Neubauer, Peter

Der WAZ-Pressefotograf war in Dorsten bekannt wie ein „bunter Hund“

Peter Neubauer mit seiner FRau Hilde bei der WAZ-Verabschiedung; Foto: Lutz von Staegmann / WAZ

Peter Neubauer (Mitte) mit seiner Frau Hilde bei der WAZ-Verabschiedung; Foto: Lutz von Staegmann / WAZ

Von Wolf Stegemann – 1948 in Lübeck – 2016 in Dorsten; Presse-Fotograf. – Mit der Kamera in der Hand kannte man ihn in Dorsten wie einen „bunten Hund“. Er war ein gemütlicher Mensch, war stets freundlich, kollegial, hilfsbereit und arbeitete von 1979 bis zum Eintritt in den Vorruhestand 2007 in der Dorstener Redaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Der Verfasser dieser Zeilen kannte ihn allerdings schon länger aus der gemeinsamen Zeit in der WAZ in Gelsenkirchen. Ganz zufällig trafen sie sich dann in Dorsten wieder, ihrem nunmehr zweiten gemeinsamen Arbeitsort – jedoch in unterschiedlichen Redaktionen. Doch stets, wenn sie sich bei Terminen oder privat trafen, war Gelsenkirchen Gesprächsstoff für ein Ereignis, über das beide immer wieder schmunzelten. Denn irgendwann in diesen späten 1970er-Jahren sperrten beide den Gelsenkirchener Oberbürgermeister Kuhlmann bei einem von der Stadt eingeladenen Presse-Essen in Gelsenkirchen-Buer in die Herrentoilette ein und warfen den Schlüssel in den Hof des Restaurants. Warum? Es gab eben ein gutes Pils und die Zeit war fortgeschritten!

Peter Neubauer war Norddeutscher. In Lübeck geboren, in Hamburg und Dortmund aufgewachsen, studierte er Journalismus und volontierte 1970 bei der WAZ, der er sein gesamten Arbeitsleben lang als Fotograf die Treue hielt. 1970 „war die Zeit der 68-er und die Redaktion eine Art Kommune, in der man rund um die Uhr arbeitete und teilweise auch lebte, immer am Ball, immer aktuell“ (WAZ). Bevor Peter Neubauer nach Dorsten kam, lagen die Stationen Unna, Lünen, Wanne, Essen und Gelsenkirchen-Buer hinter ihm. Gerne kam er nicht in die kleine Stadt an der Lippe, doch dann blieb er gerne.
Furios war das Ende von Peter Neubauers Dienstzeit als Presse-Fotograf. Bei einem Termin im Oktober 2007 – es war sein vorgesehener letzter Sonntagsdienst – stürzte er in Lembeck auf der Freitreppe am Schloss und brach sich beide Arme. So endete sein 37-jähriges Arbeitsleben als Pressefotograf im Krankenhaus-Bett. Seinen Lebensmittelpunkt Dorsten hatte Peter Neubauer, der immer gerne wieder nach Norddeutschland wollte, zusammen mit seiner Frau Hilde in Dorsten behalten. Auch wenn Peter Neubauer die letzten Jahre auf den Rollstuhl angewiesen war, so bewegte er sich rege durch die Stadt und beteiligte sich an Projekten wie beispielsweise in der Jury des jährlichen Fotowettbewerbs des Lippeverbandes „Fotostory“.

Peter Neubauer starb am 7. Januar 2016 mit 69 Jahren und ist auf dem Friedhof an der Plaggenbahn bestattet.


Quelle:
U. H. in WAZ vom 12. November 2007

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