Brunnen

Früher waren sie lebenswichtig, heute schmücken sie Straßen und Plätze

Stadtbrunnen am Markt mit Szenen aus der Stadtgeschichte

Der 1986 errichtete Stadtbrunnen am Markt mit Szenen aus der Stadtgeschichte

Auf dem Marktplatz gibt es seit 1963 den von der Kreissparkasse der Stadt geschenkten und von Sr. Paula gestalteten Marktbrunnen, auf dessen Rändern die Geschichte der Stadt Dorsten dargestellt ist. Auf der anderen Seite des Marktplatzes wurde 1986 ein Stadtbrunnen eingeweiht, der an den drehbaren Ecken ebenfalls mit Darstellungen aus der Dorstener Geschichte verziert ist. Vor der Franziskanerkirche in der Lippestraße wurde 1979 ein Brunnen des Berliner Künstlers Paul Brandenburg errichtet, der in einem weiten runden Becken aus einer Aluminiumkugel besteht, die eine aufbrechende Frucht darstellt. In Lembeck steht seit 1984 der Herrlichkeitsbrunnen, am Markt in Wulfen Barkenberg gibt es seit 1986 die Wassertreppe, auf dem Brunnenplatz in Hervest den Ziegenbrunnen und in Holsterhausen seit 1995 den Partnerschaftsbrunnen. Um den überschuldeten städtischen Haushalt zu sanieren, hat die Verwaltung die Dorstener Brunnen 2012 stillgelegt. Die Einsparung beträgt etwa 1.000 Euro jährlich. Während in Wulfen-Barkenberg die Wassertreppe nicht mehr in Betrieb ist, sprudeln am Dorstener Markt die beiden Brunnen munter weiter. Denn die Volksbank Dorsten hatte die Kosten dafür übernommen. 2020 wurde der Brunnengrund im Zuge der Neupflasterung des Marktplatzes total verändert und die dort im Jahr 2000 durch Bürgerinitiative angebrachte brinzene Goethe-Tafel entfernt. Goethe war1792 in Dorsten und trank am Marktplatz an einem „Pütz“ (Brunnen) Rotwein.

Gewesener Sr. Paula-Brunnen auf dem Marktplatz

2014 stand das Thema Sprudeln der Brunnen ja oder nein wieder auf der Spar-Agenta der Stadt: Stilllegung der Brunnen zur Rettung des defizitären Haushalts. Doch die Stadt überlegte es sich Mitte 2014 anders und stellte fest, dass ein Weiterbetrieb der Brunnen eine „prägende Bedeutung“ für den Marktplatz habe. Dies sei 2012 durch den Stilllegungsbeschluss nicht ausreichend gewürdigt worden. Zudem argumentierte die Verwaltung für die Wiederinbetriebnahme auch mit Dorstens verstorbener Künstlerin Tisa von der Schulenburg. Die Brunnen seien mit ihr eng verbunden und stellten eine „historische Komponente der Innenstadt“ dar. Die Wiederherrichtung zum Betrieb des Brunnens vor dem Alten Rathaus übernahm die Firma ipe als Sponsor. Die Kosten für den Brunnen am gegenüberliegenden Ende des Marktes musste die Stadt übernehmen, da sie keinen Sponsor fand. Die Mittel wurden dem Etat des Zentralen Gebäudemanagement entnommen. Im Jahr 2020 entfernte die Stadt diesen künstlerisch gestalteten Brunnen ersatzlos.

„Granatapfel“-Brunnen an der Franziskanerkirche stillgelegt

Der dritte Innenstadtbrunnen vor der Franziskanerkirche war zuerst „auf Dauer stillgelegt“. Doch im Neugestaltungsprogramm der Innenstadt „Wir machen Mitte“ sollte dann der 1979 installierte und seit Jahren von der Stadt vernachlässigte „Granatapfel“-Brunnen am Franziskanerkloster wieder Wasser speien. Geplant war zudem, dass dann der Brunnen in den Sommermonaten zum Wasserspielplatz für Kinder werden sollte. Dafür müsste das in sich geschlossene Kunstwerk allerdings einen neuen Sockel erhalten, wozu der Bildhauer bereits sein Einverständnis gegeben hatte. Die Frage blieb offen, wer die etwa 2800 Euro teure Jahresrechnung des Wassers für den städtischen Brunnen zahlen sollte. Die Stadt wollte dies nicht. Verblieb, entweder einen Sponsor zu finden oder der Brunnen würde eine ärmliche Attrappe bilde. Sie blieb Attrappe bis 2020. Dann entfernte die Stadt diesen Brunnen.

„Das Lebenskarussell“ – neuer Brunnen auf dem Fürst-Leopold-Platz

Mit sechs Metern Durchmesser ist auf dem Zechengelände in Hervest-Dorsten im Jahr 2013 ein neuer Brunnen installiert worden. Er bildet das Zentrum des gastronomisch umgebenen Fürst-Leopold-Platzes. Der Künstler Norbert Then von der damals benachbarten „Traumfänger“-Galerie schuf ihn und gab ihm den Namen „Das Lebenskarussell“. Mit Hilfe des Brunnens erzählt der Künstler die komplette Lebensgeschichte eines Menschen von der Jugend bis zum Alter. 53 schlanke Skulpturen symbolisieren die jeweiligen biographischen Abschnitte. Der Brunnen umfasst 8000 Liter Wasser mit einem Unterwasserspiegel, der sich im Kreise dreht. Das Ganze versehen mit einer Fontäne und insgesamt stimmungsvoll illuminiert.

Neue Brunnenanlage am Essener Tor – geschichtsträchtiger Ort

Am Essener Tor wurde im Oktober 2018 eine neue Brunnenanlage eingeweiht. Gleichzeitig erinnert jetzt die 43. Geschichtstafel „Essener Tor“ der Stadt an die Vergangenheit dieses Ortes. Die Brunnenanlage wurde in ehrenamtlicher Arbeit von den Altstadtschützen in Zusammenarbeit mit Dorstener Unternehmen und Bürgern gestaltet.


Siehe auch:
Artesische Brunnen
Brunnen-Debatte 2020 (I)
Brunnen-Debatte 2020 (II)
Brunnen-Debatte 2020 (III)
Brunnenplatz
Kunstbeirat der Stadt Dorsten
Marktbrunnen
Partnerschaftsbrunnen
Paula-Brunnen
Städtepartnerschaftsbrunnen

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