Kaufkraft

Unternehmen machten mehr Umsätze als Kaufkraft vorhanden war

yyy-Verdienst-Statistik-L-Euroscheine

Zwischen 1985 und 1997 ist die Einwohnerzahl Dorstens um 12  Prozent gestiegen und die Fläche um 42 qkm verkleinert worden (jetzt 171,2 qkm). Dorsten gilt landesplanerisch als Mittelzentrum. Mitte der 1980-er Jahre gab es in der Stadt rund 350 Ladengeschäfte mit 157.000 qm Geschäftsflächen und 2.282 Beschäftigten. Zusammen machten die Geschäfte jährlich einen Umsatz von fast 600 Millionen DM. Die Kaufkraft lag mit 95,5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt (100 Prozent). Das war immer noch mehr zu 1988, als die Kaufkraft in Dorsten bei 88,6 Prozent noch tiefer unter dem Bundesdurchschnitt lag.

Zentrale Lage bestimmt die Attraktivität

Während die Kaufkraft gestiegen ist, ist der Umsatz kräftig zurückgegangen. 1987 lag er bei  85.5 Prozent und somit um 14,5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, 1991 sank er auf 82,6 Prozent und erreichte 1997 einen Tiefstand von 77,7 Prozent. Zum Vergleich: Waltrop 59,6 Prozent, Haltern, Gladbeck 75,3 Prozent, Herten 7,8 Prozent, Marl 83,3 Prozent, Recklinghausen 105,5 Prozent, Oberhausen 126,9 Prozent, Essen 119,4 Prozent. Aus den Quoten Umsatz- und Kaufkraft wird von überörtlichen wissenschaftlichen Einrichtungen neuerdings die „Handels-Zentralität der Stadt“ ermittelt. Dies ist ein Index, der aus verschiedenen handelsrelevanten Bereichen zusammengefasst ist. Je größer die Handelszentralität einer Stadt ist, desto größer ist die Attraktivität dieser Stadt als Einkaufsstadt. Im Jahre 2006 lag die Zentralität von Dorsten bei 101,4. Prozent. Das bedeutet, dass im Saldo aller Kaufkraftzu- und -abflüsse in Dorsten (rechnerisch) mehr Umsatz getätigt wurde als Kaufkraft vorhanden war. Demnach floss aus anderen Städten Kaufkraft nach Dorsten. Eine vollständige Eigenbindung der lokalen Kaufkraft, also eine ausgeglichene Umsatz-Kaufkraft-Relation, wird mit dem Index 100,0 umschrieben.

Online-Handel schränkt den Umsatz vor Ort ein

2014 hat die Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen erstmals zeitgleich in allen zehn so genannten Mittelzentren im Kreis Recklinghausen die Menschen in wichtigen Einkaufsstraßen gezählt (Passantenfrequenz). Hintergrund dieser groß angelegten Aktion war die Feststellung, ob bzw. inwieweit der Online-Handel die Umsätze der Einzelhandelsgeschäfte beeinflusst. Das Ergebnis der Zählungen formulierte der Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses: „Noch haben wir sehr starke und attraktive Mittelzentren im Kreis:“ Während bei der Zählung an einem Donnerstag die Stadt Recklinghausen mit 1.809 Passanten vor Gladbeck (1.161) und Dorsten ( 1.011) landete, rangierten an Samstagen hinter Dorsten (1.818) die Städte Gladbeck (1.800) und Datteln (1.767). Alles über 1.000 an einem Samstag und 800 über einem Donnerstag gelte als stark, so die IHK. Sollte der Online-Handel weiter so wachsen wie bisher, werde es problematisch, prognostizierte ein Konsumforscher. Mit der Attraktivität des Einzelhandels vor Ort stehe und falle die Anziehungskraft der Städte. Innerstädtischer Handel müsse gefördert werden, denn Einkaufstempel gebe es mittlerweile überall. Je mehr es solche gebe, verringere sich die Kaufkraft für das einzelne Objekt.

Kaufkraft-Umsätze der Unternehmen im Kreis weiter gestiegen

Die Unternehmen im Kreis machten 2016 weiter gute Geschäfte. Die Jahresumsätze waren laut Landesstatistiker zum vierten Mal hintereinander gestiegen. Die Betriebe erwirtschafteten rund 23,5 Milliarden Euro. Die größten Zuwächse gab es in Dorsten, Herten und Recklinghausen. Verlierer waren Castrop-Rauxel und Marl. Dort gab es einige Insolvenzen und ein paar Firmen hatten ihren Sitz in andere Städte verlagert.

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