Ursulinenkloster und Schulen

Vier gräfliche Nonnen gründeten 1699 die Dorstener Niederlassung

Ursulinenkloster, Stahlstich von .........

Dorstener Ursulinenkloster im 17./18. Jahrhundert, Stahlstich

Von Wolf Stegemann – Der heutige Schulorden wurde 1535 von Angela Merici in Brescia (Italien) gegründet und nach der hl. Ursula als Schutzpatronin benannt. Im deutschsprachigen Raum gibt es zwei Gruppierungen: die Ursulinen vom Calvarienberg/Ahrweiler mit Mutterhaus und Filialklöstern sowie die Föderation deutschsprachiger Ursulinen, in der 29 autonome Klöster, darunter das Dorstener Kloster, zusammengefasst sind. Weltweit gibt es heute noch 16.000 Ursulinen und 8.000 Schwestern in Säkularinstituten.

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Gründerin Sr. Maria Lucia

Im Jahr 1699 gründeten vier Nonnen in Dorsten das Ursulinenkloster, darunter waren die beiden Töchter des Vestischen Statthalters Graf Nesselrode-Reichenstein zu Herten, Maria Lucia und Maria Victoria, die bislang im Kölner Ursulinenkloster gelebt hatten. Bürgermeister und Stadtpfarrer empfingen die gräflichen Schwestern am Portal von St. Agatha und geleiteten sie zu ihrem Haus an der Blindestraße (heute Ursulastraße), wo sie Kloster und Mädchenschule (Pensionat) errichteten. Bereits im ersten Jahr gaben sie über 100 kleinen Schülerinnen Elementarunterricht. Von dem Ereignis der Pensionatsgründung berichtet die Hauschronik

„Ad Maiorem Die Gloriam. (Zur größeren Ehre Gottes.)
Anno 1699 den 21. Januarius am Feste Sanctis Agnetis Jungfraw und Martyrin hat diese Fundation (Gründung) alhie zu Dorsten ihren anfang genohmen in dem wir am selben Tag mit 2 Kuschen Solamniter (feierlich) alhie eingefahren. ….“ Nach 8 Tagen haben die „außwendigen Schul“ angefangen „ … und seindt die Kinder in solcher Menge Uns zugeloffen, das wir alle Uns bemühet, denselben ein gnügen zu geben.“

Bericht über die Gründung des Ursulinenklosters in Dorsten

Klostergründerin.......

Gründerin Maria Miktoria

Am Mittwoch, dem 28. Januar 1699, die Frühmesse in St. Agatha ist schon vornüber, trippeln und trappeln im Halbdunkel eines kalten Wintermorgens Dutzende von Kinderfüßen in Holzpantinen klappernd über gefrorene Wege und Gassen durch die Stadt Dorsten. Ihr Ziel: das Hohe Haus, das neue Kloster der Ursulinen, der geistlichen Damen in der Blinde Straße. Dort soll ab heute Schule sein, Mädchen- und Kinderschule. Eine Jungenschule für die besser gestellten Familien, das Petrinum, gibt es bereits seit 1642. An der allgemein als „Lateinschule“ genannten Einrichtung lehren Franziskaner. Die Stadt Dorsten hat auch eine Lehrerin zur Unterweisung der Mädchen eingestellt, doch ist diese angesichts der großen Anzahl hoffnungslos überfordert. Hinzu kommt wohl auch die Neugierde von Eltern und Kindern. Zum ersten Mal sind Nonnen in der Stadt. Damen aus vornehmen Häusern. Sie fordern kein Schulgeld. Vielleicht kann man bei ihnen mehr lernen, als den Katechismus herzusagen und bei der Handarbeit fromme Lieder zu singen. Im Brennpunkt des Interesses stehen die Erzieherinnen. Zwei leibhaftige Töchter des mächtigen Statthalters Reichsgraf von Nesselrode aus dem benachbarten Herten. Damen von Stand kümmern sich um „hergelaufene“ Mädchen, unentgeltlich. Selbst der knurrende Magen soll nicht zu kurz kommen. Bereitwillig legen die Dorstener die Aufforderung der Ursulinen, „die Kinder zu schikkken“, zu ihren Gunsten aus. Landläufig meint „Kinner“ alle noch nicht arbeitsfähigen Kleinkinder im Gegensatz zu den Heranwachsenden, den „Blagen“. Zwischen „Kinder“ und „Mädchen“ wird zudem häufig nicht unterschieden. Böse Zungen behaupten, dass noch vor nicht allzu langer Zeit hierzulande der bäuerliche Nachwuchs nach Söhnen und „Kindern“ unterschieden wurde.

Auf das Französische großen Wert gelegt

Je mehr entbehrliche Kinder zu den Nonnen gehen können, desto spürbarer ist die Entlastung im Haus, bei Gewerbe und Handwerk. Noch ist es Winter, Feld- und Gartenarbeit ruhen, Kinderhände sind z. Z. nicht gefragt. Die Lawine von schulfähigen Mädchen mit allen Geschwister- und Nachbarskindern, die laufen können, landeten am Hohen Haus in der Blinde Straße – und alle sind willkommen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich dieses Gewusel in einem viel zu kleinen „Klassenzimmer“ vorzustellen, mühevoll und geduldig durch die völlig überraschten Ursulinen geordnet. …

Ursulinen-Fahne

Ursulinen-Fahne

Das Kloster musste aus finanziellen Gründen an einem bestimmten Anteil von Internatsschülerinnen interessiert sein, während es der Stadt in erster Linie darum ging,   Mädchen eine Bildungschance zu geben. So wurde später ein Vertrag abgeschlossen, in dem die Ursulinen sich verpflichteten, in der Pensionatsschule „für zwölf Thaler im Französischen und sonstigem, wie bereits seit Jahren geschehen, zu instruieren“. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend legten die Stadtväter besonderen Wert auf das Französische. – Im 18. Jahrhundert erarbeiteten die Nonnen neben anderen Parlamenten die Ursula-Fahne.  Da die hl. Ursula Stadtpatronin von Köln ist, zeigen die Darstellungen auf der Fahne im Hintergrund den Rhein mit dem Kölner Dom, der noch keine hohen Türme hat, ein Hinweis auf die frühe Entstehung der Stickerei. In der Gesamtkomposition erkennt man eine Anlehnung an den Ursula-Schrein von Hans Memling in Brügge, 1489. Ursula ist dargestellt als Schutzmantel-Heilige, ihr weiter Mantel umschließt einige ihrer Gefährtinnen. Nach der Legende war Ursula die Tochter eines christlichen Königs in Britannia. Ihre Schönheit und Klugheit machte sie im ganzen Lande bekannt, und so wollte der heidnische König von England sie seinem Sohn zur Frau geben. Um dieser Hochzeit aus dem Wege zu gehen, unternahm Ursula eine Pilgerreise nach Rom in Begleitung von 11(000) Jungfrauen. Bei ihrer Rückkehr über den Rhein überfielen Hunnen oder Vandalen die Schiffe bei Köln, alle Jungfrauen erlitten den Martertod. Die Legende wurde bis ins hohe Mittelalter immer weiter ausgemalt.

Während des Kulturkampfes gingen die Nonnen ins Exil

Das Kaiserbild an der Wand des Klassenzimmers, 1910

Kaiserbild im Klassenzimmers, 1910

Die erste größere Stagnation setzte im Siebenjährigen Krieg ein, als französische Truppen in der 1739 mit dem Titel „Jesu, Maria und Joseph“ geweihten Klosterkirche Quartier nahmen und Biwakfeuer die Deckengemälde schwärzten und beschädigten. Das Pensionat musste zeitweise geschlossen werden und konnte erst wieder in preußischer Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts geöffnet werden. Von der Mitte des 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schrumpfte der Konvent auf ein paar kränkliche Schwestern zusammen, die Gebäude verfielen und Neueintritte mit Ausnahme von Lehramtskandidatinnen waren untersagt. Durch den Eintritt von fünf jungen Schwestern als Lehrerinnen blühte der Konvent aber wieder auf. Die dem Orden angehörenden Lehrerinnen erhielten außer der freien Station eine „Remuneration“ (Gehalt) von 30 Reichstalern. Eine Internatsschülerin zahlt jährlich 125 Reichstaler an das Kloster, während Schülerinnen aus der Stadt, die nur am Unterricht teilnahmen, dem Kloster 15 Reichstaler einbrachten. Während des preußisch-katholischen Kulturkampfes wurde das Kloster per Dekret aufgehoben und das Pensionat wieder geschlossen. Die Schwestern mussten 1875 Dorsten verlassen und gründeten im holländischen Weert ein neues Kloster. 1888 kehrten sie zurück und nahmen das Klosterleben sowie den Betrieb des Pensionats und der höheren Töchterschule wieder auf, während ihnen die Volksschule nicht wieder zurückgegeben wurde. Im gleichen Jahr fand eine Erweiterung der Kirchen statt.

Erinnerung von Margret Dreissen (92 Jahre alt) an das Pensionat

Infolge der Hitlerzeit schickte das Mitglied der Zentrumspartei, Josef Thomas, aus Kleve seine 14-jährige Tochter Margret (später verheiratete Dreissen) zu den Ursulinen-Schwestern nach Dorsten. Am Gymnasium St. Ursula bestand die Schülerin aus Kleve in der Untersekunda die Mittlere Reife. Im Internat herrschten strenge Regeln. Jeden Morgen wurden die Schülerinnen von einer Schwester laut mit einer Schelle geweckt. Auf dem kleinen weißen Nachttisch im großen Schlafsaal standen zum Waschen ein Waschbecken und eine Kanne mit kaltem Wasser. Die Betten waren durch Vorhänge getrennt. Die ehemalige Schülerin.

Verstaatlichung der Schulen 1941 und Verbot der Unterrichtstätigkeit

Oberschule war verstaatlicht

Oberschule war verstaatlicht

Auch eine Bittschrift der Mutter des berühmten Fliegermajors Galland aus Marl an Adolf Hitler half nicht, die Ursulinen-Oberschule vor der Verstaatlichung zu retten. Während das Ursulinenkloster Lazarett wurde, begann am 15. September 1941 für 322 Ursulinen-Oberschülerinnen der Unterricht im neu gegründeten Staatlichen Gymnasium zunächst im Gebäude des Gymnasium Petrinum. Als neue Schulleiterin amtierte Dr. Franziska Radke, Mitglied der NSDAP. Die Ursulinenschule wurde aufgehoben und das Kloster zur Unterzeichnung eines Mietvertrags genötigt, falls die nunmehr staatliche Schule in das Gebäude des Ursulinenschule, das noch vom Militär belegt war, dorthin umziehen sollte. Am ersten Schultag hielt die neue Direktorin eine flammende Rede im Geiste der Umerziehung zum Nationalsozialismus: „Von nun an kennen wir nur noch einen Weg: den Weg, den uns der Führer vorgeschrieben hat! Unser Weg­spruch lautet mit den Worten des großen deutschen Dichters Walther von der Vogel­weide: ,Tiuschiu zuht gät vor in allen!“ (Deutsche Zucht übertrifft alles). Zudem wurden die Mädchen kontrollierend angehalten, in den Bund deutscher Mädel (BDM) einzutreten.

Mittelschule wurde in eine Volksschule umgewandelt

Die Mittelschule blieb den Schwestern unter weltlicher Leitung zunächst erhalten. Der Unterricht fand weiterhin im Kloster statt und der Direktor zeigte sich gegenüber den Schwestern loyal. Allerdings kam nach wenigen Tagen der Bescheid, dass den Ursulinen die Unterrichtserlaubnis entzogen werde. Ein Jahr später, am 18. August 1942 wurde die Mittelschule in eine Hauptschule unter Leitung der NSDAP-Genossin Scholaster umgewandelt. Neuer Schulträger war der Kreis bzw. die Stadt. Dies war das Ende der Unterrichtstätigkeit des Ordens in der Stadt Dorsten, die allerdings nicht lange währte, denn mit der Bombardierung der Stadt am 22. März 1945, bei dem Kloster und Schule in Schutt und Asche gelegt wurden, und den darauf erfolgten Einmarsch der Amerikaner war für die Dorstener die nationalsozialistische Diktatur und der Krieg zu Ende. Die Ursulinen waren sofort wieder zur Stelle, richteten sich notdürftig ein und begannen, ihre unterbrochene Schultätigkeit wieder aufzunehmen. Nach langwierigen Verhandlungen konnte die staatliche Schulleiterin abgelöst und am 23. November 1945 die Klosterschulen im Sinne der „restitutio juris“ (d. h. zur Wiederherstellung des ursprünglichen Rechtsverhält­nisses) wieder eröffnet werden.

Lazarett der Wehrmacht

Im Zweiten Weltkrieg richtete die Wehrmacht im Kloster ein Lazarett ein, damit SS und Gestapo die Klostergebäude nicht beschlagnahmen konnten. Bei der Bombardierung der Stadt am 22. März 1945 wurden Kloster, Kirche und Schule total zerstört. Der Wiederaufbau fand zwischen 1946 und 1954 statt, die Kirche wurde 1959 wieder errichtet (siehe Ursulinenkirche).

NSDAP-Mitglied Dr. Fransziska Radke als neue Direktorin eingesetzt

Todesanzeige in den "Ruhr Nachrichten" 1985

Todesanzeige in den „Ruhr Nachrichten“ 1985

Die 1892 geborene Philologin Franziska Radke ging 1926 nach Kolumbien und gründete in Bogotá die Frauenuniversität. Dort schloss sie sich als Auslandsdeutsche schon früh der Auslandsorganisation (AO) der NSDAP an (Mitgl.-Nr. 27.665 und somit „Alte Kämpferin“) und folgte 1936 dem Ruf der NSDAP zur Rückkehr in die Heimat. Nach ihrer Zeit in Dorsten blieb sie nach Kriegsende im Schuldienst in Wanne-Eikel und ging 1953 nach Bogotá zurück. Drei Jahre später erhielt sie dort das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die kolumbianischen Regierung verlieh ihr die „Medalla de la Orden Lasallista del Merito Educativo“. Nach ihrer Pensionierung 1957 lebte sie in Boppard am Rhein, wo sie 1985 starb. Mit Dorsten verband sie bis zu ihrem Tod familiäre Beziehungen. Maria Dahmen (geborene Radke) war ihre Schwester. Daher wurde nach ihrem Tod eine Todesanzeige in den Dorstener „Ruhr-Nachrichten“ am 13. Juli 1985 veröffentlicht (siehe Franziska Radke; ähnliche Themen in www.dorsten-unterm-hakenkreuz.de).

Ursulinisches Leben und Unterricht nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute

Nonnen-Freizeit auf ihrem Grundstück am Freudenberg 1958

Freizeit auf ihrem Grundstück am Freudenberg 1958

Durch das rapide Anwachsen der Schülerzahl erhielt die Urulinen-Realschule ein neues Gebäude am Nonnenkamp. 1968 wurde der Habitzwang der Nonnen aufgehoben und das Gymnasium St. Ursula koedukativ: Die ersten Jungen hielten Einzug. Das Internat schloss 1988. Heute werden in den privaten Ursulinenschulen über 1.700 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. Im Gymnasium lehren 70 Lehrer 1.100 Schüler, in der Realschule 35 Lehrer 600 Schüler. Im Jahre 2000 übernahm die Stadt zusätzlich und freiwillig einen großen Teil der Betriebskosten für die beiden Ursulaschulen, die einen Förderverein gründeten, um ihr finanzielles Überleben zu sichern. Dazu gehörte auch die Gründung einer Förder-Stiftung im Jahr 2006. Bis 2008 war noch eine Nonne, Sr. Benedicta Kimmeyer, Schulleiterin des Gymnasiums. Danach übernahm Alfons Dorenkamp das Gymnasium und leitet es im ursulinischen Geist. Die Realschule wird von Lambert Suwelak geleitet.

Der Jahresetat der Schulen liegt im (höheren) einstelligen Millionen-Bereich. 15 Prozent dieser Kosten muss der Konvent als Träger aufbringen, um die Eigenständigkeit zu erhalten. Die tatsächlich erforderliche Summe ist allerdings bedeutend geringer. Sieben Prozent werden für die Immobilien angerechnet, 2 Prozent für die Ausstattung. Bleibt es auch in Zukunft dabei, dass drei Prozent die Stadt Dorsten trägt und drei Prozent das Bistum, wären diese 15 Prozent bezahlt.

Trägerschaft vom Kloster einer Stiftung übergeben

Die Trägerschaft der beiden Ursulinenschulen soll bereits 2014 in eine Stiftung übergehen. Ute Hildebrand-Schute (WAZ): „Es gibt viel Gemunkel in der Stadt, manchmal ist sogar von einer Schließung der St. Ursula-Schulen die Rede. Doch davon sind Realschule und Gymnasium weit entfernt.“ 2012 gab es nur noch 13 Schwestern im Konvent im Alter zwischen 65 und 92 Jahren. Keine Schwester unterrichtete mehr an den Schulen. Mitte 2012 konnte Entspannung verkündet werden, denn die Umwandlung des Fördervereins in eine Trägerstiftung war beschlossene Sache. Der sechsprozentige Eigenanteils an den Kosten der beiden Schulen, wird je zur Hälfte durch das Bischöfliche Generalvikariat und die Stadt Dorsten als Eigenkapital anerkannt. Die Stadt Dorsten hatte angekündigt, die laufenden Verträge, nach denen die Stadt drei Prozent des Schulbetriebes zahlt, unabhängig vom Haushaltssicherungskonzept des städtischen hoch verschuldeten Haushalts mit dem Konvent verlängern zu wollen.

In den 1970er-Jahren sollte das Ursulinenkloster einem Wohn- und Einkaufsquartier weichen. Doch für die Dorstener war es dann doch unvorstellbar, die nach dem Krieg wieder errichteten Kloster- und Schulgebäude abzureißen. Schließlich reichte der Unmut der Bevölkerung, weil die Franziskaner ihre Kirche an den Kaufhauskonzern Woolworth verkauften.

