Bösing, Dr. med. Bernhard

Die Vielzahl seiner Patienten waren an Staublunge erkrankte Bergleute

Ehrenmedaille für den gebürtigen Hervester Dr. Bernhard Bösing

1923 in Hervest-Dorsten bis 2016 in Linden-Neussen; praktischer Arzt. – Seine Eltern waren Bernhard Bösing und Elisabeth geb. Damming. Der Sohn Bernhard Maria Antonius Bösing  machte 1942 am Dorstener Gymnasium Petrinum das Abitur und kam gleich danach als Soldat an die Ostfront und anschließend in Kriegsgefangenschaft, aus der er bereits Ende 1945 zurückkehren konnte. Bernhard Bösing studierte in Münster Humanmedizin und legte im Oktober 1949 das Staatsexamen ab. Danach ließ er sich in Linden-Neussen nieder, wo er zunächst als Nachfolger in der alten Praxis von Dr. Böker arbeitete und ab 1955 im Knappschaftskrankenhaus Bardenberg als Knappschaftsarzt speziell für Bergleute tätig war. 1957 eröffnete Dr. Bösing eine neue Praxis in die Frohnhofstraße. Die Vielzahl seiner Patienten waren an Silikose (Staublunge) erkrankte Bergleute der Zeche „Maria“ als Alsdorf. Diese Art der Erkrankung trat erst auf, als der Presslufthammer Hammer und Pickel ersetzte, was eine vermehrte Staubentwicklung zur Folge hatte. Er betreute auch das Altenheim „Haus Seraphim“ in Weiden. Zusätzlich baute Bösing das Heilig-Geist-Gymnasium mit aus, das damals nur ein Progymnasium war. Er war der 7. Präsident des Ärztekegelklubs „Immer-Treu“. Ihm wurde 1993 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Von seinen rheinischen Münzfreunden erhielt er die goldene Ehrennadel mit seinem Konterfei (Bild) zum 75. Geburtstag  und eine numismatische Neuprägung einer sächsischen mittelalterlichen Münze mit Eingravierungen, die seine Person betreffen (ganz oben). Dr. Bernhard Bösing war der letzte Sprengelarzt in Broichweiden. Verheiratet war er seit 1953 mit Elisabeth geborene Clahsen aus Würselen. Sie starb vier Monate nach dem Tod ihres Mannes, im Juni 2016. Das Ehepaar war 60 Jahre lang verheiratet und hatte vier Kinder. Auf Bernhard Bösings Totenzettel steht: „Arbeit und Freundschaft waren Maximen in seinem Leben.“

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