Christlich Demokratische Union

Bekenntnis zum demokratischen, christlichen und sozialen Staat

Im August 1945 wurde die CDU Dorsten-Altstadt im Saal Kleinespel auf der Hardt gegründet. Erster Vorsitzender war Wilhelm Norres. Kommunisten, ehemalige Nationalsozialisten aber auch Mitglieder des vor dem Krieg starken Zentrums sperrten sich einer christlich-demokratischen Neugründung in Dorsten. Schwierigkeiten bei der Lizenzierung räumte Propst Westhoff bei der englischen Militärregierung beiseite. Die Leitsätze der CDU für den Stadt- und Landkreis Recklinghausen von 1946 bekannten sich zum demokratischen, christlichen, sozialen und deutschen Staat. Sie forderten u. a. freie Gerichtsbarkeit, Schutz des Staates für die Kirchen, Schutz der Familie, Gleichstellung der Frau, Mitarbeit der Jugend am Staate, bundesstaatliche Organisation, deutsche Einheit, Frieden, Wiederaufbau, öffentliche Wohlfahrtspflege.

Bei der ersten Wahl 1946 bekam die Partei die meisten Mandate

Nachkriegs-Wahlplakat CDU

Wahlplakat CDU von 1948

In dem 1946 eingerichteten 21-köpfigen Beirat (Vorläufer des Kommunalparlaments) hatte die CDU gemäß der Wahl von 1929 zwölf Sitze. Da es die CDU 1929 aber noch nicht gab, wurden die damaligen  Stimmen des Zentrums und der Evangelischen Vereinigung der CDU übertragen. Weiter gehörten dem Beirat fünf SPD- und vier KPD-Vertreter an. Bei der ersten Kommunalwahl im September 1946 erhielt die CDU von 21 Mandaten 17, die SPD und KPD jeweils zwei. An der Mehrheit der CDU in den kommunalen Ratsgremien – wenn auch nicht in diesem hohen Maße – sollte sich bis 1984 nichts ändern. Die CDU stellte bis dahin Stadt- bzw. Amtsdirektoren sowie die Bürgermeister und in den Landgemeinden ebenfalls die Mehrheit in den  Gemeindevertretungen sowie die Bürgermeister.

CDU verlor 1984 die Mehrheit im Dorstener Stadtrat

1984 verlor sie im Rat die Mehrheit, da die FDP nicht mehr in den Rat einzog, und die SPD mit Unterstützung der Grünen den Bürgermeister (SPD) stellte. Erst 1999 erhielt die CDU die Ratsmehrheit zurück und stellte mit Lambert Lütkenhorst den ersten von den Einwohnern direkt gewählten Bürgermeister. Sein hauptamtlicher Vorgänger Dr. Karl-Christian Zahn (CDU), der noch von einer CDU/Grüne-Ratsmehrheit gewählt worden war und einem von SPD und Grüne dominierten Rat vorsaß, trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an.
1965 wurde die Ortsunion Dorsten-Altstadt gegründet, die den Stadtverband bildete. Mit Aufhebung des Amtes Hervest-Dorsten 1975 änderte sich auch die Organisationsstruktur der Doppelgleisigkeit. Amtsunion und Stadtunion schlossen sich im Stadtverband zusammen. Weitere Parteigremien: Frauen-Union 1953, Mittelstandsvereinigung (wiederbelebt 1980), Stadtverband Seniorenunion 1889, Christlich Demokratische Arbeitnehmer und Junge Union. Heute hat die Dorstener CDU mit den Ortsverbänden Altstadt, Lembeck, Rhade, Wulfen, Altendorf-Ulfkotte, Hervest, Holsterhausen rund 18.000 Mitglieder (Stand 2008).

CDU-Funktionsträgerkonferenz: Kein Anstieg der Jugendkriminalität“

In ihrer ersten „Funktionsträgerkonferenz“ der Dorstener CDU im Februar 2008 befassten sich die christlichen Lokalpolitiker auch mit dem Thema „Jugendkriminalität“. Dabei stellte der damalige Erste Beigeordnete Gerhard Baumeister fest: „Es gab in unserer Stadt keinen Anstieg der Jugendkriminalität. Das Gegenteil war der Fall. Aber leider haben sich die Straftaten im Bereich der Körperverletzung erhöht und das fällt natürlich anders ins Gewicht als andere minder schwere Straftaten.“ Im Gegensatz zu anderen Städten und zum Landesdurchschnitt sei dies in Dorsten ein sehr positiver Trend.

Zukunftskommission Dorsten 2025

Im Februar 2011 haben CDU-Stadtverband und CDU-Ratsfraktion gemeinsam die „Zukunftskommission – Dorsten 2025“ ins Leben gerufen. Die Mitglieder dieser Kommission haben unabhängig von Parteizugehörigkeit, Kirchturmdenken und sonstigen Zwängen kreative Ideen für unsere Stadt entwickelt, um der verändernden Altersstruktur und dem Bevölkerungsrundgang zu begegnen. Dabei wurden bewusst keine verdienten Partei- oder Fraktionsmitglieder berufen, sondern unabhängige Experten und Entscheidungsträger, die in Dorsten Verantwortung tragen.


Quellen:
Festschrift „Der Anfang der CDU in Dorsten“, Dorsten 1981. – Hiltrud Landua „Christliche Verantwortung motivierte zum politischen Engagement. Die CDU fand Rückhalt in der Bevölkerung“ in Wolf Stegemann (Hg.) „Dorsten nach der Stunde Null“, Dorsten 1986. – Website CDU Dorsten (2014).

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