Störche

Seit Jahren gern gesehene Gäste in Hervest und Rhade - jetzt auch in Deuten

Vielleicht ist das Luise im Hervester Bruch

Vielleicht ist das Luise im Hervester Bruch, vielleicht auch nicht!

Seit 2003 kommt eine Storchenfamilie jedes Jahr in den Hervester Bruch, um in der Zeit der Durchreise hier zu brüten und die Jungen flügge werden zu lassen. Die Idee, den Störchen eine Nisthilfe auf einem hohen Pylon zu bauen, hatte der Holsterhausener Walter Biermann, die Werner Elvermann vom Heimatverein Hervest aufgriff und zusammen mit anderen, es den gefiederten Gästen mit dem Nestrad auf dem errichteten Mast gemütlich zu machen. In ausreichendem Abstand wurden Bänke errichtet, damit die Dorstener das jährlich immer wieder neue Glück der Familie Adebar, Werner und Luise, am Brauckweg mitverfolgen können. Im Frühjahr 2010 wurden acht Störche gesichtet. Im August 2011 versammelten sich 44 gezählte Störche auf der Brauckweg-Wiese im Hervester Bruch. Als Grund dieser großen Storchen-Versammlung wurde von Kennern angegeben, dass es Jungstörche sind, die auf den Weg zu Quartieren waren. Solche Versammlung hat es in Dorsten schon früher gegeben, aber nicht in einer so großen Zahl.

Aus dem Hervester Bruch ein störungsfreies Gebiet entstanden

Der Kreis Recklinghausen gestaltete 2012 den Hervester Bruch unter dem Arbeitstitel „Der Storch ist gekommen“ um den Störche ein größeres zusammenhängendes und störungsfreies Gebiet zu schaffen. Das Amt für Landschaftsplanung und -gestaltung des Kreises Recklinghausen hatte sich im Frühjahr 2008 mit diesem Projekt erfolgreich an dem Tourismuswettbewerb „Erlebnis NRW” beworben. Der Hervester Bruch ist ein Brut-, Rast- und Erholungsgebiet für über 40 Vogelarten. Es wurden Rundwege geschaffen und Informationstafel angebracht. Aussichtskanzeln und Holzstege schützen die Natur und erhöhen gleichzeitig die touristische Attraktivität (siehe Hervester Bruch). – Hoffentlich erwies der Kreis den Störchen damit keinen Bärendienst, denn der angestrebte Tourismus der Störche- und Vogelgucker wird die Störche und die andern Vögel in ihrer Lebensart mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinträchtigen. – Ein zweites Storchenpaar hat sich im März 2019 im Naturschutzgebiet Hervester Bruch niedergelassen, und zwar auf dem zweiten Nest, das es hier schon seit Jahren gibt, allerdings nie belegt wurde.

Ludger und Agnes in Rhade, HerrMann und Inge in Deuten

2011 hat ein Storchenpaar in den Rhader Wiesen genistet, für das der Rhader Heimatverein ein Rad als Nisthilfe gebaut hatte, das aber etliche Jahre von den Adebars nicht angenommen worden war. Die Rhader nannten das Storchenehepaar Ludger und Agnes udn 2017 Storchenkinder.
Jetzt hat auch Deuten einen „eigenen“ Storch, der im März 2017 zuflog und sich auf ein vorbereitetes Nest in der Soerheide setzte. Der Deutener Heimatverein hat ihn bereits einen Tag später vereinnahmt und ihm einen Namen „HerrMann“ gegeben. Jetzt hoffen die Deutener Storchenfreunde, dass er ein Deutener wird. Dazu glauben sie Grund zu haben, denn ihr „HerrMann“ war der erste Storch, der es in Deuten schon einen Tag lang ausgehalten hat und bereits am Nest herumzupfte. Im Mai hatten die Deutener Grund zur Freude. Ihr zugeflogener Storch „HerrMann“, benannt nach Hermann Gerling vom Heimatverein, hat sich eine Gespielin ins Nest geholt, der die Deutener den Namen „Inge“ gegeben haben, benannt nach Inge Borkenfeld vom Heimatverein. Und dann kam es, wie es kommen musste. „HerrMann“ biss seiner „Inge“ kräftig „ins Bein“, was im Mai 2017 das Schlüpfen von drei Storchenkindern zur Folge hatte. Das Glück des Deutener Heimatvereins über die Vorgänge im Storchennest ist somit perfekt.
Im Juni 2019 wurden drei Jungstörche in ihrem Nest am Hervester Brauckweg von Helfern der Biologischen Station Lembeck und dem Heimatverein Dorf Hervest beringt. Die Namen der drei Jungstörche: Ludger, Berni und Heinz, benannt nach ihren Storchenpaten Ludger Brüninghoff, Berni Grewer und Heinz Schnieders.

Im Kreis Recklinghausen gibt es 13 nistende Storchenpaare

Noch vor zehn Jahren hätten die Mitarbeiter der Biologischen Station des Kreises in Lembeck es nicht zu träumen gewagt, dass es im Kreis Recklinghausen einmal einen Bestand von 13 nistenden Storchenpaaren geben könnte. 2016 gab es ihn. Die steigende Zahl der Storchenentwicklung geht mit der des Landes und Bundes einher. Das Dorstener Storchenpaar „Werner und Luise“ kam 2005 in den Hervester Bruch. Es waren wohl die ersten Störche nach 100 Jahren, die wieder in der Region nisteten. Ob es sich bei den heutigen Störchen immer noch um Werner und Luise handelt, wie Heimatvereine und Storchenfreunde immer wieder begeistert behaupten, darauf sollte man sich nach so vielen Jahren allerdings nicht festlegen. Da sie nicht beringt wurden, gibt es auch keinen Nachweis über ihre Identität.

Biologische Station: Dorsten braucht nicht noch mehr Störche

Mitglieder von Heimatvereinen in Dorsten bekommen Tränen der Freude in die Augen, wenn „ihr“ Storchenpaare Junge bekommt oder Jungstörche neu zuziehen. Dann versammeln sich schon mal an die 100 Storchenliebhaber an den Nestern. Weil die Störche sich seit 2004 in Dorsten stark vermehrt haben, sind weitere Jungpaare unter den Zugvögeln in Dorsten nicht mehr willkommen. So sieht es der Landschaftsökologe Niels Ribbrock in der Dorstener Zeitung. Daher wird  die Biologische Station in Lembeck, dessen stellvertretender Geschäftsführer er ist, „weitere Ansiedlungen nicht mehr unterstützten“. Die Biologische Station in Lembeck überwacht den Storchenbestand in Dorsten. Von den sechs Paaren in Dorsten haben fünf erfolgreich gebrütet. Vermutlich sind zwölf Jungstörche flügge geworden. Ob sie aber ihr erstes Lebensjahr überstehen, wird sich erweisen. Denn die Ausfallquote beim Zug in den Süden und zurück sei enorm, so Ribbrock.

Auch das noch: In Kirchhellen irritierte im April 2019 ein Storch, der  ein aufgestelltes Storchennest besetzte, dass bislang kein Storch in Augenschein genommen hatte. Endlich jubelten die Kirchhellener Storchenfreunde. Doch der Jubel dauerte nicht lange. Der ersehnte Storch war aus Plastik, den Unbekannte als Schabernack über Nacht ins Nest gestellt hatten.

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