Jugendkriminalität

NRW-Landesprojekt „Kurve kriegen“ – seit 2018 auch Dorsten dabei

Logo der “Kurve kriegen”-Initiative der Stadt Dortmund

Damit Jugendliche nicht von der schiefen Bahn endgültig in eine kriminelle Karriere abgleiten, hat das Land Nordrhein-Westfalen 2011 die Initiative „Kurve kriegen“ ins Leben gerufen. Als Partner mit dabei sind seit Januar 2018 auch die Stadt Dorsten sowie zehn weitere Städte im Zuständigkeitsgebiet des Recklinghäuser Polizeipräsidiums. Mit Stand von Februar 2018 gehört das Präsidium in Recklinghausen zu den 20 Polizeibehörden in NRW, die die Initiative gegen Jugendkriminalität mittragen – 91 Städte machen mit. „Kurve Kriegen“ ist die Ergänzung, die Mehrfachstraftäter im Alter von acht bis fünfzehn Jahren von ihrer kriminellen Laufbahn abbringen und ihrem Leben eine neue Richtung geben will. Das Leitungsteam des Projekts besteht aus erfahrenen Polizeibeamten, Sozialarbeitern und Sozialpädagogen mit Erfahrungen im Präventionsbereich. Abgesehen von schweren Straftaten unterliegen sie nicht dem Legalitätsprinzip – also der Pflicht zur Strafverfolgung, die z.B. für Polizisten und Staatsanwälte gilt. Beispielsweise wurde im 2016 in Gelsenkirchen angelaufenen Projekt „Kurve kriegen“ eine Straffreiheit von 90 Prozent erreicht. Bezahlt wird das Projekt vom Land. Eine wissenschaftliche Studie weist nach, dass ein jugendlicher Intensivstraftäter mit früher und ungebremster krimineller Karriere bis zu seinem 25. Lebensjahr Folgekosten von 1,7 Mio. Euro verursacht: Opferschäden, Aufwand für Polizei und Sozialbehörden. Dafür, dass ein junger Mensch die „Kurve kriegt“ und nicht aus der Gesellschaft die „Kurve kratzt“, gibt NRW pro Jahr und Teilnehmer ca. 13.000 Euro aus. Vernachlässigung der Schule, kein Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Arbeit, Abdriften in die Kriminalität, Jugendstrafe, Haftstrafe…
Damit es nicht so weit kommt, können Eltern, die sich Sorgen um ihre Kinder machen, aktiv auf die Initiative „Kurve kriegen“ zugehen , mit den Ansprechpartnern von Polizei und AWO Münsterland-Recklinghausen Kontakt aufnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Eltern müssen ihr Einverständnis erklären. Im persönlichen Gespräch werden Fragen geklärt. Ziel ist die direkte und konkrete Hilfe für die Kinder und Jugendlichen. Pädagogische Fachkräfte erarbeiten mit Eltern und Kindern individuelle Programme, zum Beispiel mit Sportkursen, Antiaggressionstraining, Lernhilfen, Sprachkursen…

Siehe auch: Kriminalitat
Siehe auch: Polizeiwesen I (Essay)
Siehe auch: Kriminalität 2010/16

Ansprechpartner: Kriminalhauptkommissar Thomas Kranjc, Tel. 0 23 61 / 55 37 87; E-Mail: kurvekriegen.recklinghausen@polizei.nrw.de. – Damla Karakas, Tel. 0 23 61 / 55 37 89; E-Mail: d.karakas@awo-msl-re.de. – Stefan Bohm, Tel. 0 23 61 / 55 37 89; E-Mail: s.bohm@awo-msl-re.de.


Quelle: Louisa Hassel in DZ vom 1. Febr. 2018

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