Ursulinenkirche

Franzosen biwakierten im barocken Gotteshaus

Die heutige Kirche der Ursulinen wurde nach der Zerstörung im Krieg im Jahre 1959 von dem Architekten Emil Stafann wieder aufgebaut. Allerdings in einer schlichteren Architektur und Ausstattung, als die Vorgängerkirche. Das zerstörte Gotteshaus wurde 1738 unter dem Titel „Jesu, Maria und Joseph“ konsekriert und 1888 umgestaltet. Sie wurde nach Osten hin erneuert und der Chor bzw. der Altar nach Westen an die Eingangsfront verlegt. An der Nordseite schloss sich ein moderner Anbau mit zwei Öffnungen an. Drei Eingänge bildeten die Verbindung mit dem nördlichen Teil des Klosters, während an der Südseite ein Eingang zum Klosterpensionat führte.

Das Mittelbild an der Stuckdecke zeigte die Krönung Marias

Blick ins Innere der Vorkriegskirche (Zeitungsbild)

Blick ins Innere der Vorkriegskirche (Zeitungsbild)

Der Bau war einschiffig und der ältere Teil in barocker Architektur gehalten und mit korinthischen Wandpfeilern versehen. Die Stuckarbeiten wiesen verwandte Formen mit denen im Saal von Schloss Herten auf, so dass hier Zusammenhänge zu vermuten sind. Der Raum war mit einer durch Gurtbögen geteilten tonnenförmigen Stuckdecke überdeckt, die mit Fresken in plastischen Rahmen und Rankenwerk bewalt war. Das Mittelbild zeigte die Krönung Marias, das Bild im westlichen Joch eine Gruppe musizierender Engel und auf dem Bild im östlichen Joch wurde der hl. Ursula die Märtyrerkrone von Engelshänden überreicht. Die Decke war durch Rauch stark beschädigt worden, als im Siebenjährigen Krieg die Franzosen in der Kirche biwakierten und sie als Küche benutzten. An der Brüstungsempore befand sich ein von Putten getragenes Doppelwappen der Familie Nesselrode-Willich und dürfte ein Rest des älteren Barockaltars gewesen sein, der an dieser Stelle gestanden hatte. Von ihm war noch das alte Gemälde erhalten, das an der Ostwand unter der Empore hing und die Verherrlichung der hl. Ursula darstellte. Der neuere Barockaltar stammte aus der Kirche in Bösensell.

Ursprüngliche Kirche an der Blindestraße

Vor dem Bau dieser Kirche hatten die Ursulinen ab 1707 ihr Gotteshaus in dem 1699 bezogenen „Hohen Haus“ an der Blindestraße, das als Kirche umgebaut worden war. Es handelte sich vermutlich um ein Gebäude, das vordem bereits kirchlichen Zwecken gedient hatte. Denn im Merianischen Stadtplan von 1647 ist an dieser Stelle schon eine Kapelle mit einem Kreuz auf dem Dach dargestellt (siehe Ursulinenkloster und Schulen).


Siehe auch:
Kirchen, kath.


Quelle:
Mit Änderungen entnommen „Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen“, Münster 1929

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