Honsel, Bernhard

Er machte den „Tante-Emma-Laden“ der Tante zum Kaufhaus

h-honsel-bernhardGeboren 1928 in Dorsten; Kaufmann. – Das Geschäft an der Freiheitsstraße übernahm Berni Honsel 1951 zusammen mit seiner Schwester Maria von der Tante Elli Wensing. Untergebracht war der kleine „Tante-Elli-Laden“ im elterlichen Wohnhaus an der Freiheitsstraße, gerade 27 Quadratmeter groß. Spätere Um- und Anbauten machten den Laden zum Kaufhaus. Schon 1966, inzwischen geschäftlich von seiner Schwester getrennt, vergrößerte Honsel den Laden und stellte um auf Selbstbedienung mit eigener Metzgerei und  angestelltem Metzger sowie frischem Fleisch vom Schlachthof. In der eigenen Fleischerei befand sich eine Wurstküche. Hotels und andere Geschäfte belieferte Berni Honsel mit seinen eigenen Wurst- und Fleischwaren.

Familie Honsel (Silderhochzeit 1982); Foto: privat

Familie Honsel (Silberhochzeit 1982)

Zehn Jahre später erweitere Berni sein Geschäft auf 600 Quadratmeter und noch einmal zwei Jahre später baute er wieder um. Nach Neueröffnung 1978 hatte Holsterhausens „Kaufhaus Honsel“ die erste Rolltreppe von ganz Dorsten und nach weiteren Umbauten in den 1980er- und 90er-Jahren „alles unter einem Dach“:  Fing Honsel mit zwei bis drei Mitarbeiterinnen an, so standen den Kunden später über 100 Verkäuferinnen und Verkäufer an der Freiheitsstraße zur Verfügung. Der Holsterhausener blickte über den Tellerrand seiner Stadt. In Marl eröffnete er 1993 einen Verbrauchermarkt, der ein Jahr später um den Tierfuttermarkt „Fressnapf“ erweitert wurde.

„Sportpark Olymp“ im Bereich Maria Lindenhof

Ein zweites wichtiges Standbein schuf sich die Familie Honsel zwischenzeitlich mit dem „Sportpark Olymp“ in Maria Lindenhof, um den sich hauptsächlich die beiden Söhne Ralf und Bernd kümmerten. Die Aktivität auf diesem Gebiet kam dem Senior sehr entgegen. Als leidenschaftlicher Tennisspieler war er nicht nur Mitbegründer des BVH-Tennis und Mitinitiator der ersten Tennishalle, auch seine sportlichen Erfolge konnten sich sehen lassen. Mehrmals war er Stadtmeister im Tennis und ist ein begeisterter Schwimmer. 2017 brannte der Sportpark Olymp bis auf die Grundmauern nieder.

Das Kaufhaus ging 1993 an den Sohn Ralf über

Fitness brauchte er, denn er hatte neben dem aufreibenden Geschäftsbetrieb noch viele engagierte Ehrenämter: Vorsitz im Prüfungsausschuss der IHK, Vorstand der Mittelstandsvereinigung der CDU, Schöffe beim Landgericht Essen, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Dorsten, Vorstand der Werbegemeinschaft Holsterhausen und vieles mehr. So prägte der Jubilar jahrzehntelang das öffentliche und geschäftliche Leben in seiner Heimatstadt mit. 1993 übernahm Sohn Ralf das Kaufhaus an der Freiheitsstraße, erweiterte zusammen mit seiner Frau Martina die Geschäftsaktivitäten mit einem neuen Einkaufsmarkt in Rhade und mit dem Getränkemarkt an der Borkener Straße. Schon als Kind in Lederhosen schwärmte er davon, mal so zu werden wie sein Vater. Im Januar 2009 hat er den Einkaufsmarkt an der Freiheitsstraße baulich erweitert, modernisiert und die Verkaufsregale erneuert. Da können sich der Senior und seine Frau Änne getrost zurücklehnen und ihren Lebensabend genießen. Dazu gehören nicht nur Freunde, Nachbarn und Geschäftspartner sondern vor allem die Familie: seine Frau Änne, die Kinder Annette, Christel, Ralf und Bernd mit ihren Familien, die Enkelkinder Bernd, Marie, Julia, Christina, Sophia, Joscha, Carolina, Janne.

Vierte Honsel-Filiale größter Frischemarkt in Dorsten und Umgebung

Ralf Honsel; Foto DZ

Ende Januar 2018 eröffnete Ralf Hansel auf den ehemaligen Zechengelände in Hervest-Dorsten einen neuen Edeka-Markt, über die Bild-Zeitung wegen seiner „Bergbau-Optik“ am 2. Februar 2018 titelte: „Dieser Supermarkt ist ein Pütt“.  Und so ist es auch: Die mächtige dunkle Fassade erinnert an Kohle und Stahl und damit an die Montan-Geschichte des Reviers, die Leergutautomaten stehen in einem Gang, ähnlich wie ein Stollen untertage. Dazu BILD: „Ein Gang wie im Ruhr-Museum! Doch er führt zu den Leergut-Automaten.“ Es ist die vierte Filiale, die von der Familie Hansel eröffnet wurde. Es gibt sie noch in Holsterhausen (Stammhaus), in Rhade und auf der Hardt. Die Idee, auf dem Zechengelände Fürst Leopold einen Lebensmittelmarkt zu errichten, hatte Ralf Hansel bereits 2009. Doch widrige Umstände zogen die Fertigstellung immer wieder hinaus. Schließlich kam die Baugenehmigung im Januar 2017. Das Gebäude mit einer Verkaufsfläche von 2.300 Quadratmetern ist 38 Meter breit, ohne Anlieferungszone etwa 80 Meter lang und mit einer Höhe von 7,8 Metern mehr als doppelt so hoch als üblich. Damit ist es der mit Abstand größte Frischemarkt in Dorsten und Umgebung. Alleine zwölf Kühlhäuser sorgen für die verschiedenen optimalen Lagerungsbedingungen für alle Frischbereiche. Für die Kundenbetreuung sorgen 73 neu eingestellte Mitarbeiter/innen.


Siehe auch:
Unternehmer


Quelle letzter Absatz: Bild-Zeitung vom 2. Febr. 2018. – Lydia Klein-Dressler in DZ vom 3. Febr. 2018. 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone