Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst, Rolf

Die Jugendzeit in Holsterhausen prägte den Unternehmer für sein Leben

Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Delmenhorst und seine Frau Ulla

1944 in Dorsten-Holsterhausen bis 2018 in Petershagen; gelernter Heilpraktiker, Selfmademan und erfolgreicher Familien-Unternehmer in der Alten- und Behindertenpflege. – Holsterhausener am Söltener Landweg werden ihn noch als den Jungen namens Rolf mit dem Familiennamen Christoffer kennen. 1992 hatte er den Namen seines kanadischen Onkels „Baron de Sedang-Wolfeé“ angenommen und ihn namensrechtlich mit seinem eigenen Namen eingedeutscht, so dass er fortan Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst hieß. Wer seinen Lebenslauf liest, stellt fest, dass der einstige Holsterhausener einen bis in die Facetten hinein phänomenalen Lebensweg hinter sich und ein Familienunternehmen mit rund 460 festangestellten Mitarbeitern gegründet hatte. Die familieneigene „Juvare-Heimbetriebsgesellschaft mbH“ betreut im Kreis Minden-Lübbecke im äußersten Nordosten Nordrhein-Westfalens in zehn Landsitzen, Parkschlösschen und Villen über 500 Bewohner.

Halbstark in Holsterhausen: Moped, Kofferradio, Rangeleien, Mädchen

Seine ersten Lebensjahre verbrachte Rolf Christoffer in der Nachkriegszeit wohl behütet im Schoß seiner Großfamilie Mast/Christoffer am Söltener Landweg in Dorsten-Holsterhausen und wohnte mit seiner Mutter hinter der damals noch zerbombten alten Badeanstalt am Hammbach. Sein Vater wurde nach der Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft Bergmann und baute mit Hilfe der Bergbaugesellschaft ein Eigenheim an der Akazienstraße in Holsterhausen. Mit seinen Cousinen, Cousins sowie den Jungs und Mädchen aus der Nachbarschaft erkundete Rolf Christoffer den Hammbach und vor allem den Blauen See – rundherum und verbotenerweise mit einem Kahn auch auf ihm. Immer wieder wurde verstreutes Kriegshinterlassenschaften gefunden wie verrostete Stahlhelme und noch gängige Patronen. Die älteren Jungs gruben dann ganze Munitionskisten aus, was auch Opfer unter den Holsterhausener Jugendlichen forderte, erinnerte sich Christoffer. Zwei Freunde verloren Gliedmaßen bzw. das Augenlicht. Alles, was Kinder und Jugendliche ab den frühen Nachkriegjahren erlebten, das erlebte Rolf auch. Mit 14 Jahren wurde er aus der Bonifatiusschule entlassen, bewarb sich bei der Zeche, wurde wegen körperliche Schwächlichkeit nicht genommen, bekam dann bei der Eisengießerei Kleinken 1958 eine Lehrstelle als Former und Eisengießer und 36 DM im Monat. Als Halbstarker gehörte er einer Gang an, in der Mopeds, Kofferradios, Rangeleien, Elvis Presley, Bill Harley und Mädels im Tanzlokal Tengelmann die Freizeitbestimmten. Neben den vielen Verwandtschaftskindern wuchs Rolf Christoffer auch mit „Federvieh“ und Hunden auf. Das prägte ihn. Denn bis zu seinem Lebensende hatte er Hunde nach dem Motto:  „Ohne Hund ist das Leben Schund“. Sein letzter Hund namens Rex war sein Lebenshund, der ihn überlebte.

Vom Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr zum Altenbetreuer

Hund Rex und Herrchen

Von 1964 bis 1980 war Christoffer Zeitsoldat bei der Bundeswehr, brachte es zum Hauptfeldwebel und besuchte in dieser Zeit die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft in Bad Harzburg, danach die Fachhochschule Aachen, leitete dann ein Alten- und Pflegeheim einer kirchlichen Einrichtung, machte sich 1980 als Unternehmer im Bereich der Alten- und Krankenpflege in Petershagen, wo er seit 1977 wohnte, selbstständig und expandierte unter dem Leitspruch „Mörtel und Stein bauen ein Haus, Liebe und Geist füllen es aus“. Er gründete die „Juvare Heimbetriebsgesellschaft mbH“ und wurde deren Geschäftsführender Gesellschafter, ferner der „Christoffer Grundstücks GbR“ sowie die  „Juvare Beteiligungs- und Servicegesellschaft mbH“, wurde Gesellschafter in der „Seniorenpflegeheim Meiborssen GbR“ und im „Ambulanten Pflegedienst Polle GbR“. Zudem waren Rolf Christoffer und seine Frau Ulla auch für das Allgemeinwohl der Gemeinden tätig, interessierten sich für die Kultur und den Sport, deren Bereiche sie finanziell unterstützten. Auch förderte Rolf Christoffer den Naturschutz und die Natur allgemein. Er forstete viele Hektare großen Wald auf und errichtete weitläufige Grünanlagen. Schon als  Junge, als er noch Bauer werden wollte, fühlte er sich der Landschaft und Natur verbunden. – Während sein Sohn Thomas die Familienfirmen übernahm, blieb er weiter der „Seniorchef“. Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst, der seine Jugend in Holsterhausen verbrachte und sich zeitlebens gerne daran erinnerte, starb 74-jährig 2018.


Quellen: Gespräche mit Rolf Christoffer 2012/13. – „Holsterhausener Geschichten“, Bd. 8, „Eine Jugend in Holsterhausen“, 2012. – Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst: „Erinnerungen an Jugend-  und Familiengeschichten, Privatveröffentlichung 2016.

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