Christopher Street Day

Re-Pride: Lesben- und Schwulenbewegung demonstriert im Vest

Lesben- und Schwulenparade in Recklinghausen 2022

Der Christopher Street Day geht zurück auf den Stonewall-Aufstand vom 28. Juni 1969 in der Christopher Street in New York City. Die Gäste der Schwulenbar „Stonewall Inn“ wurden bei einer Razzia zu Opfern politischer und polizeilicher Willkür. Zwar waren sie die Diskriminierung bereits gewohnt, doch der Tag im Juni sollte ein Wendepunkt und Beginn der modernen LGBTQIA+-Bewegung werden. Die Nacht entwickelte sich zu einem heftigen, mehrtägigen Widerstand gegen Diskriminierung und Gewalt. Seither steht der CSD weltweit für den Kampf um queere Sichtbarkeit und Menschenrechte. Die Veranstaltungen und Paraden heute sind sowohl ein Fest der Vielfalt und Akzeptanz als auch ein politisches Statement für Gleichberechtigung und gegen jegliche Form der Diskriminierung. Die Teilnehmenden bringen aktuelle Themen und Forderungen in den öffentlichen Raum. In Deutschland war zuletzt zum Beispiel das Selbstbestimmungsgesetz ein Thema. Der Bundestag hat im April 2024 beschlossen, dass trans- und intergeschlechtliche Menschen sowie Personen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen, einfacher ihren Geschlechtseintrag beim Standesamt ändern lassen können. Vorher brauchten sie dafür zwei psychologische Gutachten.

2022: Es wurde geradelt und geredet, gefeiert und gefordert

Die fünfte Auflage des „RE-Pride“, einer Veranstaltung für die Gleichberechtigung aller Menschen, führte unter dem Motto „Liebe ist alles“ durch die Recklinghäuser Altstadt zum Rathaus. Die Regenbogenflagge, das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung schlechthin, war am Vestischen Christopher-Street-Day (VCSD, 25. Juni) 2022) auf dem Rathausplatz das beherrschende Textil. Aber auch die Transgender-Flagge in den Farben Hellblau, Rosa und Weiß trugen viele der Besucherinnen und Besucher des „RE-Pride“ („Recklinghausen-Stolz“) als Umhang. Mittags setzte sich am Recklinghäuser Busbahnhof eine Raddemo mit rund 1000 Teilnehmern in Bewegung, um auf ihrem Weg über die Herner Straße, die Blitzkuhlenstraße und über die Castroper Straße zurück für die Gleichberechtigung für Lesben, Schwule, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTIQ+) die Trommel zu schlagen. Anschließend ging es zu Fuß durch die Altstadt zum Rathausplatz, wo um 14 Uhr die Abschlusskundgebung mit symbolisch buntem Programm startete. Dort standen neben Redebeiträgen und Musik auch Auftritte von Dragqueens auf dem Programm. Institutionen wie etwa der schwul-lesbische Sportverein „AufRuhr“ informierten über ihre Arbeit und Angebote. Die für die Demo geplanten Redebeiträge mussten allerdings wegen technischer Probleme ausfallen.

2024: Paraden in der Nähe von Datteln, Oer-Erkenschwick und Waltrop

Im September 2024 findet eine CSD-Demonstration in Waltrop statt. Diesen Sommer gehen aber noch mehr Menschen nahe des Ostvests für Gleichberechtigung auf die Straße. Beim Christopher Street Day demonstrieren Menschen für die Rechte und die Sichtbarkeit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und anderen queeren Menschen. In diesem Jahr finden in ganz Deutschland, auch in der Nähe von Datteln, Oer-Erkenschwick und Waltrop wieder zahlreiche Veranstaltungen und Demonstrationen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung statt. Waltrop feiert den CSD 2024 auch wieder. Der Termin steht fest: Am Samstag, 21. September, geht es um 12 Uhr im Moselbachpark los. Genauere Infos zur Route teilen die Veranstalter noch mit. In Datteln hatte es zuletzt auch Spekulationen über einen möglichen CSD im Juli gegeben. Jedoch lag der Stadt kein bestätigter Termin vor. – Neben Waltrop bieten 2024 weitere Städte in der Nähe die Möglichkeit, am CSD teilzunehmen. Die Demonstrationen finden an folgenden Samstagen statt: Essen: 3. August, Haltern am See: 17. August, Münster: 24. August, Dortmund: 14. September, Herne: 21. September.

Siehe auch: Schwule und Lesben


Quelle: DZ vom 27. Juni 2022. – quel in DZ vom 12. Juli 2024

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