Gleichstellungsbeauftragte

Vera Konieczka - Zur Prävention und zum Schutz vor Diskriminierung

551-Konieczka- DZ (Ausschnitt) 2373436_1_PLAssMANN_11Seit Einrichtung dieser Stelle im Jahre 1986 achtet Vera Konieczka auf die Gleichstellung zwischen Mann und Frau im Rathaus. Seit 2006 unterstützt das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) die Arbeit Das Gesetz sieht ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen aktiver Förderung von Benachteiligten, Prävention und Schutz vor Diskriminierungen vor (siehe Frauenförderplan).  – Zum Nachdenken: Unlängst meldete sich der Schauspieler Michael Brandner (62), ein recht männlich-stotzender Typ, zu Wort und beklagte, dass sich im deutschen Film und Fernsehen „der unentschlossene, wankelmütige Mann“ durchgesetzt habe. „Ich weiß micht, ob es an den Redakteurinnen liegt, die das forcieren: Der Mann als schwächeres Glied ist ein vogue“, sagte der Schauspieler. Momentan (2014) gebe es kaum Serien, die starke Männertypen bevorzugten. – Vielleicht ein Thema für die Frauenkulturtage?
Um Diskriminierungserfahrungen und ihr Ausmaß sichtbar zu machen und Betroffene künftig besser unterstützen zu können, hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im September 2015 die bislang größte Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland gestartet. Sie dauert bis Ende November an. Diskriminisierungsorte sind Kindergärten, Schulen, Behörden, Arbeitsplätze sowie Versicherungs- und Bankgeschäfte. Die Dorstener Gleichstellungsbeauftrage nimmt Diskriminierungs- bzw. Benachteiligungsfälle entgegen.

In den ersten Jahren erfuhr sie vielfältig „männliche Sichtweisen“

Nach 35 Jahren wurde Dorsten erste Gleichstellungsbeauftragte Vera Konieczka Ende August  2021 in den Ruhrstand verabschiedet „Du bist eine Institution – sowohl menschlich als auch fachlich. Wir werden Dich vermissen“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff bei seiner Rede, die er bei der Verabschiedung von Vera Konieczka hielt und ihr die Ehrennadel der Stadt Dorsten in Silber verlieh. Außerdem überreichte er ihr ein Schreibset, denn die 65-Jährige hat verraten, dass sie sich künftig mehr ihrer Leidenschaft, der Satire, widmen möchte.
Die Frauenkulturtage – vom damaligen Kulturamt ins Leben gerufen – hatte sie von der zweiten Auflage an mitgestaltet und komplett übernommen. Die Frauenkulturtage wurden eine über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Marke aus einer bunten Mischung aus Kleinkunst, Musik, Lesungen, Ausstellungen und Diskussionen. Frauenförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Frauen in Führungspositionen, die Begleitung von Einstellungsverfahren unter dem Blickwinkel von Gleichstellung, das Sichtbarmachen von Frauen in der Sprache – all das waren die Themen denen sich die Gleichstellungsbeauftragte  innerhalb der Stadtverwaltung widmen musste. Ihr Job war in den ersten Jahren nicht bei allen gut angesehen, auch nicht bei ihren Kollegen und Kolleginnen im Rathaus und in den Lokalparteien. Gewalt gegen Frauen – Vera Konieczka  engagierte sie sich dafür, dass das Dorstener Frauenhaus in die Landesförderung aufgenommen wurde. Allerdings musste sie sich zu Beginn ihrer 35-jährigen Dienstzeit immer wieder in der von Männern dominierten Ratshausverwaltung durchsetzen. Und anfangs nicht nur gegen „männlich einbetonierte Sichtweisen“ gegenüber Frauen allgemein, sondern auch gegen ihre Person als Frau und Gleichstellungsbeauftragte im eigenen Haus, in dem sie in den 35 Jahren 16-mal das Büro wechseln musste.
Obgleich ihre Tätigkeit Ende August beendet war, blieb Vera Konieczka bis Ende Oktober mit reduzierter Stundenzahl im Dienst. Zu ihrer Nachfolgerin wurde unter 30 Bewerbern die Lokalpolitikerin (Grüne) Kim Wiesweg ernannt.

Siehe auch: Kim Wiesweg
Siehe auch: Frauenförderplan


Quellen: Pressemitteilung der Stadt vom 6. Sept. 2021. – DZ vom 4. Sept. 2021

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