Imping, Bäckerei

In 21 Filialen werden 20 Brötchen- und 15 Brotsorten angeboten

Alte Bäckerei-Kutsche; entnommen: Homepage

Alte Bäckerei-Kutsche; entnommen der Website Imping

Der Kaufvertrag stammt vom 1. Mai 1914. Der aus Bocholt stammende Bäckermeister Hermann Imping kaufte dem Dorstener Bäcker Heinrich Becker an der Dorstener Chaussee ein Grundstück mit Gebäude für 30.000 Mark ab. Der Kaufvertrag stammt vom 1. Mai 1914. Der aus Bocholt stammende Bäckermeister Hermann Imping kaufte dem Dorstener Bäcker Heinrich Becker an der Dorstener Chaussee ein Grundstück mit Gebäude für 30.000 Mark ab. Damit legte er den Grundstein für den heutigen Bäckereibetrieb Imping, der nach Übernahme des Bäckereiunternehmens Kleinespel mit seinen acht Filialen im Jahr 2005 „Kleinespel & Imping GmbH“ firmiert. Hinter diesem Namen verbirgt sich nach 100 Jahren Firmengeschichte ein Unternehmen mit 170 Mitarbeitern, drei Schulbistros und 21 Fachgeschäften (auch in Schermbeck, Marl, Polsum und Erle, in denen 20 Brötchen- und 15 Brotsorten angeboten werden.

Teigknetmaschine mit Füßen in Betrieb gehalten

Schon 1914 ging es in er Bäckerei Imping schon recht fortschrittlich zu. Zum Beispiel wurde der Teig nicht mehr mit den Füßen geknetet, sondern eine Teigknetmaschine mit Göpelwerk ersetzte den Einsatz der Füße. Vor einem Zugbalken wurde ein Pferd gespannt, das immer im Kreis gehen musste und dabei die mit Keilriemen verbundene Teigknetmaschine  betrieb. Die Kinder der Gegend kletterten auf das Göpel­werk und konnten so kostenlos Karussell fahren. Als in den 1920er-Jahren die Elektrizität Einzug hielt, verschwand diese Rarität. 1925 wurde ein Café eingerichtet, das durch die Bahnhofhaltestelle der viel befahrenen Strecke Münster-Wesel guten Zulauf hatte.

Mit Pferd und Wagen fuhr Imping Brot und Gebäck in die umliegenden Kolonien. Dabei musste neben dem Kutscher noch ein Wagenposten hinten am Wagen sitzen, da sogar während der Fahrt der Brotwagen von Langfingern aufgesucht wurde. Wöchentlich dreimal wurde auch Brot nach Haltern geliefert, aber mit dem Fahrrad. Dafür wurden an den Fährrädern große Körbe anmontiert. Voll beladen traten die Ausfahrer ihre anstrengende Fahrt nach Haltern an.  Der Zweite Weltkrieg richtete große Schäden an Haus und Backstube an. Aber die Kunden konnten weiter mit Backwaren versorgt werden. Viele ältere Kunden erinnern sich noch gut daran, dass sie immer ein Stück Brot mehr bekamen als ihnen laut Brotkarte zustand.

Nach dem Krieg ging es mit Schwung weiter

Nach der Währ­ungsreform 1948 wurde der Betrieb wieder aufgebaut.1959 verstarb Hermann Imping, der  Gründer der Firma. Sohn Karl übernahm das Erbe und begann mit Ehefrau Maria Haus und Backstube von Grund auf zu renovieren. 1976 legte deren Sohn Hermann Imping vor der Handwerkskammer in Arnsberg schon mit 21 Jahren die Meisterprüfung ab und übernahm 1980 die Bäckerei. Im gleichen Jahr wurde die Filiale am Georgsplatz in Dorsten-Hardt eröffnet.

Vedienstorden für den Bäckermeister für vorbildlichen Einsatz

2013 zeichnete Bundspräsident Joachim Gauck Hermann Imping mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik aus. Der Dorstener war einer von zwölf Bürgern aus Deutschland, die Gauck für „vorbildlichen Einsatz im Bildungsbereich“ ehrte.

„Intensiv hat er sich viele Jahre als Obermeister der Bäckerinnung Dorsten für eine integrative Unterstützung von Jugendlichen mit Leistungseinschränkungen eingesetzt. In seinem mittelständischen Unternehmen bietet er – zusätzlich zu den derzeit 13 Auszubildenden – weiteren Jugendlichen sogenannte Werkstattjahre vor der Ausbildung an, damit diese die Ausbildungsreife erlangen. Auf diese Weise ist es Hermann-Josef Imping gelungen, auch Jugendliche mit Behinderungen oder Lernschwächen in seinem Betrieb zu einem Ausbildungsabschluss zu führen. Daneben hat Hermann-Josef Imping über Jahrzehnte zahlreiche ehrenamtliche Funktionen in der freiwilligen Feuerwehr, der katholischen Kirchengemeinde St. Marien und in Sportvereinen übernommen.“

Vierte Familiengeneration des Dorstener „Back-Imperiums“ ist gesichert

Sohn Hermann legte 1976 die Meisterprüfung ab und übernahm 1980 mit Ehefrau Luise den Betrieb. Nach und nach wurden Filialen eröffnet, die erste am Georgplatz. Die vierte Bäckerei-Generation scheint gesichert. Die Kinder Julia und Christoph Imping sind bereits als Mitinhaber in das Bäckereigeschäft eingestiegen. Die komplette Backwarenproduktion wurde an die größere Backstube (ehemalige Bäckerei Kleinespel) an der Gahlener Straße verlegt, die Kuchen- und Tortenproduktion befindet sich seit dem im Stammhaus Imping „An der Molkerei“.

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