Atomwaffenfreie Zone

Ein symbolischer Akt des Stadtrats gegen Stimmen der CDU

Das provokante Schild

Eine symbolisches Schild, keine reale Aussage

Während einer außerparlamentarischen Auseinandersetzung um den Bestand des Munitionsdepots (siehe Muna) in Wulfen erklärte am 8. Mai 1985 der Rat der Stadt in einer Sondersitzung mit den mehrheitlichen Stimmen von SPD und Bündnis-Grüne gegen die Stimmen der CDU Dorsten symbolisch zur „atomwaffenfreien Zone“. In der Ratsdebatte schlugen die politischen Wellen haushoch. Die von Pfarrer Lackmann zu Beginn der Sitzung gesprochenen besinnlichen Worte waren von den Ratsmitgliedern schnell vergessen. Antragsteller waren die „Frauen für den Frieden“, die Dorsten atomwaffenfrei haben wollten. Die Verwaltung schlug dem Rat vor, diesen Antrag wegen Unzuständigkeit des Rates abzulehnen. Zudem hätte die Stadt sowieso keinen Einfluss darauf, ob und wo Atomsprengköpfe der Alliierten gelagert würden. In der Abstimmung nach der hitzigen Rednerschlacht im Rat entstand ein Patt, so dass der Antrag für angenommen galt. Keine Mehrheit erhielt dagegen der Antrag der Grünen, nun, da Dorsten „atomwaffenfrei“ sei, den Bau von Atombunkern in Kellern von öffentlichen und privaten Häusern zu verbieten. Einen weiteren Antrag der Bündnis-Grünen, keine öffentlichen Gelöbnisse der Bundeswehr mehr in Dorsten zuzulassen, zogen die Grünen vor der zu erwartenden Abstimmungsniederlage zurück.

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