Jugendparlament

Fast 7.000 Schüler gaben bei der Wahl ihre Stimme ab

Neu eingerichtet wurde von der Stadt Dorsten Ende 2010 ein Jugendparlament aus mindestens 42 Delegierten, die die Interessen ihrer Altersgenossen im Alter von elf bis 21 Jahren vertreten. Fast 7.000 Stimmzettel mussten im Auftrag des Jugendamtes ausgezählt werden. Abgestimmt hatten die Schüler der Jahrgänge sechs bis dreizehn der weiterführenden Dorstener Schulen. Eine der ersten Aufgaben des neuen Jugendparlaments wird es sein, sich ab 2011 an der Ausgestaltung des neuen Jugendzentrums LEO in Hervest-Dorsten zu beteiligen.

Sitzung des Jugendparlaments 2013

Sitzung des Jugendparlaments 2013

Um ihre Vorstellungen zu verwirklichen, hat das Jugendgremium inzwischen verschiedene Arbeitsgruppen zu den Themen gegründet, die den Mitgliedern am wichtigsten sind. Die Arbeitsgruppe „Sicherheit“ wird sich mit den Problemen und Ursachen der mangelnden Sicherheit in Dorsten befassen. Ideen gibt es genug: Selbstbehauptungstraining, mehr Aufklärung in den Schulen über Alkohol, Drogen und Gewalt sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für diejenigen, die sich abends betrunken an Orten wie Barkenberg und dem ZOB aufhalten und Angst und Schrecken verbreiten.

Mit Öffentlichkeitsarbeit das Jugendgremium bekanntmachen

Die Arbeitsgruppe „ÖPNV“ will sich für mehr Nachtbusse und bessere Busverbindungen am Abend engagieren sowie mehr Sicherheit beim Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel schaffen, beispielsweise durch Kameraüberwachung. Die Arbeitsgruppe „Jobbörse“ möchte es Jugendlichen erleichtern, einen Job zu finden. Für mehr Event-Angebote will sich die Arbeitsgruppe „Groß was los in Dorsten!?“ kümmern. Eine Arbeitsgruppe „Jugendhaus Hervest“ entwickelt Ideen für den neuen Treffpunkt, der 2013 fertig gestellt sein soll. Hier sollen verschiedene Kurse (z. B. Tanzen und Kochen) sowie Nachhilfeunterricht stattfinden. Die Arbeitsgruppe plant außerdem die Gestaltung und Einrichtung des Jugendhauses; auch einen Partyraum soll es geben. Die Arbeitsgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ will den Bekanntheitsgrad des Jugendgremiums erhöhen. Ein Jahr nach Gründung zog das 20-köpfige Gremium Bilanz, mit der es zufrieden war (Konzert, Gewaltpräventionstraining, Berlin-Reise) und gab Ausblick auf das kommende Jahr: Ganz oben auf der langen Liste mit Zielen steht der Bolzplatz nahe der Zeche Fürst Leopold in Hervest. In verschiedenen Arbeitsgruppen beschäftigen sich die Jugendlichen mit aktuellen Themen ihre Altersgenossen (Zivilcourage, nicht wegschauen, Party am Schuljahr-Ende u. a.).

14 Delegierte und elf Stellvertreter gewählt

Die Jugendlichen der weiterführenden Schulen in Dorsten hatten Mitte 2012 ein neues Jugendparlament gewählt. Neun Schulen haben dafür Kandidaten aufgestellt, knapp 2800 von 5000 wahlberechtigten Jugendlichen haben ihre Stimme abgegeben (56,3 % – das ist besser, als bei mancher Europa- oder Kommunalwahl). Spitzenreiter ist die Geschwister Scholl-Hauptschule mit einer Wahlbeteiligung von 97 % (262 abgegebene Stimmen bei 269 Wahlberechtigten). Unter stadtweit 73 Kandidaten in den neun teilnehmenden Schulen wurden 14 Delegierte für das Gremium Jugend in Aktion und elf Stellvertreter gewählt. Nicht alle Schulen haben mitgemacht und nicht an allen Standorten gab es genug Bewerber, um auch noch Vertreter zu wählen. Fünf Schulen (Gymnasium St. Ursula, Montessori, Erich-Klausener-Realschule, Paul-Spiegel-Berufskolleg und Raoul-Wallenberg-Schule) hatten diesmal keine Kandidaten aufgestellt oder keine Wahlen durchgeführt.

Die Wahlen zum Jugendgremium „Jugend in Aktion“ 2016

Acht weiterführende Schulen und vier Jugendeinrichtung der Stadt Dorsten sowie die Dorstener Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Maria Veen haben an den Wahlen des Dorstener Jugendgremiums (begrifflich nicht mehr Jugendparlament) 2016 teilgenommen. Abhängig von der Anzahl der Schüler/innen an den Schulen konnten diese entsprechend unterschiedlich viele Delegierte stellen. Schulen · bis zu 500 Schülern stellen einen Delegierte plus einen Stellvertreter, bis zu 1000 Schülern stellen zwei Delegierte plus zwei Stellvertreter, Schulen mit mehr als 1000 Schüler stellen drei Delegierte plus drei Stellvertreter. Jugendeinrichtungen stellen jeweils einen Delegierten plus einen Stellvertreter.

Schulen: Dietrich Bonhoeffer-Schule (291 Schüler): Emily Oleander (Delegierte) und Reyhan Cangül (Stellvertreterin); Geschwister-Scholl-Schule (283 Schüler): Anastasia Konrad (Delegierte); Erich-Klausener- Realschule (472 Schüler): Justin Veenstra (Delegierter) und Marij Leko (Stellvertreterin); Realschule St. Ursula: Katharina Ammeling, Bianca Bas (Delegierte) und Marina Steinke, Elisa Gerling (Stellvertreterinnen); Gymnasium St. Ursula (943 Schüler): Jan Heppner und Jillian Dos Reis Duarte Baroa (Delegierte); Gymnasium Petrinum (934 Schüler): Matthias Bockamp, Nick Mahnke (Delegierte) und Sabine Michallik, Jonas Hantzschk (Stellvertreter); Gesamtschule Wulfen (1115 Schüler): Alina Haarnagell und Johanna Twittenhoff (Delegierte); Von-Ketteler-Schule (220 Schüler): Kevin Fiehn und Lukas Leeson (Delegierte); Gymnasium Maria Veen (mit 168 Schüler aus Dorsten): zwei Delegierte.
Jugendeinrichtungen: HOT Olbergstraße: Kevin Ramic (Delegierter); Rottmannshof: Morice Niedeck (Delegierter); Das LEO: Mikail Kizilka (Delegierter); TOT St. Josef: Laura Walbrodt (Delegierte).

Die erste Sitzung mit dem neuen Jugendgremium „Jugend in Aktion“ fand Ende Oktober 2016 im Großen Sitzungssaal des Rathauses statt.


Quelle:
Sina Rompza „Forderung des Jugendgremiums: Nachts muss die Stadt sicherer werden“ in DZ vom 25. Januar 2011. – Ludger Böhne „Jugendliche wählen neue Interessenvertretung“ in WAZ vom 11. Oktober 2012.

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