Blauer See I

Technische Wasseranlage ein Paradies für Fische, Vögel und Spaziergänger

Blaue See in Holsterhausen

Wie ein Idyll im Urlaub – der künstlich angelegte blaue See in Holsterhausen

Der etwa 15 Hektar große und bis zu vier Meter tiefe künstliche „Blaue See“ in Holsterhausen ist eine Betriebswasserversorgungsanlage der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW). In der Nachkriegszeit wurde er als Badesee genutzt. Tausende kamen aus dem gesamten nördlichen Ruhrgebiet, um sich im Wasser und an den sandigen Ufern zu vergnügen. Ursprünglich war der See weder als Badesee noch als Trinkwasserreservoir geplant, sondern diente in den 1930er- und 40er-Jahren allein dem Abbau von Sand, wobei sich das ausgeschachtete Loch mit Wasser füllte und so das Ausmaß eines Sees annahm. 1952 erwarb die RWW das Gelände und erteilte Badeverbot. Bis heute wird der Blaue See als Brauchwasserspeicher mit einem Pumpwerk an der Ostseite genutzt. Das Seewasserwerk wurde 1955 errichtet. Heute wirkt der See mit seinen grünen Uferzonen zwar wie ein Paradies für Fische und Wasservögel, auch für Fledermäuse, ist und bleibt aber Teil einer technischen Anlage der RWW zur Betriebswasserversorgung. Die Fischvielfalt ist groß: Raubfische wie Wels, Hecht, Zander, Barsch, Aal und Friedfischarten wie Karpfen, Brassen, Rotaugen sowie im geringeren Maße Schleie, Güster, Gründling und Kaulbarsch sind heute im „Blauen See“ heimisch geworden. Auf dem früheren RWW-Gelände am östlichen Seeufer, dort, wo die ehemalige und bereits abgerissene Betriebsverwaltung Dorsten stand, entstand ab 2011 ein Wohngebiet im Grünen, das der Investor und Architekt Rainer Thieken baut.

Geologen untersuchten 2016 Gesteinsschichten des Untergrunds

Wissenschaftler des Geologischen Dienstes NRW erforschten im Juli/August 2016 die Gesteinsschichten am Blauen See. Dazu nahmen sie in den oberflächennahen Erdschichten an drei Stellen Bohrungen vor. Die Erkenntnisse über den Gesteinsaufbau des Untergrunds sollen bei künftigen Planungen und Bewertungen herangezogen werden. Der vor rund 80 Jahren künstlich geschaffene See hatte offenbar schon vor über 200.000 Jahren einen eiskalten, tiefen und großen Vorgänger. Normalerweise, so die Wissenschaftler in der Dorstener Zeitung, wären hier 120.000 Jahre alte Ablagerungen der Lippe zu erwarten gewesen. Stattdessen sind die Geologen auf eine Sand- und Tonschicht eines ehemaligen Eistausees aus einer Zeit gestoßen, als das Inland-Eis große Teile des heutigen Nordrhein-Westfalens bedeckte.

Fischsterben: Sauerstoffmangel im Wasser durch herabfallendes Laub

Am Wochenende 17./18. Dezember 2016 wurden viele tote Fische im Blauen See gesichtet. Das Rheinisch-Westfälische Wasserwerk (RWW), Betreiber des Blauen Sees in Holsterhausen, ließ das Fischsterben von Experten untersuchen. Es könnte auf sauerstoffarmes Wasser im See zurückzuführen sein. Ursache für den Sauerstoffmangel seien sehr wahrscheinlich große Mengen Laubabfälle, die im Herbst von den Bäumen in den See rieselten. Durch Fäulnisprozesse werde der Sauerstoffanteil im Wasser reduziert.


Quellen:
Pressestelle RWW Mülheim. – Gregor Duve in „Holsterhausener Geschichten“, Bd. 4, 2007. – DZ vom 18. Juli 2009.

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