Drecker SJ, Urban

Der Dorstener Jesuitenpater starb 1888 im amerikanischen Buffalo

1839 in Dorsten bis 1888 in Buffalo/USA; Jesuitenpater. – Er stammt aus der bekannten Kaufmannsfamilie Drecker in Dorsten und ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Urban Drecker, Heimatfreund aus Dorsten. Über ihn, seinen Lebensweg und seine kirchlichen Tätigkeiten ist bislang kaum etwas bekannt, wohl aber über sein Krankheitszustand und seinen damit zusammenhängenden Tod am 30. Juni 1888, abends um 21.15 Uhr. Da war er gerade neun Monate in Nordamerika. Er lebte dort im jesuitischen Canisius-College in Buffalo (Staat New York) zusammen mit 40 Jesuitenbrüdern und starb an der bereits in Deutschland erkannten Bright’schen Krankheit, die damals noch unheilbar war. Nieren, Leber und andere Organe waren betroffen. Zudem kam in den letzten zwei Jahren Asthma hinzu. Da er kaum Schmerzen hatte, sondern Erschöpfungszustände und Appetitlosigkeit, nahmen weder er noch seine Umgebung dies als ernste Erkrankung wahr. Noch 14 Tage vor seinem Tod hielt er anlässlich einer Jubiläumsfeier in Anwesenheit des Bischofs eine Festpredigt in, las danach noch jeden Tag die hl. Messe  und „war den ganzen Tag über heiter“, so der Rektor des Canisius-Instituts, Pater M. Port, in einem Brief nach Dorsten. „Er erheiterte durch seine gute Laune und seine vortrefflichen Witze wie gewöhnlich die ganze Gesellschaft und war unser alter, gemüthlicher P. Urban.“ Eines Tages hörte ein Jesuit, der sich im Gang aufhielt, in einem Zimmer einen Schlag. Pater Urban Drecker lag bewusstlos und gelähmt am Boden. Sogleich wurden ihm die letzten Sakramente gegeben. „Gebeichtet hatte er Tags zuvor.“ Sein Zustand änderte sich nicht. So lag er fünf Tage ohne Bewusstsein auf dem Krankenlager, „Tag und Nacht von Patres, Brüdern und Doctoren umgeben.“ Pater Urban Drecker hatte keinen Todeskampf zu bestehen. Er starb nur wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag  und ein Dreivierteljahr nach seiner Ankunft in Amerika. – 1880 veröffentlichte Urban Drecker das Lehrbuch „Praecepta eloquentiae“ (Bonn) und zwei Jahre später gab er das Buch „Die Vollkommenheit Gottes“ im Schöningh-Verlag Paderborn heraus, siehe Titelbild.

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