Stewing, Albert

Bedeutender Unternehmer und Mäzen vieler kultureller Projekte

1925 bis 2017; Unternehmer. – Um Albert Stewing ist es nach der Insolvenz seines Baustoffunternehmens im Jahr 1997 still geworden. Schon Jahre zuvor machte sich die schlechte Wirtschaftlage in der Stewing-Firmengruppe bemerkbar, die er in der Nachkriegszeit und den darauffolgenden Jahrzehnten aufbaute, wobei ihm der anhaltende Bauboom förderlich war.

Schon seine Eltern betrieben in den Nachkriegjahren das Dorstener Kino in der Lippestraße, legten eine Pleite hin und verlangten danach von der Stadt die Rückzahlung er Gewerbesteuern – ohne Erfolg. Erfolgreich war Sohn Albert, der als Bauunternehmer begann und sein Unternehmen peu a peu erweiterte und zu einer in der Bundesrepublik beachtete Firmengruppe u. a. mit einem Betonfertigteilwerk ausbaute. Aufträge der Bundespost von Telefonzellensockel und des Bundesverkehrsministerium zur Herstellung von Gullydeckeln, um einige Beispiele zu nennen, brachte die Dorstener Stewing-Gruppe in den 1980er-Jahren ganz nach oben. Albert Stewing war Jahrzehnte lang im Aufsichtsrat der traditionsreichen Dorstener Maschinenfabrik auch (gegr. 1873), die im Jahre 2000 ebenfalls durch Insolvenz den Betrieb endgültig einstellte, was an Albert Stewing nicht spurlos vorüberging. Mit dem Stewing-GmbH IPE Dorsten (Immobilien-Projekte-Entwicklung) die Projekte entwickelt und Immobilien verwaltet, blieben Spuren der einstigen großen Firmen-Gruppe in der Stadt erhalten.
Albert Stewing war nicht nur einer der größten Arbeitgeber in Dorsten, er war auch einer der wichtigen Mäzene. Er förderte den Luftsportverein dessen Flugplatz seinen Namen trägt, sowie das Cornelia-Funke-Baumhaus und andere kulturelle Einrichtungen – auch in Israel. Er und seine Frau gründeten die „Gertrud und Albert Stewing-Stiftung“, die sich für den Erhalt von Kirchen, Klöstern und Baudenkmalen einsetzt. Zudem war er ein Sammler von Gemälden bedeutender Künstler, darunter französische Impressionisten. Neben seiner Frau Gertrud hinterlässt er vier Kinder und sieben Enkel. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt.

Siehe auch: Stewing-Firmengruppe
Siehe auch: Dorstener Maschinenfabrik

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