Imping, Hermann

Mit den Rennrad Generationen von Radlern vorneweg gefahren

Joachim Glauck verleiht Imping das Bundesverdienstkreuz; Foto: Ordenskanzlei

Joachim Glauck verleiht Hermann Imping das Bundesverdienstkreuz; Foto: Ordenskanzlei

Er ist ein guter Bäckermeister, geehrter Ordensträger, erfolgreicher Unternehmer und, wie der verstorbene Journalist Jo Gernoth schrieb, nicht nur ein glücklicher Familienvater, sondern auch ein schneller Radfahrer. Über zwei Jahrzehnte war Hermann Imping im Vorstand des Radsportclub Dorsten tätig.  Als Bäcker im väterlichen Betrieb musste er früh aufstehen und war mit seiner Arbeit mittags fertig. Als Ausgleich fand er zum Sport. Fahrradfahren machte ihm Spaß. Daher erstand er sich bald ein gebrauchtes Rennrad.

Radsport-Freizeitkarriere hingelegt

Ein paar Jahre später veranstaltete der Radsportclub Essen in Schermbeck eine Radtouristik. Die 40 Kilometer der Nachwuchsklasse schaffte Imping mit seinem vorangegangenen Freizeit-Training leicht, legte im gleichen Rennen eine Runde dazu und umrundete auch die 20 Kilometer im Familienstart. Damit fing seine Freizeit-Radsportkarriere an, die ihn sein Leben lang begleiten sollte. Er ließ sich in Dortmund sogar ein Rennrad nach seinen Wünschen und Bedürfnissen anfertigen – ein so genannten Schumacher-Rad. Allerdings musste er auch seinem Beruf nachgehen – in der Hauptsache. Mit 18 Jahren leitete er praktisch den Betrieb seines Vaters, mit 21 Jahren war er der jüngste Bäckermeister im Bereich der Handwerkskammer Münster, kümmerte sich um den Aufbau des Betriebs zu eine modernen Unternehmen mit heute 21 Filialen.

Durch den Sport viele Kontakte geknüpft

Die Hermann Imping verbliebene Freizeit nutzte er, um mit anderen Interessierten den Radsport in Dorsten (RSC) wieder zu beleben. Mit seinem Schumacher-Renner ist er einer ganzen Generation von Radlern vorneweg gefahren. Mit Jochen Pöpperl hat er eine Jugendgruppe aufgebaut. Er selbst ist mit seinem Rad und dem Bäckerauto in dieser Zeit der Tour de France gefolgt. „Ich habe durch den Sport so viele Kontakte knüpfen können und so viel Inspiration für mein Leben gewinnen können, dass ich nur eine positive Bilanz ziehen kann“ zitiert ihn Jo Gernoth. 2013 überreichter ihn Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz für seine anhaltende Jugendarbeit im Bäckerhandwerk wie im Sport. – Hermann Imping hat Spuren hinterlassen. „Sein altes Schuhmacher-Fahrrad, von dem er immer dachte, er hätte es noch, ist weg. Irgendwie, irgendwo, aber es bleibt in der Erinnerung von Hermann Imping so etwas wie ein treues Pferd, mit dem er oft in den Sonnenuntergang geritten ist“.


Siehe auch:
Unternehmer


Quelle:
Nach Jo Gernoth (teils wörtlich übernommen) in der 15. Folge „Kapitel Dorstener Sportgeschichte“ in der WAZ vom 3. Februar 2012.

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