Reese, Jacqueline

Der Erstlingskrimi der Dorstenerin spielt im fränkischen Odenwald

Geboren 1962 in Dorsten; Lehrerin und Krimi-Autorin. – Der Umgang mit Texten machte ihr schon immer viele Freude. Schon als 15-jährige Schülerin gewann sie einen Literaturwettbewerb. Doch es vergingen Jahrzehnte, bis sie sich mit einem viele Seiten umfassenden Roman an die Öffentlichkeit wagte. 2012 legte sie ihr Erstlingswerk vor, den Krimi „Spitzberch“, dessen Handlung die Hervest-Dorstenerin in die schöne Landschaft des  fränkischen Odenwalds verlegte. In Gladbeck arbeitet sie als Lehrerin an der „Roßheide“-Förderschule für Erziehungsschwierige und Lernbehinderte.

Jacqueline Reese

Jacqueline Reese ist Mitglied im Autorenverband Franken

Mit „Der Waldgeist“ den 2. Platz belegt

Für ihre Erzählungen, die Jacqueline Reese bis dahin bereits geschrieben hatte, und mit denen sie sich an Literaturwettbewerben beteiligte, erhielt sie Preise und Auszeichnungen. Zum Beispiel 2009 den 1. Platz des deutschlandweit ausgeschriebenen Literaturwettbewerbs „Wasserwerke“ für ihre Erzählung  „Der Schleusenwärter oder die Sehnsucht nach Anderswo“. Eine Sehnsicht nach Anderswo hatte sie selbst schon immer. Nach ihrem Abitur am Gymnasium St. Ursula studierte sie Kunst in Irland, dann Kunstgeschichte, Anglistik und Germanistik in Dortmund und Münster. Unter 400 Einsendungen zu dem vom Kulturmanagement des Odenwaldkreises 2011 ausgeschrieben Krimi-Wettbewerb „Mordsspur“, belegte die Dorstenerin mit ihrem Text „Der Waldgeist“ den 2. Platz.

Regelmäßig Urlaub im Frankenland

Die Handlung ihres 2012 erschienenes Erstlingswerks „Spitzberch“ (auf Deutsch: „Spitzberg“) verlegte die Westfälin komplett in das fränkische Kulmbach und dessen Umgebung, wobei es ihr gut gelungen ist, die fränkische Mentalität in all ihren Schattierungen darzustellen. Ihre Sehnsucht zum Anderswo stillt die Dorstenerin seit zwölf Jahren im odenwäldischen Danndorf, wo sie mit ihrer Familie seither regelmäßig Urlaub macht. Von ihrer Ferienwohnung blickt sie dann bis in das benachbarte Schimmendorf, wo sich der Spitzberg erhebt. Als Jacqueline etwa im Jahr 2000 erstmals als Urlauberin dorthin reiste, war sie sofort von Landschaft, Kultur und den Menschen der fränkischen Lebensart begeistert. Dies schlug dich in ihrem Kriminalroman nieder, in dem sie ihren erfundenen Personen – eine Polizistin aus dem Ruhrgebiet, ein Schriftsteller mit irischen Wurzeln, der in einem abgelegenen Hof Krimis schreibt, und nicht zuletzt die Familie Bär aus Danndorf – realistische Züge der dortigen Verhältnisse verleiht. Auf die Frage der „Bayerischen Rundschau“, woran es liegen könnte, dass trotz Globalisierung und Internet Regionalkrimis auf dem Markt boomen, antwortete Jacqueline Reese:

„Eben an der zunehmenden Globalisierung und der immer präsenten Medienwelt. Deshalb ist es für mich wichtig, sich auf das Natürliche und Einfache zu besinnen, auf das, was direkt vor der Nase liegt, was man aber gar nicht mehr richtig wahrnimmt. Sicher tut es den Leuten mal wieder gut, etwas Positives über ihre Heimat zu erfahren. Von der Regionalkrimi-Welle habe ich natürlich profitiert, aber beeinflusst hat mich das nicht.“

Mitglied im Autorenverband Franken

Ihr erster Kriminalroman „Spitzberch“ hat bei den Lesern großen Anklang gefunden und geht somit in die zweite Auflage. Ende 2012 erschien ein weiterer Krimi mit fränkischem Kolorit. In „Herrenstein“ hat der Kommissar unter Lebensgefahr einen grausamen Ritualmord aufklären. Ein weiterer Franken-Krimi heißt „Sanspareil“. Die Autorin ist Mitglied im Autorenverband Franken. Bei zwei literarischen Wettbewerben war die Hervester Autorin erfolgreich: Ihre Kurzgeschichte „Doch Quichotte“ wurde anlässlich des diesjährigen Krimipreises des Odenwaldkreises für die Anthologie „Mordenerigie“ ausgezeichnet. Ein weiterer Beitrag – „Der Jäger“ – wurde vom Autorenverband Franken (Sitz in Nürnberg) mit dem Schaeff-Scheefen-Literaturpreis 2017 gewürdigt und wird in der Anthologie „Dämmerung“ des Verbandes veröffentlicht.


Siehe auch:
Literaten, lebend

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone