Steger, Prof. Ulrich

Bundestagsabgeordneter, Landesminister, Wissenschaftler

Dr. Ulrich Steger, einst Bundestagsabgeordneter in Dorsten

Geboren 1943 in Berlin; Bundespolitiker und Manager. – Für Dr. Ulrich Steger war seine Wulfener Zeit, die er von 1972 bis 1984 als SPD-Bundestagsabgeordneter in Barkenberg verbrachte, Sprungbrett für eine „Bilderbuch-Karriere“ in Politik und Wissenschaft: Von 1968 bis 1971 war er Vorsitzender der Jungsozialisten und von 1975 bis 1984 stellvertretender Vorsitzender des Unterbezirks Recklinghausen, wurde 1976 mit den Arbeitsschwerpunkten Energie- und Technologie, Industrie- und Außenwirtschaftspolitik in den Bundestag gewählt. Er war Sprecher verschiedener Ausschüsse und von 1984 bis 1987 Landesminister für Wirtschaft und Technik in Hessen. Deshalb musste er seinen Wohnsitz nach Wiesbaden verlegen. Der „Spiegel“ am 16. Juli 1984: „Ulrich Steger, 40, neuer Wirtschaftsminister in Hessen, hat nach zweiwöchigem Wohnen auf Rädern in Wiesbaden zumindest vorläufig eine feste Bleibe gefunden. So lange hauste der Sozialdemokrat aus Dorsten samt Ehefrau und drei Kindern im eigenen Wohnwagen auf einem Campingplatz in der Maaraue, einem idyllisch gelegenen Fleck am Rhein bei Mainz-Kastel. Nachdem die Idylle in den Hitzetagen zur Sauna geworden war, zog die Familie am letzten Mittwoch in eine Wohnung um.“

Lehrstuhl in Lausanne und Berlin

Ulrich Steger (l.) mit der Spendendose und Wolf Stegemann, 1984

1987 übernahm Steger den neu eingerichteten Lehrstuhl für Ökologie und Unternehmensführung an der European Business School (bis 1994). Unter Beibehaltung des Lehrstuhls wurde er erster Umweltvorstand bei der Volkswagen AG (bis 1993), hatte mehrere Gastprofessuren, war u. a. Aufsichtsratsvorsitzender der Mitteldeutschen Kali AG. 1995 gab er seinen Lehrstuhl auf und wechselte an das renommierte Institute for International Management Development (IMD) in Lausanne, wo er den Lehrstuhl für Umwelt- und internationales Management übernahm. Im Jahre 2000 ehrte ihn die TU Berlin mit einer Honorarprofessur. Von 2000 bis 2002 leitete er die Forschungsgruppe „Nachhaltige Energie Innovation“ der Europäischen Akademie. Ulrich Steger studierte in Münster und Bochum Wirtschaftswissenschaften, promovierte 1975, ist seit 1964 verheiratet und hat drei Adoptivkinder. In seiner Freizeit liest er gern Kriminalromane und bevorzugt dabei die von Agathe Christie. Aktuell forscht Ulrich Steger als Weinkoordinator innerhalb des Conviviums permanent nach interessanten Tropfen, die in Flaschen gefüllt werden. Er treibt maßgeblich so bemerkenswerte Projekte wie den Rheingauer Slow Wine-Führer und den Roten Riesling voran. Apropos forschen und vorantreiben: Beides beherrscht Steger, wie er auch in er Politik udn Wirtschaft gezeigt hat, aus dem Effeff. Steger entdeckte die Vielfalt des Weins und fand – zum Glück für das Convivium – ein neues Betätigungsfeld. Das hat er sich, darin nach wie vor professioneller Forscher, direkt in Buchform erschlossen – als Autor wohlgemerkt. Ab 2016 ist er 1. Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Historischen Weinbaus im Rheingau e.V.

Veröffentlichungen (Auswahl): „Erfahrungen und Instrumente einer umweltorientierten Unternehmensstrategie“, 1988. – „Handbuch des Umweltmanagements“, 1992; „Globalisierung gestalten“, 1999. – „Lokal oder global? – Strategien und Konzepte der Internationalen Unternehmenskommunikation“, 2001.

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