Bakalorz, Marvin

Profi-Fußballer erwarb verkommene Villa in Rhade und lässt sie herrichten

Geboren 1989 in Offenbach am Main, aufgewachsen in Raesfeld und künftiger Villenbesitzer in Dorsten-Rhade, Profi-Fußballer derzeit Kapitän des Zweitliga-Vereins Hannover 96. – In wenigen Jahren will Marvin Bakalorz Dorstener Bürger werden, denn er hat 2020 eine über 100 Jahre alte herrschaftliche aber stark heruntergekommene und unter Denkmalschutz stehende Villa in Dorsten-Rhade gekauft. Bei der Villa handelt es sich um eines der ältesten – wenn nicht sogar das älteste – Bauwerk aus Kalksandstein in der Region. Die meisten Räume und Ausstattungselemente stammen aus der Erbauungszeit. Die Villa wollte er für seine Familie wieder bewohnbar machen, wozu er von Denkmalschutzamt 150.000 Euro zugesichert bekam. Auf das Haus aufmerksam gemacht hatte ihn sein Vater Dirk Bakalorz (geb. 1963), der selbst Profi-Fußballer war wie heute sein Sohn. Er betreibt in Raesfeld ein Sportfachgeschäft und wohnt seit 2015 in Rhade. Das Bild unten zeigt Marvin Bakalorz (2. v. l.) zwischen seinem Vater (r.) und Architekt Eberhard Berg vor der Villa in Rhade. Doch Bürgermeister Stockhoff und die Rhader sowie die städtischen Denkmalschützer freuten sich zu früh. Die Villa wurde weder hergerichtet, wie großmächtig angekündigt, noch hat Bakalorz vor, dort einzuziehen. Stattdessen war im Mai 2021, also rund ein Jahr nach dem Kauf, in Immobilien-Portalen das Haus zum Kauf angeboten worden: „Denkmalgeschützte Jugendstilvilla repräsentiert historischen Charme“, so die Überschrift. Der Grund: Marvin Bakalorz hatte nach dem Hauskauf einen Vertrag in der ersten türkischen Liga unterschrieben. Daher konnte er sich um seine Villa in Rhade nicht mehr kümmern. Nach einer Expertise des „Zentrums für Denkmalpflege“ in Raesfeld dürften sich die Sanierungskosten auf rund 380.000 Euro belaufen, die dann zu der von Marvin Bakalorz verlangten Kaufsumme in Höhe von 389.000 Euro kämen.

Jugend: TSG Jügesheim, TSV Raesfeld, Westfalia Gemen, Preussen Münster

Marvin Bakalorz begann mit dem Fußball in der Jugendabteilung der TGS Jügesheim, einem Klub aus Rodgau im Kreis Offenbach, bei dem auch sein Vater von 1994 bis 1996 gespielt hatte. Nach dem Karriere-Ende seines Vaters und dem Umzug der Familie nach Raesfeld schloss er sich dem TSV Raesfeld und später Westfalia Gemen an. Danach wechselte er in die Jugendabteilung Preussen Münster, für die er vier Jahre lang spielte. 2008 wurde er in der ersten Mannschaft eingesetzt, die in der viertklassigen Regionalliga West spielte. In seiner Premierensaison konnte er sich keinen Stammplatz erkämpfen und kam nur zu 18 Einsätzen. Auch in der Folgesaison blieb ihm ein Stammplatz verwehrt. Dabei gelang ihm am im April 2010 beim 4:0-Sieg im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen mit dem Führungstreffer in der 7. Minute ein Tor. 2010 wechselte er in die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund. Bakalorz wurde Stammspieler und absolvierte bis Saisonende 29 Spiele, in denen er vier Tore erzielte. Im Juni 2011 erhielt Bakalorz vom BVB den ersten Profivertrag seiner Karriere. Damit gehörte er in der Saison 2011/12 dem Bundesliga-Kader der Dortmunder an und wurde ohne Einsatz Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger. Auch in der Saison 2012/13 bestritt er kein Spiel für die erste Mannschaft. Er kam weiterhin nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz, mit der er im Sommer 2012 in die 3. Liga aufstieg.

Bundesligadebüt im Spiel Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96

Zur Saison 2013/14 wechselte Bakalorz zu Eintracht Frankfurt. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart. Dort spielte er zunächst für die zweite Mannschaft. Am 1. Dezember 2013 bestritt er bei der 0:2-Niederlage im Auswärtsspiel gegen Hannover 96 sein Bundesligadebüt, als er in der 64. Minute für Inui eingewechselt wurde. Sein Europapokaldebüt für Eintracht Frankfurt absolvierte er am 12. Dezember 2013 in der Europa League gegen APOEL-Nikosia. Um Spielpraxis zu erlangen, wurde er in der Winterpause derselben Saison an den Zweitligisten SC Paderborn 07 ausgeliehen. Nach guten Leistungen wurde die vereinbarte Kaufoption seitens des SC Paderborn gezogen und Bakalorz fest verpflichtet. Mit dem SCP wurde er Tabellenzweiter der Zweitligasaison 2013/14 und stieg in die Bundesliga auf. Trotz des direkten Wiederabstiegs in der Folgesaison blieb er den Ostwestfalen treu und wurde nach dem Abgang des bisherigen Kapitäns im August 2015 zum neuen Spielführer des SCP ernannt.

Vertrag beim Bundesligaabsteiger Hannover 96 bis Juni 2020

Nachdem der SC Paderborn zum Ende der Spielzeit 2015/16 erneut abgestiegen war, wechselte er zur Saison 2016/17 zum Bundesligaabsteiger Hannover 96. Die Saison endete mit dem direkten Wiederaufstieg von Hannover, was für Marvin Bakalorz den zweiten Bundesligaaufstieg in seiner Karriere bedeutete. Anfang März 2019 wurde Bakalorz Kapitän der abstiegsgefährdeten Bundesligamannschaft. Am Saisonende stieg er mit Hannover 96 in die 2. Bundesliga ab. Vor der Saison 2019/20 verlängerte Bakalorz seinen auslaufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2022.


Quellen: Wikipedia (Aufruf Marvin Bakalorz Juli 2020). – DZ vom 27. Juli 2020; unteres Foto: Michael Klein (DZ).

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