Schützenverein Wulfen

Kilometerlange Umzüge mit vielen Gruppen an den Jubiläumsfesten

Thron 1929 mit König Franz Rößmann und Königin Frau Kottendorf

Der „Allgemeine Bürgerschützenverein Wulfen“ ging hervor aus der Schüt­zenkompanie der „Gilde der Wulfenschen Tuchma­cherzunft“. Das erste nachweisbar von der „Schützen-Compagnie der Tuchmachergilde Wulfen“ gefeierte Schützenfest fand 1833 statt. Vermutlich gab es schon früher Schützenfeste. Doch es fehlt der schriftliche Nachweis. Ein namentliches Verzeich­nis der Mitglieder der Schützen-Kompanie von 1833 liegt vor. Die ersten Statuten gab es 1837. Na­mentlich bekannt mit Angabe des jeweiligen Jahres sind die Schützenkönige ab 1865 verzeichnet. Die jetzige Schüt­zenkette stammt aus dem Jahr 1908. Die älteste der drei Fahnen wurde im Jahre 1908 angeschafft, die zweite 1929 und die dritte anlässlich des150-jährigen Jubiläums 1983. Der Wulfener Schützenverein ist wohl der einzige im heutigen Stadtgebiet von Dorsten, in dem Juden Mitglied waren und zu Schützenehren kamen, wie Meier Moises, der 1882 Schützenkönig war. Seine Tochter Adele war 1930 Ehrendame des Throns. Acht Jahre später wurde sie aus Wulfen verjagt.

Tausende Besucher und großer Jubel beim 100. Jubiläumsfest im Jahr 1933

Königspaar 1933: Bernhard Osterkamp und Maria Honrath

Bereits zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg feierten die Wulfener 1921 wieder ihr erstes Schützenfest. Auch im Jahre darauf wurde erneut gefeiert. Wegen der wirtschaftlich schlechten Zeit fiel das Schützenfest 1928 aus, ansonsten wurde jedes Jahr gefeiert. Die wirtschaftliche Katastrophe der 1930er-Jahre mit den Millionen Arbeitslosen brachte dann doch einen Rückschlag, aber im 100. Jubiläumsjahr 1933 feierten die Wulfener wieder wie eh und je mit einem „Großen historischen Festumzug in historischen Gruppen und Trachten“. Tausende Besucher nahmen daran Teil und die Heimatpresse feierte mit. Jubiläumskönig wurde Dr. Aloys Schürmann mit Königin Dore Rose. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde 1935, 1936 und 1938 noch Schützenfest gefeiert. Dann unterbrach der Krieg die Folge der Wulfener Schützenfeste für mehr als ein Jahrzehnt.
Die ersten schweren Nachkriegsjahre ließen keine Gedanken an heitere Schützenfeste aufkommen. Die Währungsreform im Sommer 1948 schaffte wieder die wirtschaftlichen Voraussetzungen zum Feiern. 1949 fand die erste Nachkriegs-Versammlung der Schützen statt. Zum 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Ludwig Heermann. Beim Schützenfest im Juli durfte nur mit der Armbrust geschossen werden. Selbst Holzgewehrattrappen waren von den Engländern noch verboten. Mit dem ersten Nachkriegs-Schützenkönigspaar Johann und Elisabeth Schürmann begannen die Schützenfeste wieder alle zwei Jahre.

125-jähriges Jubiläumsschützenfest 1958 mit 40 Gruppen im Umzug

Zum 125-jährigen Jubiläumsschützenfest fand wieder ein großer historischer Umzug mit mehr als 40 Gruppen und Wagen statt, der sowohl die Vergangenheit als auch die kommende Neue Stadt Wulfen (Barkenberg) zum Thema hatte. Aus Anlass der Grundsteinlegung der Zeche Wulfen durch Bundeswirtschaftsminister Erhardt ebenfalls im Jahr 1958 nahmen Sondergrup­pen mit eigenen Musikzügen und Spielmannszügen der Hoesch AG und der Stinnes-Zechen Essen zusätz­lich zu den einheimischen Gruppen am Festzug teil.

Jubiläumsschützenfeste 1983 und 2008 wieder mit dem üblichen Aufwand

Weitere 25 Jahre bzw. 13 Schützenfeste später, gab der Vorstand 1983 eine bebilderte Festzeitschrift mit einem Überblick über das vergangene und gegenwärtige Vereinleben heraus. Und 25 Jahre später, feierten die Wulfener Schützen wieder mit einem drei Kilometer langen Umzug, an dem 75 Gruppen teilnahmen. Bis zum 175-jährigen Jubiläum im Jahr 2008 feierten die Wulfener Schutzen zwölf weitere Schützenfeste. Zwischendrin mussten sie auf behördliche Anordnung wegen des Vogelschießens den Festplatz wechseln. Daher fand das Jubiläumsfest am heutigen Festplatz Ecke Großer Ring/Wittenbrink statt. Zum Jubiläum erschien der Bildband „175 Jahre Allgemeiner Bürgerschützenverein Wulfen e.V.“ und es konnte das 1000. Mitglied begrüßt werden. Im Festzelt beworteten die Schützen rund 400 Wulfener Senioren und Seniorinnen und veranstalteten eine Jubiläumsgala mit Showbands und namhaften Künstlern. Es gab auch wieder den traditionellen Umzug mit 2000 Teilnehmern, über den die Lokalzeitung titelte: „Grandioser Festumzug krönt Jubiläum in Wulfen, so etwas hat es noch nicht gegeben“.

Siehe auch: Schützenwesen (Essay)
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