Blauer See I

Technische Wasseranlage ein Paradies für Fische, Vögel und Spaziergänger

Blaue See in Holsterhausen

Wie ein Idyll im Urlaub – der künstlich angelegte blaue See in Holsterhausen

Der Blaue See wird durch drei Zugänge mit Wasser gespeist: Der größte Teil wird dem Hammbach entnommen und an der Nordseite eingeleitet. Bei erhöhtem Bedarf wird an der Südseite dem See ebenfalls Hammbachwasser zugeführt. Außerdem leitet ein Pumpwerk des Lippeverbandes 40.000 Kubikmeter Grundwasser im Jahr aus dem von Bergsenkungen betroffenen Marienviertel in den See. Am Ostufer befinden sich die zwei Entnahmeeinrichtungen, die bis zu 50  000 Kubikmeter Wasser in das Pumpwerk leiten. So werden jährlich etwa 11 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen. Die Steuerung und Überwachung von Zu- und Abläufen erfolgt aus der Leitwarte des Wasserwerks Holsterhausen.Der etwa 15 Hektar große und bis zu vier Meter tiefe künstliche „Blaue See“ in Holsterhausen ist eine Betriebswasserversorgungsanlage der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW). In der Nachkriegszeit wurde er als Badesee genutzt. Tausende kamen aus dem gesamten nördlichen Ruhrgebiet, um sich im Wasser und an den sandigen Ufern zu vergnügen. Ursprünglich war der See weder als Badesee noch als Trinkwasserreservoir geplant, sondern diente in den 1930er- und 40er-Jahren allein dem Abbau von Sand, wobei sich das ausgeschachtete Loch mit Wasser füllte und so das Ausmaß eines Sees annahm. 1952 erwarb die RWW das Gelände und erteilte Badeverbot. Das Seewasserwerk hat am 18. April 1956 seinen Betrieb aufgenommen.

Große Fischvielfalt: Rotaugen, Brassen, Karpfen, Barsche, Zander u. a.

Bis heute wird der Blaue See als Brauchwasserspeicher mit einem Pumpwerk an der Ostseite genutzt. Das Seewasserwerk wurde 1955 errichtet. Heute wirkt der See mit seinen grünen Uferzonen zwar wie ein Paradies für Fische und Wasservögel, auch für Fledermäuse, ist und bleibt aber Teil einer technischen Anlage der RWW zur Betriebswasserversorgung. Die Fischvielfalt ist groß: Raubfische wie Wels, Hecht, Zander, Barsch, Aal und Friedfischarten wie Karpfen, Brassen, Rotaugen sowie im geringeren Maße Schleie, Güster, Gründling und Kaulbarsch sind heute im „Blauen See“ heimisch geworden. So wie dem Blauen See bei Bedarf regelmäßig auch künstlich per Pumpen Hammbachwasser zugeführt wird, so sorgen auch die Angler bei den Fischbeständen immer wieder für Nachwuchs. So wurden im Februar 350 Kilo Rotaugen, 250 Kilogramm Brassen, 175 Kilogramm Barsche und 75 Kilogramm Störe an sogenanntem „Besatz“ im Wert von mehreren tausend Euro eingebracht.
Auf dem früheren RWW-Gelände am östlichen Seeufer, dort, wo die ehemalige und bereits abgerissene Betriebsverwaltung Dorsten stand, entstand ab 2011 ein Wohngebiet im Grünen, das der Investor und Architekt Rainer Thieken baut.

Geologen untersuchten 2016 Gesteinsschichten des Untergrunds

Wissenschaftler des Geologischen Dienstes NRW erforschten im Juli/August 2016 die Gesteinsschichten am Blauen See. Dazu nahmen sie in den oberflächennahen Erdschichten an drei Stellen Bohrungen vor. Die Erkenntnisse über den Gesteinsaufbau des Untergrunds sollen bei künftigen Planungen und Bewertungen herangezogen werden. Der vor rund 80 Jahren künstlich geschaffene See hatte offenbar schon vor über 200.000 Jahren einen eiskalten, tiefen und großen Vorgänger. Normalerweise, so die Wissenschaftler in der Dorstener Zeitung, wären hier 120.000 Jahre alte Ablagerungen der Lippe zu erwarten gewesen. Stattdessen sind die Geologen auf eine Sand- und Tonschicht eines ehemaligen Eistausees aus einer Zeit gestoßen, als das Inland-Eis große Teile des heutigen Nordrhein-Westfalens bedeckte.

Fischsterben: Sauerstoffmangel im Wasser durch herabfallendes Laub

An einem Wochenende im Dezember 2016 wurden viele tote Fische im Blauen See gesichtet. Das Rheinisch-Westfälische Wasserwerk (RWW), Betreiber des Blauen Sees, ließ das Fischsterben von Experten untersuchen. Es könnte auf sauerstoffarmes Wasser im See zurückzuführen sein. Ursache für den Sauerstoffmangel seien sehr wahrscheinlich große Mengen Laubabfälle, die im Herbst von den Bäumen in den See rieselten. Durch Fäulnisprozesse werde der Sauerstoffanteil im Wasser reduziert.

Siehe auch: Hammbach


Quellen:
Pressestelle RWW Mülheim. – Gregor Duve in „Holsterhausener Geschichten“, Bd. 4, 2007. – DZ vom 18. Juli 2009.

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