Hardtbergsee

2016 in Hardtbergsee umbenannt - ein Reservoir für seltene Tiere

Tillessensee

Tillessensee bzw. Hardtberg-See

Der Tillessensee (2016 in Hardtbergsee umbenannt) in Dorsten-Östrich ist durch die Gewinnung von Quarzsand und Quarzkies entstanden und als Wasserreservoir für das Quarzwerk etwa um 1930 wieder hergerichtet worden. Auch die Umgebung ist von „Euroquarz“ ausgesandet worden. Benannt ist der See nach Carl Tillessen (auch Karl), der von 1930 bis 1935 Geschäftsführer bzw. Direktor der damaligen „Westfälischen Sand- und Tonwerke“ war.

1983 kam das Gelände des Baggersees auf die Naturschutzliste. Das Naturschutzgebiet um den Tillessensee ist im Amtsblatt der Europäischen Union (29. Dezember 2004, Seite L 387/18) unter dem Code DE-4307-301 gemäß der FFH-Richtlinie als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung in der atlantischen biogeografischen Region als FFH-Gebiet ausgewiesen. Die Richtlinie 92/43/EWG oder Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie oder Habitatrichtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union, die von den Mitgliedstaaten 1992 einstimmig beschlossen wurde. Sie ist gemeinsam mit der Vogelschutzrichtlinie im Wesentlichen als ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das „Natura 2000“ genannt wird.

Zwergtaucher, Meerjungfern, Kammermolche, Eisvögel u. a.

Gänse am SeeReste der ursprünglichen Dünenlandschaft in Verbindung mit alten Sandabgrabungen bilden die Basis für ein abwechslungsreiches und kleinräumig wechselndes Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen. Eichen-Birken-Wälder oder trockene Birkenwälder im Wechsel mit Kiefernbeständen nehmen die größten Flächen ein. In abflusslosen Senken finden sich z. B. Torfmoos-Erlenbestände oder Birkenbruchbestände aber auch gehölzfreie Moorbildungen, die zu Feuchtheidepartien überleiten. Das Spektrum der Gewässer reicht von nicht ständig Wasser führenden Tümpeln über flache Heideweiher mit Schwingrasen, Schnabelseggenried oder Grauweidengebüsch bis zum Tillessensee, einem Abgrabungsgewässer, das ausgedehnte Verlandungsbereiche mit Binsen, Schilf und Weidengebüschen aufweist. In dem Gebiet rund um den Tillessensee kommen vor: Eisvögel, Teichfledermäuse, Pirole, Zwergtaucher, Große Meerjungfern, Kammermolche, Teichruhrsänger, Nachtigallen, Wespenbussarde, Wasserrallen. Ein derart ausgebildeter Lebensraumkomplex mit seinem kleinflächigen Nebeneinander von feuchten und trockenen, größtenteils nährstoffarmen Standorten ist weit über den Naturraum Westmünsterland hinaus von Bedeutung, was nicht zuletzt das Vorkommen zahlreicher gefährdeter Pflanzen und Tiere belegt. Bemerkenswert sind die in ihrem tief eingeschnittenen Bett fließenden und stellenweise mäandrierenden Bäche sowie die sie begleitenden schmalen Erlen-Auwälder. Neben den Lebensräumen feuchter und nasser Standorte bedingen darüber hinaus Sandtrockenrasen, kleinflächige Silbergras- und Sandseggenfluren oder Heideinitialstadien auf trockenem Untergrund eine beachtliche ökologische Vielfalt. So lassen sich hier z. B. rundblättriger Sonnentau, Keulen- und Sumpfbärlapp aber auch Nadel-Sumpfsimse oder seltene Wasserschlaucharten finden. Von besonderem Wert ist das Gebiet auch für zahlreiche Vogelarten, Amphibien (Kammmolch), sechs verschiedene Fledermausarten und Libellen, unter denen hier auch die Große Moosjungfer vorkommt. – Auf dem ehemaligen Quarzsandabbaustandort finden sich heute zahlreiche Möglichkeiten der Sport- und Freizeitaktivitäten wie Camping, Golfspiel, Reiten, Walking, Angeln und vieles mehr.


Quelle:
Nach Website der Euroquarz (2011)

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