Blick in den Hof vor dem Umbau 2013/14

Blick in den Hof vor dem Umbau 2013/14

Durchgreifende Änderung wegen Überalterung der wenigen Schwestern

Wo sich jahrzehntelang bis zu 60 Schwestern die Räume geteilt haben, lebten 2013 nur noch elf Schwestern in einem Haus, das weitgehend eine mindere Bausubstanz aus der unmittelbaren Nachkriegszeit aufweist. Deswegen und wegen der Überalterung der Nonnen – mittlerweile unterrichten keinen Nonnen mehr – wurde Ende 2012 begonnen, einen Teil des Klosterkomplexes abzureißen, um dort ein Konventsgebäude für barrierefreies Wohnen zu errichten. Während der Bauarbeiten wurden die Schwestern in das Eduard-Michaelis-Haus nach Gladbeck „ausgelagert“. Das neue Konventsgebäude ist dreigeschossig und bietet in neun Wohnungen Platz für insgesamt 12 Personen. Pflegebedürftige Schwestern leben in den größeren Wohneinheiten mit einer Mitschwester zusammen. Wohnungen, die von Schwestern nicht mehr genutzt werden, stehen zur freien Vermietung bereit. 2012 waren die Dorstener Ursulinen ins Eduard-Michelis-Haus nach Gladbeck gezogen, um den Weg für den Abriss des alten und den Aufbau des neuen Konventsgebäudes frei zu geben. 20 Monate vergingen, bis sie am 15. Mai mit ihrer Oberin Sr. Teresa wieder zurückkehrten.

Neue Trägerschaft der Schulen notwendig geworden

Neubau vom Schulhof aus gesehen

Neubau vom Schulhof aus gesehen

Ab 2001 wird hinter den Schulkulissen und Klostermauern sowie im Rathaus heftig und ein tragfähiges Zukunftskonzept der Ursulinenschulen gerungen. Die Weichen sind für eine Trägerschaft auf Erfolg gestellt. Mitte 2015 wurde das Gymnasium und die Realschule für vorerst zehn Jahre an die Stiftung abgetreten. Der bisherige Schulträger, der Ursulinenkonvent, hatte die Trägerschaft schon im Sommer 2014 abgeben wollen. Die Stadt Dorsten übernimmt weiterhin drei Prozent der Betriebskosten (220.000 Euro jährlich), damit die Zukunft der Schulen gesichert ist. In der Homepage der Ursulinen ist aktuell zu lesen: „Unsere beiden Schulen werden ab dem neuen Schuljahr von einer Trägerstiftung übernommen und in der ursulinischen Tradition weitergeführt. Das Generalvikariat in Münster und der Regierungspräsident in Münster haben die Trägerschaft genehmigt. Damit wird die schuleigene Förderstiftung in eine Trägerstiftung umgewandelt. Wir sind froh und erleichtert, dass die Übertragung der Trägerschaft zum 1. August 2015 vollzogen werden kann“. – Für das Schuljahr 2017/18 wurden für das Gymnasium 111 Fünftklässler angemeldet, für die Realschule 93.


Siehe auch:
Klöster
Schulen
Tisa von der Schulenburg – Leben & Werke


Quellen:
M. Maria Victoria Hopmann OSU „Geschichte des Ursulinenklosters in Dorsten“, Münster 1949. – Ursulinenkloster (Hg.) „St. Ursula. Das Kloster und seine Schulen von der Gründung bis zur Gegenwart“, Dorsten 1982. – Föderation deutschsprachiger Ursulinen (Hg.) „450 Jahre Ursulinen“, Werl 1985. – Rudolf Plümpe in RN vom 17. Januar 1989. – Ursulinenkloster (Hg.) „300 Jahre St. Ursula Dorsten 1699-1999“, Dorsten 1999. – Godehard Lindgens „Zwischen augenscheinlicher Anpassung und vorsichtiger Distanz“ in HK 2011. – Auszug NS-Zeit gekürzt nach Johanna Eichmann OSU:„Von nun an auf dem Weg des Führers – Die Verstaatlichung der Klosterschule“ in Stegemann/Hartwich (Hg) „Dorsten unterm Hakenkreuz“, Bd. 2. 1984. – Ute Hildebrand-Schute „Ursulinen stellen die Weichen“ in WAZ vom 5. Juli 2012. – Homepage der Ursulinen (2013). – Anke Klapsing „Dorstener Ursulinen. Konventsgebäude wohl in diesem Jahr fertig“ in DZ vom 24. April 2013.

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