Gewerbegebiet Rüster Feld

Unterschiedliche Gutachten für neues Gewerbegebiet Dorsten/Schermbeck

Rüste in Schermbeck zur Grenze nach Dorsten-Holsterhausen; Foto privat

Bei der Frage, wo ein Gewerbegebiet zwischen Schermbeck und Dorsten entstehen soll, sind sich die Kommunen Ende 2020 einig: Rüster Feld. Der Regionalverband Ruhr (RVR) sieht das anders – doch es gibt ein neues Gutachten. Mitte 2018 hatte der RVR beschlossen, den Regionalplan neu aufzustellen. Darin soll für die nächsten 20 bis 25 Jahre ein Rahmen für Gewerbe- und Siedlungsflächen, Naturschutzgebiete, landwirtschaftliche Flächen, Windenergie und vieles mehr geschaffen werden. Obwohl die Ausarbeitung noch nicht fertig ist, will der RVR auf Drängen größerer Ruhrgebietsstädte einen Teilplan für gewerbliche Bauflächen in regionaler Kooperation vorab beschließen. Dabei geht es um Kooperationsstandorte, die zwischen benachbarten Städten bei verkehrsgünstiger Lage für Betriebe mit größerem Flächenbedarf geeignet sein sollen.

Kritik von Anwohnern an möglichen Standorten

Obwohl Dorsten und Schermbeck für diesen Kooperationsstandort das Rüster Feld bevorzugen, auch wenn Anwohner Widerstand angekündigt haben, beharrt der RVR auf dem Emmelkämper Brauk als Standort, der von Anwohnern ebenfalls kritisch gesehen wird. Der RVR beruft sich bei der Entscheidung für den Emmelkamp auf ein von ihm beauftragtes Gutachten. Für die Gemeindeverwaltung Schermbeck und die Stadtverwaltung Dorsten ist dieses Gutachten in einigen Punkten nicht nachvollziehbar. Daher hatten die beiden Gemeinden ein unabhängiges Vergleichsgutachten zu beiden Kooperationsstandorten beim  „L+S Landschaft + Siedlung AG“ in Auftrag gegeben.

Gegengutachten: Rüster Feld ist der bessere Standort

Auf mehr als 70 Seiten legte das Fachgutachter-Büro seine Untersuchungen zu beiden möglichen Standorten vor – unter den Aspekten der regionalplanerischen Ziele und Grundsätze, der Konformität mit den Leitvorstellungen der Regionalplanung sowie von umweltrelevanten Themen. Ebenso wie die beiden Kommunen kommt das Gutachter-Team  zu dem Schluss, dass ein Gewerbegebiet am Rüster Feld besser aufgehoben wäre. Der Kooperationsstandort Rüster Feld passe besser zu den Leitvorstellungen der Landes- und Regionalplanung. Fazit: Mit der Nutzung des Standorts Emmelkamp (gesamt 53 Hektar) würde östlich der A 31 die letzte verbliebene Engstelle des Freiraumzusammenhangs zwischen Lippeaue im Süden und Üfter Mark im Norden „unwiederbringlich geschlossen“. „Entsprechende Kompensationsmöglichkeiten sind nicht erkennbar.“ Jetzt haben die Räte der Kommunen Dorsten und Schermbeck sich mit den Gutachten zu befassen und den RVR eventuell aufordern, sein Gutachten mit dem neuen Gutachten zu ersetzen. – Der Dorstener Stadtrat lehnte im November 2020 und im Januar 2021 die Regionalplanung einstimmig erneut ab und widersprach mit großer Mehrheit der RVR-Planung für Holsterhausen.


Quelle: Berthold Fehmer in DV vom 10. Nov. 2020.

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