Fritz-Eggeling-Allee in Wulfen zum Ziel von Räubern geworden. Diesmal schlug der Mitte Februar 2020 kurz nach 22 Uhr zu. Ein Unbekannter hatte sich maskiert und drei der Mitarbeiter vor der Filiale abgefangen. Er bedrohte sie mit einer Schusswaffe, drängte sie wieder ins Geschäft und forderte sie auf, Geld herauszugeben. Nicht zum ersten Mal passierte es so. Bereits im September 2019 war genau das schon einmal geschehen. Auch damals wartete der Maskierte auf drei Mitarbeiter und hielt ihnen eine Waffe entgegen. Ob es derselbe Täter ist, steht nicht fest. Nur die auffallend dunklen Augenringe sind nach beiden Täterbeschreibungen gleich.

Rettungssanitäter von Taxifahrer angegriffen. Zum ersten Mal wurde im Februar 2020 vor dem Dorstener Krankenhaus der Stadt ein Rettungssanitäter offensichtlich absichtlich angefahren und schwer verletzt. Einen solchen Ausbruch von Aggressivität hatte es zuvor in Dorsten nicht gegeben, so die „Dorstener Zeitung“. Nach einem Disput mit einem Taxifahrer, der mit seinem Wagen zum wiederholten Mal die Liegendanfahrt des Krankenhauses blockierte, wurde der erfahrene Sanitäter nach Zeugenaussage mit Absicht angefahren. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Beckenprellung. Die Stadt Dorsten erstattete Anzeige gegen den Taxifahrer. Verbale Übergriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Notärzte gibt es immer wieder. Aber mit dieser Attacke haben die Übergriffe eine neue Dimension erreicht. Her schrieb Dorstens Feuerwehr-Chef Fischer an alle Kollegen: „Ich bitte alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Vorsicht in ähnlichen Situationen, da offensichtlich die Eskalation der Aggressivität in dieser Ausprägung neu und nicht vorhersehbar ist.“ Dafür spricht auch, dass sich beim Schützenfest in Wulfen 2019 Rettungssanitäter von einer Menschenmenge bedrängt fühlten, als sie Verletzten helfen wollten.

Zigarettenautomat in Hervest gesprengt. Ende Januar 2020 wurde ein Mann beobachtet, wie er an der Dorfstraße einen Zigarettenautomaten sprengte. Wie die Polizei mitteilte, entwendete der Täter Zigaretten und Bargeld. Der Automat wurde komplett zerstört. Es entstand Sachschaden in Höhe von 2500 Euro.

Brandstiftung in Wulfener Imbissbude – Täter gesucht. Das Feuer in der Imbissbude an der Dülmener Straße in Altwulfen am 29. Januar 2020 ist auf Brandstiftung zurückzuführen. Der Polizeibericht: „Für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Schadenhergangs und Ermittlung des Täters führt, hat die Versicherung einen Betrag in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Für den Fall, dass mehrere sachdienliche Hinweise gegeben werden, so behalten wir uns vor, die Belohnung anteilig unter den Hinweisgebern zu verteilen.“

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