Spanisch-Niederländ. Krieg

Lembecker Schlossherr erkaufte Schutz für Familie und Bevölkerung

Übergabe von Breda 1625

Übergabe von Breda 1625 im spanisch-niederländischen Krieg

Er dauerte von 1595 bis 1609. – Da sich die Armeen selbst versorgten, fielen im Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden die Heere beider Parteien in das benachbarte Westfalen ein, um zu rauben und zu erpressen. 1587 wurden Kirche, Pastorat und Vikarie in Holsterhausen niedergebrannt, der Vikar starb danach. Im Gefecht bei Lippramsdorf verloren die Niederländer 500 Mann. Das Fürstentum Münster war nicht in der Lage, seine Einwohner gegen die Raubzüge zu schützen, was einerseits in der veralteten Wehrverfassung und andererseits in der politischen Schwäche lag. 1598 beschoss der spanische Oberst Velasco die Stadt und nahm sie ein, deren Mauern noch zehn Jahre zuvor den Angriffen des Grafen Johann Philipp von Oberstein im Truchsessischen Krieg standgehalten hatten. Das spanische Heer des Admirals Francisco de Mendoza besaß 1598 die für damalige Verhältnisse große Zahl von 24.000 Mann. Nach mehrmaligen Plünderungen wurde 1609 Friede geschlossen (siehe „Spanischer Winter“).

Kirche in Klein Reken geplündert

Die Spanier richteten 1598 auch in der Herrlichkeit und in Lembeck großen Schaden an. Die Rhader Kirche wurde als Fliehburg genutzt, von den Spaniern eingenommen und der Ort geplündert. Erle, Raesfeld, Deuten, Wulfen sowie die Kirche in Klein Reken wurden im Dezember ebenfalls geplündert. Die Menschen wurden drangsaliert, ausgezogen, geschlagen und in die grimmige Kälte gejagt. Über hundert Lembecker flüchteten in die Burg von Lembeck, wo sie der Burgherr Matthias von Westerholt (1597 bis 1618) versorgte. Er verhandelte mit den Spaniern und übertrug seine Gerichtsbarkeit Don Alfonso Davilo. Mit Geld bezahlte er außerdem den Schutz von Burg, Familie und Einwohnern. Monatlich kostete ihm das 200 Gulden und hin und wieder Bestechungsgeld für Hauptleute und Wachtmeister. Die Kontributionen musste Matthias von Westerholt bis April 1599 zahlen, was ihm in der Gesamtsumme 1.000 brabantische Gulden kostete. Diese Zahlungen verhinderten aber nicht, dass die Spanier bei ihrem Abzug aus der Burg und den Bauernhäusern mitnahmen, was sie brauchten und ihnen gefiel. Eine Hungersnot brach aus, die viele Menschenleben kostete und ganze Familien auslöschte. Besonders schwer getroffen waren die Höfe Gerdt Onnebrink, Johann Alefs, Bernd Heitemann, Gerdt Holtkamp, Johann Kocks, Bernd Ortmann und Jasper.


Quelle:
Archiv Schloss Lembeck L 210.

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